abi>> Berufswahlfahrplan: Einführung

Dein Start in Studium und Beruf

Bei der Wahl des richtigen Berufs sind viele Entscheidungen gefragt, denn es gibt nicht einen, sondern viele verschiedene Wege ins Berufsleben. Der abi>> Berufswahlfahrplan unterstützt dich dabei, Schritt für Schritt herauszufinden, welche Möglichkeiten für dich in Betracht kommen.

Du stehst kurz vor deinem Schulabschluss oder hast das Abitur bereits in der Tasche? Dann geht es jetzt richtig los! Du selbst entscheidest, wohin es in deinem Leben gehen soll und mit welchen spannenden Themen du dich in Studium und Beruf auseinandersetzen willst.

Soviel vorab: Bei der Studien- und Berufswahl geht es nicht darum, spontan die richtige Entscheidung zu treffen. Das ist vielmehr ein Prozess, bei dem viele Aspekte eine Rolle spielen. Er beginnt bei dir selbst, bei deinen Interessen, Fähigkeiten und Wünschen, führt über konkrete Berufsprofile und Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt hin zu den unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen.

Sieben Stationen

Damit du die wichtigen Fragen im Auge behältst, begleitet dich der abi>> Berufswahlfahrplan in seinen sieben Stationen mit Tipps und Hilfestellungen bis zu deiner Entscheidung für einen Berufsweg.

Ein lächelnde junge Frau mit einem Ordner in der Hand.  

Foto: konzeptquartier

Er zeigt dir außerdem, wo du mit deinen Fragen in das abi-Portal einsteigen kannst. Denn über die verschiedenen Stationen wirst du Schritt für Schritt in das umfangreiche Informationsangebot des Portals eingeführt. Dort findest du viel Wissenswertes über Studium, Ausbildung, Arbeitsmarkt und Berufsleben sowie zum Thema Bewerbung oder den Möglichkeiten, die Zeit zwischen Schule und Beruf sinnvoll zu nutzen.

Der abi>> Berufswahlfahrplan kann dich bei deiner Entscheidung natürlich nur unterstützen. Er kann dir Mittel und Wege zum Ziel aufzeigen. Die Entscheidung für deinen persönlichen Ausbildungs- und Berufsweg triffst du allein. Aber keine Angst: Heute legen sich nur die wenigsten Menschen ihr Leben lang auf eine Tätigkeit fest. Eine berufliche Umorientierung kann (und muss zum Teil sogar) immer wieder stattfinden. Grund dafür ist die moderne Arbeitswelt, die von jedem die Flexibilität fordert, auf Veränderungen im Arbeitsleben zu reagieren.

 

Die Stationen des Berufswahlfahrplans

1. Selbsterkundung
Was mag ich? Was kann ich? Und wo will ich hin?
So kannst du deine Stärken und Interessen am besten erkennen.

2. Vorstellungen von Berufen
Überprüfe, ob du dir ein zutreffendes Bild von deinen favorisierten
Berufen gemacht hast.

3. Recherchieren & Informieren
Hier stellen wir dir die wichtigsten Informationsquellen bei der Studien- und Berufswahl vor.

4. Studium oder Berufsausbildung?
Hier kannst du dich über die Unterschiede zwischen Studium und Berufsausbildung informieren.

5. Arbeitsmarktchancen & -prognosen
Wie du die Arbeitsmarktlage für bestimmte Berufe einschätzen kannst,
verraten wir dir an dieser Station.

6. Alternativen
Wenn der Traumberuf unerreichbar ist, gibt es vielleicht Alternativen,
an die du gar nicht gedacht hast.

7. Aller Anfang ist schwer
Wenn du auf deinem Weg in den Beruf auf Hürden stößt,
geht es manchmal auch außen herum.

 

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1. Station: Selbsterkundung

Was kann ich eigentlich am besten?

Wer weiß, was er gerne macht, dem fällt die Studien- und Berufswahl wahrscheinlich leichter. Denn bei der Suche nach dem geeigneten Studium oder der passenden Ausbildung kommt es vor allem darauf an, die eigenen Fähigkeiten und Interessen richtig einschätzen zu können.

Die folgenden sechs Punkte geben dir Tipps, wie du mehr über dich erfahren und ein Selbstkonzept, also eine genaue Vorstellung von deinen Stärken und Zielen, entwickeln kannst.

1) Lieblingsfächer in der Schule

Überlege dir, welche Schulfächer dir Freude oder vielleicht auch Schwierigkeiten bereiten. Die Schulfachsuche bei abi>> kann dir dabei helfen, Studiengänge, Ausbildungen und Berufe zu finden, die inhaltlich mit bestimmten Schulfächern verknüpft sind.

