Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Und was studierst du?

Zwei Studenten lernen auf einem Stein
Schnupperstudium, Summer School oder Erfahrungen aus dem Sportverein: Wenn es um die Studienwahl geht, hilft der Blick auf eigene Stärken und Interessen, aber auch der Praxistest.
Foto: Martin Rehm

Umfrage

Und was studierst du?

Wer bei der Berufs- und Studienwahl einfach auf die eigenen Interessen achtet, kann auch als Frau ein Maschinenbau-Studium absolvieren, oder als Mann Soziale Arbeit studieren. abi» hat bei Studierenden nachgefragt, wie sie ihr Studienfach jenseits aller Klischees gefunden haben.

Lina Mädler (19), studiert im ersten Semester Elektrotechnik an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest.

Ein Porträt-Foto von Lina Mädler

Lina Mädler

Foto: privat

Als ich in der 9. Klasse war, habe ich an der MINT Summer School der Hochschule Hamm-Lippstadt teilgenommen. Für ein paar Tage konnte ich in verschiedene Studiengänge hineinschnuppern – von wirtschaftlichen bis hin zu technischen Fächern. Bei einer Exkursion haben wir die Technik in medizinischen Geräten wie einem MRT kennengelernt. Das hat mich sehr fasziniert. In der Oberstufe habe ich dann das Fach Technik als Leistungskurs gewählt und mich nach dem Abi für ein technisches Studienfach entschieden. Meine Cousine hat auch ein ingenieurwissenschaftliches Studium absolviert und mich in dieser Entscheidung sehr bestärkt. Dass ich unter meinen rund 70 Kommilitonen nur eine von vier Frauen bin, stört mich nicht. Aber natürlich wäre es schön, wenn sich in Zukunft noch mehr Mädchen für ein technisches Studium entscheiden würden.

Sebastian Höcker (26), studiert Soziale Arbeit an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm.

Ein Porträt-Foto von Sebastian Höcker

Sebastian Höcker

Foto: Jeremias König

Der Umgang mit Kindern und Jugendlichen hat mir immer großen Spaß gemacht. Als Schüler habe ich als Hockeytrainer Sieben- bis Zehnjährige trainiert. Nach meinem Schulabschluss habe ich dann eine Erzieherausbildung absolviert. Anschließend zog es mich für ein Psychologiestudium nach Berlin, um später Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut zu werden. Nach ein paar Semestern habe ich dann von Psychologie zum Studiengang Soziale Arbeit gewechselt, da mir die Studieninhalte mehr liegen und man damit ebenfalls Therapeut werden kann. Jetzt studiere ich im zweiten Semester in Nürnberg.

In unserem Studiengang sind vielleicht 15 Prozent der Studierenden Männer. Die meisten von uns sind Quereinsteiger und haben bereits eine Berufsausbildung absolviert oder Studienerfahrung. Schon in meiner Erzieherausbildung war ich einer von sehr wenigen Männern – mich stört das nicht.

Raphaela Pfund (21), studiert im dritten Semester Maschinenbau an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Ein Porträt-Foto von Raphaela Pfund

Raphaela Pfund

Foto: Jeremias König

Ich war in der 11. Klasse auf einem Info-Tag an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und habe dort Vorlesungen in ingenieurwissenschaftlichen Fächern besucht. Davon war ich so begeistert, dass ich ein paar Monate später eine viertägige Schnupper-Uni mit dem Schwerpunkt Maschinenbau absolvierte. Danach war für mich klar: Ich will Maschinenbau studieren! Meine Eltern waren etwas überrascht, auch weil ich auf einem musischen Gymnasium war. Sie haben mich in meiner Entscheidung aber bestärkt.

Wir sind zwar nur etwa 20 Prozent Frauen im Studium, aber ich fühle mich trotzdem sehr wohl. Bei meinem Vorpraktikum in einem Technologiekonzern waren wir sogar nur zwei Frauen in der gesamten Abteilung. Der Frauenanteil im Ingenieurbereich wird aber allmählich immer größer und dadurch wird auch das Bild der Ingenieurin immer präsenter.

abi>> 01.03.2018