Das Ranking ist eine Orientierungshilfe
Das CHE-Ranking steht bei Studieninteressierten hoch im Kurs. Im Gespräch mit abi>> erörtert Petra Giebisch, Projektleiterin der CHE-Hochschulrankings, die Möglichkeiten und Grenzen des Rankings.
Rankings können helfen, eine erste Vorauswahl zu treffen, Foto: Privat
sagt Petra Giebisch.
abi>>: Habe ich bessere Karrierechancen, wenn ich an einer gut gerankten Hochschule studiere?
Petra Giebisch: Das würde ja bedeuten, dass wir eine Aussage über die im Studium vermittelten Qualifikationen treffen können. Das ist aber nicht so. Darüber entscheidet vor allem die individuelle Gestaltung des Studiums. Es gibt natürlich Hochschulen, die haben einfach einen guten Ruf – das wäre aber auch ohne Rankings so. Und selbst dort ist ein Abschluss allein keine Garantie auf einen guten Berufseinstieg.
abi>>: Was untersuchen die CHE-Hochschulrankings?
Petra Giebisch: Wir untersuchen die Studienbedingungen an Hochschulen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Mittlerweile ranken wir 35 Studienfächer. Um zu unseren Ranking-Ergebnissen zu kommen, befragen wir sowohl die Institute und Professoren als auch die Studierenden vom dritten bis siebten Fachsemester, bei manchen Fächern zusätzlich Absolventen, die das Studium rückwirkend beurteilen können.
abi>>: Welche Hilfestellungen kann ein Hochschulranking Abiturienten bei der Studienwahl geben?
Petra Giebisch: Das Ranking hilft dabei, sich ein persönliches Hochschul-Ranking nach eigenen Kriterien und Wünschen zusammenzustellen: Betreuung, Bibliotheksausstattung, ein gutes Forschungsumfeld und so weiter. Wir weisen die unterschiedlichen Aspekte, die für die Auswahl des Studienortes wichtig sind, einzeln aus. Es ist vor allem bei Fächern wie Physik, Germanistik oder Betriebswirtschaftslehre, die an sehr vielen Hochschulen angeboten werden, nützlich. Da hilft das Ranking, eine Vorauswahl zu treffen. Danach sollte man sich aber noch tiefergehend mit den infrage kommenden Studienorten befassen.
abi>>: Wo liegen die Grenzen der Rankings?
Petra Giebisch: Zum einen setzt ein Ranking erst dort an, wo sich ein Interessent bereits für ein Fach entschieden hat. Zum anderen spiegeln wir lediglich die Rahmenbedingungen und nicht die Inhalte des Studiums wider. Fachliche Schwerpunkte sind aber unter Umständen ein wichtiger Aspekt für die Studienortswahl. Die Rankings entbinden also auf keinen Fall von einem Gespräch mit einem Fachstudienberater vor Ort.
abi>>: Ihr Tipp an die zukünftigen Studierenden?
Petra Giebisch: Sie sollten alle Informationsmöglichkeiten nutzen, die sie bekommen können, bevor sie sich für ein Fach und einen Studienort entscheiden. Im Internet kann man sich heute hervorragend informieren und je informierter man sein Studium antritt, desto geringer ist die Chance auf eine spätere Enttäuschung. Dabei sind die CHE-Rankings ein Baustein unter vielen.