2) Hobbys und Freizeitaktivitäten

Auch aus deinen Hobbys kannst du Rückschlüsse auf für dich interessante Berufsfelder ziehen. Wenn du gerne Sport machst, musizierst oder zeichnest, wenn du gerne liest, schreibst oder intensiv mit dem Computer arbeitest, dann kannst du aufgrund dieser Interessen bestimmte Arbeitsfelder oder Ausbildungswege ins Auge fassen.

3) Gespräche mit Eltern und Freunden

Wertvoll bei der beruflichen Orientierung sind Gespräche mit Freunden, Eltern, Bekannten oder Lehrern. Du bekommst so eine Einschätzung von außen zu deinen Stärken und Schwächen. Aus den Erfahrungsberichten anderer kannst du außerdem erkennen, ob dich der Beruf interessiert, den sie ausüben.

4) Erfahrungen aus Jobs und Praktika

Sehr hilfreich bei der Studien- und Berufswahl ist es, sich praktisch auszuprobieren. Vom Schülerbetriebspraktikum über „Schnuppertage" in Unternehmen bis hin zu freiwilligen Praktika oder Ferienjobs reicht das Spektrum der Möglichkeiten, mit dem du Berufe ausprobieren kannst.

5) Beratung der Agentur für Arbeit

Die Berufsberaterinnen und Berufsberater aus dem Team akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit können dir am besten deine offenen Fragen rund um Beruf und Zugangswege beantworten und dir wertvolle Tipps geben - und das sogar ohne Kosten. Kontaktdaten findest du unter http://www.arbeitsagentur.de/ > Partner vor Ort.

6) Selbsterkundungs- und Eignungstests

Es gibt verschiedene Tests, mit denen du deine Interessen überprüfen kannst. Die meisten davon werden im Internet angeboten. Einige Tests dauern nur ein paar Minuten, für andere musst du mehr Zeit einplanen und zum Teil auch bezahlen. Kostenfreie Tests bietet zum Beispiel die Berufsberatung in den Agenturen für Arbeit an. Generell können solche Tests durchaus hilfreich bei der Entscheidung sein.

 

Dein abi>> Portal

In den Rubriken Studium, Ausbildung und Beruf & Karriere findest du Infos über Studiengänge, Ausbildungswege und Berufe im Bereich deiner Interessen. Die Schulfachsuche erreichst du über die rechte Spalte, „Erweiterte Suche". Und was andere in der Phase der "Orientierungslosigkeit" machen, siehst du im abi>> Film "Ich hab' auch keine Ahnung".

 

Studienfeldbezogene Beratungstests

Wenn du dich für ein Studium der Ingenieurwissenschaften, Rechtswissenschaften, Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik/ Mathematik oder Sprachwissenschaften interessierst, kannst du deine Eignung dafür mit einem Studienfeldbezogenen Beratungstest überprüfen. Diesen kostenlosen zwei- bis dreistündigen Test samt Auswertung kannst du beim Psychologischen Dienst in den Agenturen für Arbeit machen.

 

abi>> Infomappen Studienberufe

abi>> Infomappen Studienberufe

Einige der  abi>> Infomappen Studienberufe

Foto: Willmy CC

Die Mappen unterstützen bei der Studien- und Berufswahl und liefern die nötigen Informationen, welche beruflichen Möglichkeiten in einem Berufsfeld nach einem Studium bestehen. Hunderte von Reportagen über Berufe und Studiengänge, aufgelockert durch zahlreiche Infokästen, Grafiken und Experteninterviews, bieten eine wertvolle Orientierungshilfe.

Die aus 27 Mappen bestehende Medienreihe „abi>> Infomappen Studienberufe“ steht als Präsenzmedium in den Berufsinformations-zentren (BiZ) der örtlichen Agentur für Arbeit.

Den Online-Katalog zur Auswahl interessanter Mappen gibt es unter: http://www.abi.biz-medien.de

 
2. Station: Vorstellungen von Berufen

Wissen, was Sache ist

Was macht eigentlich ein Polizist, eine Wirtschaftsingenieurin oder ein Redakteur? Wie der Alltag in deinem Traumberuf aussieht, solltest du schon vor der Entscheidung wissen.

Das Leben der Tatort-Kommissare ist spannend: eine halsbrecherische Verfolgungsjagd auf der Autobahn, dann die Gangster überwältigen und nach getaner Arbeit ein kühles Bier in der Stammkneipe. Polizeimeisterin Kathrin Schnell kennt die Wirklichkeit: „Wilde Verfolgungsjagden und explodierende Autos haben mit meinem Job nichts zu tun." Ihr Alltag: Gurt- und Alkoholkontrollen bei Autofahrern, Verkehrsunfälle aufnehmen sowie die Anzeigen der Bürger entgegennehmen und bearbeiten.

