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Hochschulmarketing

Auf zur "Rallye Fernost"

Deutsche Hochschulen werden im Marketing immer aktiver. Eine besonders beachtete Kampagne ist "Studieren in Fernost" der Hochschulinitiative Neue Bundesländer. Diese macht durch gelungene Aktionen wie die "Rallye Fernost" auf sich aufmerksam. Ihre Teilnahme an dieser Nachwuchsreporterreise sicherte sich Dorothee Wegner (18) mit einer Fotostory.

Man sieht Dorothee Wegner in Imker-Schutzkleidung, wie sie mit einem Löffel eine Bienenwabe auskratzt.

In Jena musste das "Rally Fernost"-Team von Dorothee Wegner "Bienen beklauen", also mit einem Löffel eine Bienenwabe auskratzen.

Foto: Privat

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönste Hochschule im Land? – Jena? Leipzig? Rostock? … Mit Hilfe der Kampagne „Studieren in Fernost“ der Hochschulinitiative Neue Bundesländer putzen sich die Hochschulen im Osten Deutschlands seit drei Jahren für potenzielle Studierende aus dem Westen heraus – zeigen Profil im Internet, stellen sich mit Texten, Fotos und Videos auf schülerVZ und studiVZ vor, lassen sich über eine Studiensuchmaschine finden und unternehmen abseits ausgetretener Werbepfade einiges, um auf sich aufmerksam zu machen. „Im Hochschulmarketing haben die ostdeutschen Hochschulen ihren westdeutschen Konkurrenten in so mancher Hinsicht etwas voraus“, sagt Volker Meyer-Guckel vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft. Bei den „Best Practice“-Wettbewerben, an denen die 44 an der Kampagne beteiligten Hochschulen jährlich teilnehmen können, war er in diesem Jahr Jurypräsident.

Noch bis 2012 wird die Hochschulinitiative Neue Bundesländer mit „Studieren in Fernost“ neue Wege suchen, um Ostdeutschland als Studienstandort vor allem in der westlichen Öffentlichkeit attraktiver zu machen. Denn ein Studium an einer ostdeutschen Hochschule bietet einige Vorteile. Die Hochschulen selbst können vor allem mit moderner Ausstattung und einem hohen Betreuungsniveau überzeugen. Doch auch die Studienorte punkten: einerseits mit ansprechenden Kultur- und Freizeitmöglichkeiten, andererseits mit niedrigeren Lebenshaltungskosten als im Westen. Außerdem bieten die ostdeutschen Hochschulen neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen viel Platz, da sie Studienanfängerplätze über ihren eigenen Bedarf hinaus anbieten.

Auf die Plätze: Osten

Ein Foto von Dorothee Wegner: Sie hat kurze, dunkelbrauen Haare, trägt ein gelbes T-Shirt und hält ein Schild in den Händen, auf dem "Studieren in Fernost" steht.

Dorothee Wegner

Foto: Privat

Im letzten Jahr waren im Rahmen der Kampagne Imagefilme einzelner Hochschulen gedreht worden, in diesem Jahr ging die „Rallye Fernost“ an den Start. 24 Schülerinnen und Schülern zwischen 16 und 21 Jahren sollten vom 25. bis zum 29. Mai als Nachwuchsjournalisten auf Reporterreise gehen und von ihren Erlebnissen an 16 ostdeutschen Hochschulen online berichten. Dorothee Wegner war ganz begeistert gewesen, als sie von der Aktion erfahren hatte. „Wann bekommt man schließlich schon mal die Gelegenheit, so viele Unis in unterschiedlichen Städten innerhalb von wenigen Tagen kennen zu lernen“, sagt die 18-jährige Schülerin aus Wilhelmsdorf. Mit ihrer Freundin entwickelte sie als Bewerbung eine Fotostory: eine Art Roadmovie in Bildern, die sie auf ihrem Weg in den Osten zeigen, dem Sonnenaufgang entgegen. Damit hatte sie Erfolg und startete im Team Gelb im thüringischen Schmalkalden. Die anderen Teilnehmer waren auf drei weitere Teams verteilt – Rot, Grün und Blau.

Die Odyssee durch den fernöstlichen Hochschuldschungel begann für ihr Team an der ansässigen Hochschule für angewandte Wissenschaften. Mit einem Kleinbus und in Begleitung von zwei Betreuern ging es dann täglich in eine andere Stadt: Erfurt, Jena, Leipzig und schließlich Potsdam standen auf dem Programm. Jeden Tag musste die Gruppe neben einer großen Eventaufgabe diverse kleine Tagesaufgaben lösen. In Schmalkalden machten sie die Skipiste der dortigen Skihalle unsicher, in Erfurt wurde mit einem 3D-Simulator virtuell Holz gefällt. Mehr über Biologiedidaktik, die Fachdidaktik der Biologie, erfuhren sie in Jena, wo sie zum Schluss „Bienen beklauen“ mussten, also mit einem Löffel eine Bienenwabe auskratzen. In Leipzig zeichnete Dorothee Wegner mit ihrem Team am Lehrstuhl für Medientechnik eine eigene Quiz-Sendung auf.

Alle Ergebnisse hielten sie fotografisch, videotechnisch und schriftlich fest und stellten sie auf den verschiedenen Community-Seiten ins Internet. Im Schnelldurchlauf konnten die Besucher so Städte, Unis und Leute kennenlernen. „Wir haben täglich getwittert, waren auf Facebook und schülerVZ präsent.“ Dabei standen sie mit ihren Aufzeichnungen immer auch in Konkurrenz zu den weiteren Teams, die ihrerseits eine exklusive Unitour durch Halle, Zwickau bis hin nach Eberswalde erlebten. Schließlich waren Internetnutzer aufgerufen, für das beste Team abzustimmen. Wer hatte am besten recherchiert? Wer die interessanteste Story? Wer die schönsten Bilder? An die 200.000 Nutzer beteiligten sich täglich und wählten am Ende dann doch Team Grün auf Platz 1.

Schlussakt

„Zur Abschlussparty haben sich alle Nachwuchsreporter in Potsdam getroffen“, erzählt Dorothee Wegner. Mit einem gemeinsamen Silbermond-Konzert ging für sie eine aufregende Woche zu Ende. Schon vor der Rallye war Jena als Studienort ein Favorit für die Baden-Württembergerin gewesen. Als sie dann am dritten Tag der Tour in ihre Wahlstudienstadt kam, war sie beeindruckt – von der Schönheit der Stadt, der Gastfreundschaft, dem modernen Campus. Auch wenn die „Rallye Fernost“ derzeit noch von den Initiatoren ausgewertet wird, für Dorothee Wegner war sie jetzt schon erfolgreich. Denn nach der Tour hat sich ihre Vorstellung gefestigt, möglicherweise schon Ende 2011 an der Universität in Jena Biowissenschaften zu studieren.

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