Nicht nur Abitur
Viele Abiturienten haben momentan sicher nur die Abi-Prüfungen im Kopf. Aber es ist sinnvoll, sich schon jetzt um die Zeit "danach" zu kümmern und einige vorbereitende Schritte für das anstehende Studium zu machen.
Auch während des Abi-Stresses kann und sollte man sich über die Wunschhochschule oder das Wunschstudienfach informieren.
Foto: Bund
Kristina:
In ein paar Monaten mache ich Abitur, im Herbst möchte ich anfangen zu studieren. Muss ich mich jetzt schon auf das Studium vorbereiten oder hat das Zeit bis nach dem Abi-Stress?
Yvonne Hollmann, Agentur für Arbeit Stendal
Liebe Kristina,
natürlich ist es wichtig, dass Sie sich jetzt vorrangig auf Ihre Abiturprüfungen konzentrieren, aber trotzdem gibt es einige Aspekte im Bezug auf Ihr Studium, die sie schon jetzt klären sollten: Jetzt ist beispielsweise ein guter Zeitpunkt, um die Wahl des Studienfachs zu konkretisieren. Welche Fächer kommen in die engere Wahl, welche scheiden definitiv aus? Für manche Studiengänge, wie beispielsweise Sport, Kunst oder auch Fremdsprachen, muss man an den Hochschulen häufig eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Momentan wissen Sie zwar Ihre Abi-Note noch nicht, aber trotzdem können Sie sich bereits für die Prüfungen bewerben. Diese finden manchmal bereits im April statt. Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig bei den Hochschulen, die in die engere Wahl kommen, nach den genauen Zugangsvoraussetzungen erkundigen, damit Sie keinesfalls einen Termin verpassen.
Ein Tipp: Um die „Trefferquote“ zu erhöhen, sollten Sie sich bei mehreren Hochschulen bewerben.
Wenn Sie sich für einen der bundesweit zugangsbeschränkten Studiengänge Pharmazie, Diplom-Psychologie, Human-, Zahn- oder Tiermedizin entscheiden, müssen Sie sich bis spätestens 15. Juli bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen bewerben.
Hochschule auswählen
Auch wenn Sie für Ihren Studiengang keine Aufnahmeprüfung absolvieren müssen, sollten Sie sich jetzt schon Gedanken darüber machen, wo Sie studieren wollen und sich über die Einschreibefristen an der Wunschhochschule informieren.
Bei der Wahl des passenden Hochschulorts hilft es, Hochschulrankings zu lesen und mit studierenden Bekannten zu reden. Wenn der Abi-Stress vorbei ist, sollten Sie auch mal in die in Frage kommenden Städte fahren, sich die Hochschule anschauen und überlegen, ob Sie sich vorstellen könnten, die nächsten drei bis fünf Jahre in dieser Stadt zu leben. Unterhalten Sie sich auch ruhig mal mit den Studierenden dort und fragen Sie nach den Studienbedingungen.
Wenn die Hochschule feststeht, können Sie vorab auch schon mal klären, ab wann das Studentenwerk Bewerbungen für einen Wohnheimsplatz entgegen nimmt.
Oft fragen mich Schüler auch, ob Sie bereits jetzt BAföG beantragen müssen. Das ist allerdings nicht sinnvoll, weil man für den BAföG-Antrag die Immatrikulationsbescheinigung der Hochschule braucht. Erst wenn Sie also „richtige“ Studentin sind, können Sie den Antrag auf Förderung beim BAföG-Amt einreichen.
Noch planlos?
Wenn Sie nicht gleich nach dem Abitur studieren sondern erst mal einige Zeit was völlig anderes machen wollen – beispielsweise als Au-pair ins Ausland gehen oder ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren – dann sollten Sie die Zeit jetzt ebenfalls nutzen, um Infos zu sammeln und sich dann im April/Mai zu bewerben. Eine solche Überbrückungsmöglichkeit bietet sich auch dann an, wenn Sie noch keine Idee haben, für welchen Studiengang Sie sich entscheiden sollen.
Bei der Entscheidung für einen Studiengang helfen aber auch die Berater für akademische Berufe in den Agenturen für Arbeit. Machen Sie vor dem Abiturprüfungsstress doch einfach mal einen Termin für ein kostenloses Beratungsgespräch aus. Die Berater können Ihnen hilfreiche Tipps geben und gemeinsam mit Ihnen nach einem passenden Studiengang suchen. Und wenn Sie bereits wissen, wie es nach dem Abi weitergeht, lässt sich der Abiturstress auf jeden Fall leichter ertragen. Grundsätzlich gilt aber: das Lernen auf die Abiturprüfungen sollten Sie auf keinen Fall vernachlässigen.