Was für die Darstellung des Polizeialltags im Fernsehen gilt, kann man auch auf andere Berufe übertragen: Es ist oft nicht so, wie es scheint. Deshalb ist es bei der Berufswahl wichtig, sich von realistischen Berufsvorstellungen leiten zu lassen. Diese bieten zum Beispiel die abi>> Berufsreportagen, aber auch die abi>> Infomappen Studienberufe, die im Berufsinformationszentrum (BiZ) deiner örtlichen Agentur für Arbeit stehen. Hier findest du Reportagen zu Studienberufen, sortiert nach Berufsfeldern, außerdem Infos über die beruflichen Möglichkeiten. Vertiefte Informationen zu einzelnen Berufen bietet dir BERUFENET.

Verdienst und Prestige

Fast die Hälfte aller Studierenden (47 Prozent) glaubt, dass die Chance auf ein hohes Einkommen mit einem Studium höher ist. Zu diesem Ergebnis kommt die AG Hochschulforschung der Universität Konstanz im zehnten Studierendensurvey an Universitäten und Fachhochschulen (1983 bis 2007). Ein Studium alleine ist aber noch keine Garantie für einen hohen Verdienst. Das Studienfach, die persönliche Eignung und Führungsqualitäten spielen dabei ebenfalls eine Rolle.

Eine junge Frau und ein junger Mann lehnen an einer Backsteinwand und überlegen.  

Foto: konzeptquartier

Die Studie kann mit einem weiteren interessanten Ergebnis aufwarten: Fast ein Drittel der Befragten denkt, dass ein Studium sehr nützlich ist, um eine hohe soziale Position zu erreichen. Das Prestige von Berufen ist also für viele Studierende von Bedeutung, doch welche Berufe haben davon am meisten? Häufig wird der Arzt als Beruf mit dem höchsten Ansehen genannt, gefolgt von Pfarrern und Geistlichen, Hochschulprofessoren und Grundschullehrern (Allensbacher Berufsprestige-Skala 2008). Ob du das genauso siehst und welche Bedeutung berufliches Ansehen für dich hat, liegt selbstverständlich in deinem Ermessen.

Vorbilder und eigene Erfahrung

Entscheidet man sich nicht oft für das, was man bereits kennt? Nicht verwunderlich also, dass viele Gymnasiasten Lehrer werden wollen - ein Beruf, über den sie viel zu wissen glauben. Großen Einfluss auf die Wahl des künftigen Berufs üben auch Eltern, Verwandte und Freunde aus, etwa wenn die Tochter Jura studieren will, um die Rechtsanwaltskanzlei des Vaters zu übernehmen.

Auch wenn du dich von der Begeisterung anderer anstecken lässt, solltest du immer darauf achten, dass der Beruf wirklich zu dir selbst passt. Geh ungenauen Vorstellungen von Berufen durch gezieltes Nachfragen auf den Grund. Weitere Tipps: Besuche deine Eltern oder Bekannte an ihrem Arbeitsplatz oder sammle Praxiserfahrungen im gewünschten Beruf etwa bei einem Ferienjob.

 

Vorstellungen von Berufen

Fernsehserien und Spielfilme ...
... bieten keine Berufsberatung, denn meist wird nie das ganze Spektrum eines Berufs gezeigt, sondern nur ein attraktiver Ausschnitt.
Gehaltsvorstellungen ...
... sind oft nicht frei von Vorurteilen. Wenn der Verdienst für dich wichtig ist, solltest du dich nach den Durchschnittsgehältern erkundigen und nicht dem Hörensagen glauben.
Gespräche ...
... mit Leuten, die bereits im Beruf stehen sind wichtig, aber vergiss nicht, dass jeder Erfahrungsbericht subjektiv ist.

Meinst du, du hast die richtige Vorstellung von bestimmten Berufen? Das kannst du mit unserem Berufsvorstellungen-Check überprüfen!

 

 
3. Station: Recherchieren & Informieren

Alle Quellen nutzen

Das Sammeln von Infos über mögliche Berufe und die Zugangswege ist unverzichtbar — und zwar egal, ob du noch unschlüssig bist oder bereits weißt, was du machen möchtest. Oft wird man dadurch erst auf interessante Arbeitsfelder aufmerksam.

Die einfachste Möglichkeit, sich zu informieren, bietet natürlich das Internet. Du solltest aber unterscheiden zwischen werblichen Angeboten und unabhängigen, fundierten Quellen.

