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Interview

Mehr Studierende für den Osten

2008 wurde die Kampagne "Studieren in Fernost" der Hochschulinitiative Neue Bundesländer ins Leben gerufen. Bis 2012 soll sie das Image der Hochschulen im Osten ins rechte Licht rücken und mehr Studierende aus dem Westen gewinnen. Matthias Stübig (34), Regierungsrat beim Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, spricht im Interview über Hintergründe und Ziele der Aktion.

Ein Passfoto von Matthias Stübig: Er hat kurzes, dunkelbraunes Haar und trägt einen dunklen Anzug.

Matthias Stübig

Foto: Privat

abi>>: Warum wurde die Kampagne „Studieren in Fernost“ gestartet?

Matthias Stübig: Hintergrund der Kampagne ist die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zum sogenannten Hochschulpakt 2020. In den westdeutschen Ländern wird es in den nächsten Jahren demografisch bedingt sehr viel mehr potenzielle Studienanfänger geben als Studienplätze vorhanden sind. In den ostdeutschen Ländern ist aufgrund des Geburtenknicks nach der Wende genau das Gegenteil der Fall: Hier sehen wir uns damit konfrontiert, dass wir wesentlich weniger hochschulzugangsberechtigte Schulabgänger haben werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist daher auf die neuen Länder zugegangen, um ihnen dabei zu helfen, ihre Überkapazität an Plätzen auch tatsächlich mit Studienanfängern aus dem Westen aufzufüllen und so die Ost-West-Schieflage auszugleichen.  

abi>>: Was zeichnet die Kampagne aus?

Matthias Stübig: Sie wirkt auf zwei Ebenen: Wir holen die Jugendlichen dort ab, wo sie sind, sprich hauptsächlich in den sozialen Online-Netzwerken, in denen sich Schüler aufhalten: schülerVZ, Facebook, Twitter. Das erlaubt uns, über einen längeren Zeitraum in einen sehr dichten Dialog mit den Schülern zu treten. Zudem unterstützt die Kampagne die Hochschulen dabei, sich beispielsweise mit einer eigenen Profilseite in sozialen Netzwerken des Internets eindrucksvoll zu präsentieren.

abi>>: Wie sehen Sie die bisherige Resonanz?

Matthias Stübig: Die Kampagne ist auf ein sehr breites Medienecho gestoßen. Viele westdeutsche und überregionale Zeitungen haben schon darüber berichtet, auch Hörfunk und Fernsehen waren vor Ort. Damit ist es uns gelungen, das Thema „Studieren in Ostdeutschland“ in einer Art und Weise publik zu machen, wie es davor noch nicht geschehen war.

abi>>: Wie geht es weiter?

Matthias Stübig: Jedes Jahr warten wir mit einem großen Event auf. 2009 hatten wir für sechs Hochschulen Imagefilme gedreht, um auf die Kampagne aufmerksam zu machen. 2010 war es die „Rallye Fernost“, bei der 24 Nachwuchsjournalisten von Schülerzeitungen in Westdeutschland in den Osten eingeladen waren, um sich vor Ort ein Bild von ostdeutschen Hochschulen zu machen. Derzeit werten wir diese Aktion aus. Überlegungen, welche Aktion wir im nächsten Jahr anstreben, um auf die Kampagne aufmerksam zu machen, werden im September konkret.

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