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Bundeswettbewerb Informatik

Auf Bits und Bytes gepolt

2009 hatte es Johannes Bader bis in die zweite Vorrunde geschafft, 2010 belegte er als "Preisträger" einen "zweiten Platz" und 2011 will er zu den Bundessiegern gehören: Beim Bundeswettbewerb Informatik ist der 18-jährige Schüler aus Calw bei Stuttgart bereits ein alter Hase.

Auf dem Foto ist ein aufgeschlagenes Informatikbuch zu sehen. Eine Hand mit Stift fährt eine der Zeilen entlang.

Rund 1.000 junge Menschen haben an der ersten Wettbewerbsrunde des Bundeswettbewerbs Informatik 2010 teilgenommen.

Foto: Pieth

„Ein Brettspiel, zwei Spieler – welche Strategien führen jeden der Spieler unter verschiedenen Voraussetzungen zum Sieg?“, lautete eine der beiden Aufgaben, die Johannes Bader im Finale des 28. Bundeswettbewerbs Informatik zu lösen hatte. Gemeinsam mit 27 weiteren Teilnehmern war er Anfang Oktober 2010 für zwei Tage ans Institut für Informatik an der Uni Freiburg eingeladen worden, wo das Finale im vergangenen Jahr stattfand. Zwei Vorrunden hatte er da bereits hinter sich.

„Mit drei Mitstreitern habe ich die Aufgaben in Freiburg bearbeitet. Wichtig war, die Teilaufgaben untereinander aufzuteilen, denn wir hatten jeweils nur wenige Stunden dafür Zeit“, erinnert sich der 18-Jährige. „Bei der Aufgabe ‚Spiele und Gewinnstrategien’ habe ich zum Beispiel mit Hilfe von Algorithmusfunktionen berechnet, wie einer der Spieler mit möglichst wenigen Zügen gewinnen kann.“ Gerechnet wurde ausschließlich auf Papier. Dabei beobachtete die 16-köpfige Informatikerjury die Teilnehmer, ihre Vorgehensweise und Teamarbeit. „Die Ergebnisse beider Aufgaben haben wir der Jury vorgestellt. Das war gleich eine gute Vorbereitung für Präsentationen im späteren Berufsleben“, sagt Johannes Bader, der die 13. Klasse des Technischen Gymnasiums der Gewerblichen Schule in Calw besucht. „Außerdem musste jeder von uns auch Einzelgespräche mit Jurymitgliedern führen. Dabei ging es um persönliche Interessen und Hintergrundwissen aus der Informatik.“

Auf dem Foto ist Johannes Bader bei der Siegerehrung des Bundeswettbewerbs Informatik zu sehen. Er hat dunkelbraune, kurze Haare und trägt ein schwarzes Sakko über einem weißen T-Shirt.

Johannes Bader

Foto: Privat

Die harte Arbeit machte sich bezahlt: Am Ende schaffte es Johannes Bader gemeinsam mit fünf anderen in die zweithöchste Kategorie „Preisträger“ und gewann 500 Euro. Außerdem wurden fünf Bundessieger prämiert, für weitere Finalisten gab es Sonderpreise. „Die Endrunde war eine sehr große Herausforderung. Manche Teilaufgaben waren so schwer, dass es unmöglich war, eine umfassende Lösung zu finden.“ Heute weiß er, dass die Jury dies auch gar nicht erwartet – die Teilnehmer sollen sogar an ihre Grenzen stoßen. Vielmehr kommt es auf Teamwork an und darauf, die eigene Vorgehensweise souverän darlegen zu können.

„Die Auszeichnung macht sich auf jeden Fall gut im Lebenslauf“, sagt der 18-Jährige. „Überhaupt hat mich der Wettbewerb persönlich und fachlich enorm weitergebracht.“ Seine Leidenschaft für Informatik hat sich aus seiner Faszination für Technik entwickelt. „Ich wollte schon immer wissen, was hinter technischen Abläufen steckt. Informationstechnik und Physik sind in der Schule meine Lieblingsfächer.“ In seiner Freizeit besucht Johannes Bader Informatikveranstaltungen und -workshops an Hochschulen in ganz Deutschland: „Da kann man gut Kontakte knüpfen und lernt auch einiges.“

In drei Runden zum Preisträger

Mitmachen können beim Bundeswettbewerb Informatik Schüler, Auszubildende sowie Zivil- und Wehrdienstleistende bis 21 Jahre. Ausgerichtet wird der Wettbewerb von der Gesellschaft für Informatik, dem Fraunhofer-Verbund Informations- und Kommunikationstechnik und dem Max-Planck-Institut Informatik. Start ist jedes Jahr im September.

Im September 2009 war Johannes Bader einer von rund 1.000 jungen Menschen, die an der ersten Wettbewerbsrunde teilnahmen. „Da Informationstechnik mein Abiturfach ist, konnte ich die allerersten Aufgaben gut lösen. Das wurde in der zweiten Runde schon schwieriger.“ Während in der ersten Runde, die von September bis November dauerte, noch Gruppenarbeit erlaubt war, mussten die Teilnehmer nun alle Lösungen selbst erarbeiten. „Auch die Aufgabenstellung und Bewertung war dabei schon strenger“, sagt er. Von drei zugesendeten Aufgaben konnte er sich zwei aussuchen. Er entschied sich unter anderem dafür, die optimale Sitzplatzverteilung in einem Restaurant per Algorithmus zu ermitteln.

Um weiter zu kommen, musste Johannes Bader sich zusätzliche Kenntnisse aneignen. „Aber da man für die zweite Runde ungefähr fünf Monate Zeit hat, ist es trotzdem gut zu schaffen.“ Er las Fachbücher, tauschte sich mit Informatik-Freunden aus. „Anfangs habe ich circa einmal die Woche an den Aufgaben gearbeitet – immer, wenn mir etwas eingefallen ist. An den Endergebnissen habe ich dann eine Woche intensiv gesessen.“

Als der 18-Jährige im Juni 2010 die Einladung zur Endrunde im Briefkasten vorfand, war seine Freude riesengroß. „Ich hatte es schon im Vorjahr bis in die zweite Runde geschafft und das Finale nur knapp verfehlt. Der Einsatz hat sich gelohnt.“ Inzwischen nimmt Johannes Bader zum dritten Mal teil – und strebt die höchste Preiskategorie an: den Bundessieg. „Bundessieger erhalten ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes,“ weiß er. Das wäre für den Gymnasiasten perfekt, denn für ihn steht fest: „Nach dem Abitur möchte ich Informatik in Karlsruhe studieren.“

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