Die Medien der Bundesagentur für Arbeit, unter anderem das abi-Portal, BERUFENET und KURSNET, sind eine gute Anlaufstelle, denn denn hier kannst du sicher sein, dass du seriöse Informationen und kompetente Beratung bekommst. Bei abi>> findest du alle relevanten Infos zur Studien- und Berufswahl, über Ausbildungs-, Berufs- und Studienprofile, Arbeitsmarkt und Berufsleben.

Ein junger Mann und eine junge Frau sitzen am Laptop und informieren sich über ihre Möglichkeiten.  

Foto: konzeptquartier

Im BERUFENET kannst du dich über die Tätigkeiten in verschiedenen Berufen (akademische und Ausbildungsberufe) informieren, im KURSNET über Aus- und Weiterbildungs-möglichkeiten.

Im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz gibt es Informationen über Studiengänge, unter anderem auch eine Suchmaschine. Ähnliches bietet die Website Studien- & Berufswahl. Grundsätzliche Infos rund um Studium und die Rahmenbedingungen hält das Netzwerk „Wege ins Studium" parat.

Das BIZ und deine Agentur für Arbeit

Gedruckte Infoblätter und Broschüren zu Berufswahlthemen und Berufen bekommst du im Berufsinformationszentrum (BIZ) deiner Agentur für Arbeit. Im BiZ gibt es außerdem die abi>> Infomappen Studienberufe. Diese liefern Informationen aus erster Hand. Junge Berufstätige geben ihre Erfahrungen weiter und berichten über ihre Tätigkeiten und Anforderungen.

Für Beratung im persönlichen Gespräch sind die Beraterinnen und Berater für akademische Berufe die richtige Anlaufstelle. Dort bekommst du Antworten auf alle Fragen zur Studien- und Berufswahl, und das sogar kostenfrei. Wo dein nächstes BIZ ist und wie du die Berufsberatung kontaktieren kannst, siehst du unter http://www.arbeitsagentur.de > Partner vor Ort.

Tipps für Studieninteressierte

Hast du einen Studiengang in die engere Wahl gezogen, können dir die Hochschulen die Inhalte und Anforderungen am besten erläutern. Du wirst entweder auf den Hochschul-Webseiten fündig oder erhältst Unterstützung von der Studienberatung. Die allgemeine Studienberatung berät in Sachen Studienmöglichkeiten, -vorbereitung und -verlauf. Die Fachstudienberatung ist am jeweiligen Institut angesiedelt und informiert informiert über die konkreten fachlichen Inhalte des Studiengangs.

Einen ersten Schritt in die Hochschule kannst du bei einem Hochschulinformationstag machen. An einem solchen Tag der offenen Tür kann man ungezwungen die Örtlichkeiten und Studienfächer unter die Lupe nehmen. Sehr gut kannst du den Hochschulalltag auch bei einem Schnupperstudium kennen lernen, das in der Regel einige Tage dauert und Einblick in Studiengänge einzelner Fachgebiete gewährt.

Tipps für Ausbildungsinteressierte

Denkanstöße bei der Wahl des passenden Ausbildungsberufs bekommst du im Gespräch mit anderen Auszubildenden oder Berufstätigen sowie in berufswahlbezogenen Foren im Internet.

Daneben informieren auch viele größere Firmen auf ihren Homepages über Ausbildungsplätze und konkrete Ausbildungsinhalte. Natürlich kann man sich bei den Unternehmen auch telefonisch erkundigen und anfragen, ob man ein Praktikum absolvieren oder einfach mal vorbeischauen kann, um sich die Firma anzuschauen. Viele Unternehmen bieten außerdem zwei- bis dreiwöchige sogenannte „Schnupperpraktika" für Ausbildungsinteressierte an. Infos darüber bekommt man zum Teil auch von den Industrie- und Handelskammern (IHK) oder Handwerkskammern (HWK).

 
4. Station: Studium oder Ausbildung?

Wo liegt dein Königsweg?

Mit dem Abitur stehen dir alle Wege offen, ob Hochschulstudium oder Ausbildung. Mit den dualen Studiengängen bieten sich darüber hinaus auch kombinierte Formen an. Die folgenden Aspekte sollen dir helfen, zu prüfen, welcher Weg der beste für dich ist.

Die Hochschul-Informations-GmbH untersucht in regelmäßigen Abständen die Studierneigung von Abiturientinnen und Abiturienten. Dabei stellt sich heraus, dass jedes Jahr etwa 70 Prozent ein Studium anstreben (2008: 72 Prozent). Das heißt aber auch, dass sich ein Teil der Abiturienten für eine Ausbildung entscheidet. Ob du mit einem Studium den für dich besten Weg wählst oder mit einer Berufsausbildung, liegt natürlich ganz bei dir.

Karrierestart mit Berufsausbildung?

Wer großes Interesse an praktischen Tätigkeiten hat und sofort ins Berufsleben einsteigen möchte, für den kann eine Ausbildung ein attraktiver Start sein. In den Betrieben werden die Azubis in konkrete Unternehmensabläufe eingearbeitet und haben dadurch eine gute Chance, nach dem Abschluss übernommen zu werden. Außerdem bekommst du, zumindest bei einer betrieblichen Ausbildung, Geld für deine Arbeit: Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) betrug 2008 die durchschnittliche Ausbildungsvergütung pro Monat im Westen Deutschlands 657 Euro und im Osten 567 Euro.

Dank vieler Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung kannst du auch ohne Studium schrittweise die Karriereleiter hochklettern. Und selbstverständlich kannst du auch nach der Ausbildung noch ein Studium aufsatteln. Wer Ausbildung und Studium kombinieren möchte, der sollte sich einmal duale Studiengänge oder Sonderausbildungen für Abiturienten genauer ansehen.

Lieber eine akademische Ausbildung?

Einige Berufe erfordern ein Studium, etwa wenn man Arzt, Lehrer oder Anwalt werden möchte. Es gibt aber auch junge Menschen, die einfach aus Interesse vertieft in ein bestimmtes Thema einsteigen wollen, sei es Neurologie, Kernphysik oder Islamwissenschaften.

Ein junger Mann und eine junge Frau denken über ihre Möglichkeiten nach.  

Foto: konzeptquartier

Ein großer Vorteil des Studiums sind die vermittelten theoretischen Grundlagen: Vor allem die Fähigkeit, sich Wissen selbstständig zu erschließen und zu interpretieren, macht Hochschulabsolventen zu begehrten Arbeitskräften, natürlich in Abhängigkeit vom jeweiligen Studienfach. Doch generell sind Akademiker nach wie vor die Gruppe mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Dazu Wolfgang Biersack vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): „Mittelfristig deutet sich nach unseren Erkenntnissen sogar ein Akademikermangel an. Ein Studium lohnt sich also, in Zukunft noch mehr als bisher - Interesse und Begabung für das jeweilige Fach natürlich vorausgesetzt."

Gute Einstellungschancen gibt es aber grundsätzlich nur in Verbindung mit Verankerung in der Praxis. Aus diesem Grund solltest du darauf achten, dass du durch Praktika, Werkstudententätigkeiten oder anderes Engagement das theoretische Wissen praxisbezogen trainierst.

 

Wie hängen Studium und Beruf zusammen?

Während Ausbildungen in der Regel direkt auf eine bestimmte Berufstätigkeit vorbereiten, gibt es zwischen Studium und Berufsziel drei Beziehungstypen.
Manche Studiengänge qualifizieren direkt für einen Beruf (zum Beispiel Architektur, Medizin, Jura), andere führen zu einem breiteren Berufsfeld (zum Beispiel im Bereich Chemie oder Physik).
Die dritte Art bereitet nicht auf einen festgelegten Beruf vor (etwa geisteswissenschaftliche Studiengänge wie Germanistik, Soziologie oder Philosophie). Gerade hier ist es wichtig, durch eigenes Engagement während des Studiums den Berufseinstieg vorzubereiten.

 

Dein abi>> Portal

Orientieren & Entscheiden > Hochschule
Orientieren & Entscheiden > Berufsausbildung
Hier bekommst du grundlegende Infos zum Studium und den verschiedenen Hochschularten sowie über die verschiedenen Arten der Berufsausbildung: betriebliche, schulische sowie Sonderausbildungen für Abiturienten.
Studium
Umfassende Infos und Praxisbeispiele rund ums Studium
Ausbildung
Umfassende Infos und Praxisbeispiele rund um die Ausbildung

Arbeitsmarkt

Einschätzung der Trends und Entwicklungen in verschiedenen Arbeitsmärkten und Branchen

 
5. Station: Arbeitsmarktchancen & -prognosen

Sonnige Aussichten?

Bei der Studien- und Berufswahl stehen Entscheidungen an, die das ganze Leben beeinflussen. Wie hilfreich sind dabei Prognosen über den Arbeitsmarkt? Und wie sinnvoll ist es, trotz einer schlechten Prognose auf die eigenen Stärken zu vertrauen?

Prognosen - also Schätzungen zur möglichen Fortsetzung von gegenwärtigen Trends in der Zukunft - begegnet man überall im täglichen Leben. Es gibt Untersuchungen zum Konsumverhalten, Wahlergebnisse werden vorhergesagt und natürlich werden Aussagen über die Chancen bestimmter Berufe auf dem Arbeitsmarkt getroffen. Junge Menschen hoffen, anhand von Prognosen abschätzen zu können, wie gut die Beschäftigungssituation nach Abschluss ihres Studiums oder ihrer Ausbildung sein wird. „Bestimmte Strukturdaten können hier eine erste wichtige Orientierung geben, nämlich ob es heller oder eher dunkler in einem Bereich werden wird", weiß Dr. Michael Weegen vom Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt (ISA) an der Universität Duisburg-Essen.

Seriöse Aussagen über die Zukunft?

Aber wie aussagekräftig sind Arbeitsmarkt-Prognosen? Seriöse Aussagen entstehen im Rahmen großer Studien von wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituten. Zum Lehrerarbeitsmarkt etwa veröffentlichen die Kultusministerien regelmäßig Zahlen. Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) führt seit Jahrzehnten Projektionen durch. In der Rückschau erwiesen sich diese Prognosen als weitgehend zuverlässig.

Eine junge Frau steht vor einer Wand mit Ordnern und einem Schreibtisch mit Computer darauf.  

Foto: konzeptquartier

Die Erfahrung lehrt allerdings: Je konkreter Prognosen auf ein bestimmtes Berufsfeld zugeschnitten werden, desto unsicherer sind sie. Das bedeutet: Eine Prognose über die Berufsaussichten von Betriebswirtschaftlern (das ist ein kompletter Teilarbeitsmarkt) liefert wahrscheinlich zuverlässigere Ergebnisse als eine zu den Aussichten von Gymnasiallehrern für Biologie und Chemie (das ist eine Berufsgruppe).

Und noch ein weiterer Aspekt ist zu beachten: Prognosen können sich selbst erfüllen oder zerstören. Überzogene Reaktionen auf eine Prognose können nämlich zur Folge haben, dass sich das Vorhergesagte in das Gegenteil umkehrt. Herauskommen kann dabei der berüchtigte Schweinezyklus: Statt eines vorausgesagten Mangels ist der Markt nach einigen Jahren überfüllt!

Eigene Interessen und Fähigkeiten

Welchen Stellenwert sollten Prognosen nun bei der Studien- und Berufswahl einnehmen? Dazu Beate Ebbinghaus, Beraterin bei der Agentur für Arbeit Hamburg: „Natürlich sollte man auch die Arbeitsmarktaussichten bei seinen Zukunftsplänen miteinbeziehen. Doch viel wichtiger als Prognosen sind persönliche Eignung und Interesse für ein bestimmtes Fachgebiet. Studium und Beruf müssen vor allem Spaß machen, denn nur dann kann man wirklich gut sein."

Es macht also wenig Sinn, gegen die eigene Neigung einen Beruf anzustreben, nur weil dieser eine gute Arbeitsmarktperspektive zu bieten scheint. „Denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, wie die Arbeitsmarktlage in fünf Jahren aussieht, wenn es nach dem Studium konkret an die Jobsuche geht?", fragt Beate Ebbinghaus.

 

Links zu Arbeitsmarktchancen & -prognosen

Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB)

Auf der Informationsplattform des IAB gibt es Prognosen zu verschiedenen Teilarbeitsmärkten.
http://infosys.iab.de/infoplattform

Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt (ISA)

Auf dieser Seite der Universität Duisburg-Essen findest du weitere Informationen zu Arbeitsmarktprognosen, bezogen auf bestimmte Studienrichtungen.
http://www.isa-info.de

abi>> Film "Wohin geht der Trend?"

Film ansehen

abi>> Rubrik "Arbeitsmarkt"

Hier findest du Einschätzung zu Trends und Entwicklungen in verschiedenen Arbeitsmärkten und Branchen.

zur Rubrik Arbeitsmarkt

 
6. Station: Alternativen

Ein Netz der Möglichkeiten

Auch wenn du dich bereits für eine bestimmte Ausbildung oder ein bestimmtes Studium entschieden hast, kann es sein, dass es Berufswege gibt, die noch besser zu dir passen.

Damit du nicht erst nach Studien- oder Ausbildungsbeginn erkennst, ob der gewählte Weg zu dir passt, solltest du dir vorher genau überlegen, welche Themen, Arbeitsumgebungen, Branchen, Tätigkeiten oder Aufgaben dich bei dem ausgesuchten Beruf besonders interessieren. Unter Umständen findest du heraus, dass dich gar nicht der Beruf selbst, sondern eine bestimmte Tätigkeit, zum Beispiel das Organisieren, besonders anspricht. Vielleicht gibt es nun einen Beruf, in dem das Organisieren ebenfalls eine Rolle spielt und der sogar noch besser zu dir passt.

Viele Wege in die Medizin

Ein Beispiel: Du möchtest Ärztin oder Arzt werden, doch deine Note genügt leider nicht für ein Medizinstudium. Überlege dir Alternativen nach folgendem Vorgehen: Wenn dich die Arbeit am Patienten reizt, läge zum Beispiel eine Ausbildung als Physio- oder Ergotherapeut/in nahe. Interessiert dich Medizin eher in (labor-)technischer Hinsicht, könntest du als Medizinisch-technische/r Assistent/in einsteigen oder dich für den Studiengang Medizintechnik bewerben. Und wenn du ohnehin Zweifel hast, ob die Arbeit in einer Klinik für dich das Richtige ist, käme auch der Beruf des Referenten für dich in Betracht, beispielsweise bei einem medizinischen Fachverband. Du siehst, dass sich das Spektrum der möglichen Ausbildungswege durch gezieltes Informieren und Vergleichen schnell ausweiten lässt.

Überblick über Berufsfelder

Ein junger Mann und eine Frau überlegen sich, welche beruflichen Alternativen es zu ihren Traumberufen geben könnte.  

Foto: konzeptquartier

Einen ersten Überblick über Berufsfelder bieten die abi>> Infomappen Studienberufe, die im Berufsinformationszentrum (BiZ) deiner örtlichen Agentur für Arbeit stehen. Hier findest du Studienberufe, sortiert nach Berufsfeldern, außerdem Infos über die beruflichen Möglichkeiten und Arbeitsmarktaussichten. Reportagen, Bilder aus der Berufswelt und Hintergrundberichte geben dir einen anschaulichen Eindruck über das jeweilige Berufsfeld. Zu jeder Mappe werden zudem mögliche alternative Berufsfelder vorgestellt.

Auch mit BERUFENET kannst du dich über Berufe in einem bestimmten Berufsfeld informieren. Über die dortige „Suche nach Berufsfeldern" kannst du dir berufliche Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen anzeigen lassen, etwa in den Berufsfeldern „Kunst, Kultur Gestaltung" oder „Metall, Maschinenbau". Das angezeigte Ergebnis kann anschließend nach den Kriterien „Ausbildungsberufe" oder „Studienberufe" gefiltert werden.
Hast du einen bestimmten Beruf gefunden, der dich interessiert, liefert dir das BERUFENET dazu ausführliche Beschreibung zu Tätigkeiten und Zugangswegen, sondern auch einen eigenen Navigationspunkt zu „Alternativen". Hier werden dir für jeden Beruf alternative Ausbildungs-, Studienmöglichkeiten (unter „Ausbildungsalternativen") oder ähnliche Berufe (unter „Beschäftigungs-/Besetzungsalternativen") genannt.

Alternative Ausbildungsstellen kannst du natürlich auch auf der Job- beziehungsweise Ausbildungsbörse der Bundesagentur für Arbeit suchen. 

Alternativen finden mit dem abi-Portal

Auch das abi-Portal hilft dir beim Aufspüren von Alternativen: Insbesondere der Navigationspunkt Berufs-/Arbeitsfelder in der Rubrik „Orientieren & Entscheiden" gibt dir einen Überblick, welche beruflichen Möglichkeiten es gibt, wenn du ein bestimmtes Schulfach (zum Beispiel Deutsch), eine bestimmte Berufsgruppe (zum Beispiel Ingenieure), eine bestimmte Branche (zum Beispiel regenerative Energien) oder bestimmte Qualifikationen und Tätigkeiten (zum Beispiel den Umgang mit Kunden im Marketing) favorisierst.

Mit der Schulfachsuche kannst du gezielt nach Studiengängen, Berufsausbildungen und Berufen suchen, die mit deinem Lieblingsfach zu tun haben. Unter Beruf & Karriere > Berufsreportagen findest du Reportagen über die verschiedensten Berufe, geordnet nach Fachgebieten, sodass du erkennen kannst, welche Möglichkeiten es beispielsweise im Bereich „Medien, PR, Gestaltung, Sprache, Kultur" gibt. Die Querverweise am Ende jedes Beitrags machen dich zusätzlich auf alternative Möglichkeiten aufmerksam.

 
7. Station: Aller Anfang ist schwer

Hürdenlauf oder Neustart?

Die Entscheidung für ein Studium oder eine Ausbildung ist gefallen, doch was, wenn man auf Hürden stößt, die den Plänen im Weg stehen? Dann solltest du nicht verzweifeln, sondern dich mit den Problemen auseinandersetzen und prüfen, welche Lösung in Betracht kommt.

Es gibt mehrere Gründe, die gleich zu Beginn den Spaß am gewählten Berufsweg verderben können. Doch keine Sorge: Erstens kann jeder einmal auf ein falsches Pferd setzen und zweitens gibt es immer ein Lösung!

Hürde 1: Kein Ausbildungs- oder Studienplatz

Du hast den gewünschten Ausbildungsplatz nicht bekommen? Gründe dafür können zu viele Mitbewerber sein oder auch wenig überzeugende Bewerbungsunterlagen. Dagegen kannst du dich absichern: Lies unsere Tipps in der Rubrik Bewerbung. Auch Bewerbungs-Ratgeber oder Bewerbungsunterlagen-Checks bei den Agenturen für Arbeit oder auf Messen bringen dich weiter.

Beim Studium besteht eine mögliche Hürde bei den Zulassungsverfahren, insbesondere, wenn die Anzahl der Bewerber für einen bestimmten Studiengang sehr hoch ist und nach der Abitur-Durchschnittsnote ausgewählt wird. Dann solltest du dich erkundigen, wie du deine Chancen auf einen Studienplatz erhöhen kannst (zum Beispiel über Wartesemester oder andere hochschulinterne Auswahlverfahren). Oder du machst dich auf die Suche nach Alternativen, wie bei Station 6 beschrieben.

Hürde 2: Soziale Probleme während der Ausbildung oder im Studium

Stößt du bei deinem Ausbildungsleiter oder Dozenten auf Ablehnung, dann ist es meist am besten, du sprichst das Problem direkt an. Viele Missverständnisse lassen sich so aus der Welt schaffen. Davor solltest du allerdings bei Kommilitonen oder anderen Azubis erfragen, ob sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Kannst du Verstimmungen nicht ausräumen, besteht an der Hochschule die Möglichkeit, sich an die Fachschaften beziehungsweise in besonders schlimmen Fällen auch an den Dekan der Fakultät zu wenden. Wenn das keine Besserung bringt, bleibt der Wechsel des Lehrstuhls oder sogar der Hochschule.

Bei Problemen in der Ausbildung kannst du vielleicht in eine andere Abteilung wechseln. Die Ausbildung abzubrechen, sollte nur der letzte Schritt sein. Zum Thema Ausbildungsabbruch bieten sowohl die Agenturen für Arbeit als auch die Kammern (zum Beispiel Industrie- und Handelskammern) Beratung an.

Hürde 3: Zweifel an eigenen Fähigkeiten oder Berufsaussichten

Gerade zu Beginn fühlen sich viele Studierende von den fachlichen Anforderungen, dem hohem Lernpensum oder dem wissenschaftlichen Arbeiten überfordert. Auch die benötigte Selbstständigkeit muss oft erst noch erlernt werden. Andere Studierende verlieren im Laufe ihres Studiums angesichts schlechter Arbeitsmarktaussichten den Mut.

Ein junger Mann und eine junge Frau sitzen etwas betrübt auf der Treppe vor der Hochschule und überlegen, wie es weitergeht.  

Foto: konzeptquartier

Laut der Studienabbruchstudie 2008 der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) lag die Abbruchquote bezogen auf alle Absolventen des Jahres 2006 bei 21 Prozent. Wenn der Studienabbruch unausweichlich scheint, helfen die Agenturen für Arbeit oder auch die Studienberater der Hochschulen.

Bei Auszubildenden ist die Lage oft genau andersherum: Wer Zweifel an den Karrieremöglichkeiten nach der Ausbildung hat, sollte sich nach möglichen Weiterbildungen erkundigen. Und auch keine Angst davor haben, nach der Ausbildung noch ein Studium aufzusatteln, denn es ist meist ein Vorteil, mit einem Erfahrungsvorsprung vor den Kommilitonen ins Studium zu starten.

Hürde 4: Falscher Studien- oder Ausbildungsweg

Wenn du den Eindruck hast, dich für einen falschen Berufsweg entschieden zu haben und das nicht an den Ursachen liegt, wie bei Hürde 2 und 3 beschrieben, dann ist manchmal ein Studienabbruch oder Ausbildungsabbruch unvermeidbar.

Eine unpassende Studienwahl muss aber kein Grund sein, mit dem Studieren ganz aufzuhören. Ein Wechsel des Studienfachs kann genügen. Bei der Wahl des neuen Studiengangs stehst du wieder am Anfang des Berufswahlfahrplans und musst dich umfassend neu orientieren. Das ist aber natürlich auch eine Chance für dich, denn jetzt siehst du klarer, was du definitiv nicht willst und kannst dich daher wahrscheinlich leichter für einen neuen Weg entscheiden.

Mehr zu diesem Thema:

Bundesagentur für Arbeit - Stand 10.09.2010