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Intelligent verpackt

Verpackungsmitteltechniker überprüft Qualität der Verpackung
Verpackungen müssen das verpackte Gut schützen und vor Schaden und Verderb bewahren.
Foto: Anahi Weber

Ich will was machen mit Verpacken

Intelligent verpackt

Um die perfekte Verpackung zu designen, dabei die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und neue Verfahren oder Materialien zu entwickeln, sind jede Menge Fachkräfte mit entsprechendem Know-how gefragt. Abiturienten stehen eine Vielzahl an Wegen offen.

Einen dieser Wege hat Slawa Rieger eingeschlagen. Der 24-Jährige studiert Verpackungstechnik an der Hochschule der Medien (HDM) in Stuttgart. „Nach dem Abitur am Technischen Gymnasium Schwäbisch Hall wollte ich mich auch beruflich in die technische Richtung orientieren.“ Dennoch sollte der kreative Aspekt nicht fehlen. Bei einem Informationstag der HDM stieß er auf den Studiengang Verpackungstechnik: „Das Angebot fand ich interessant, weil das Studium beide Aspekte abdeckt. Außerdem war für mich der Gedanke der Nachhaltigkeit ausschlaggebend. Ich wollte mehr über die Zusammenhänge der Verpackungsflut wissen und was dagegen getan werden kann.“

 
Ein Porträt-Foto von Slawa Rieger

Slawa Rieger

Foto: privat

Inzwischen befindet sich Slawa Rieger im siebten und damit regulär letzten Semester des Studiums mit dem Abschluss Bachelor of Engineering. „Im Grundstudium belegt man Fächer wie Mathematik, Physik, Chemie und Werkstoffkunde mit relativ viel Theorie. Viele, die sich vor allem wegen der kreativen Anteile für das Studium entschieden haben, unterschätzen das“, meint der Student.

Dennoch kommt die Praxis nicht zu kurz: Im fünften Semester ist ein Pflichtpraktikum vorgesehen, das zum Beispiel bei einer Verpackungsagentur oder einem Hersteller von Verpackungen absolviert werden kann. Slawa Rieger sammelte bei der Firma Tchibo Praxiserfahrungen. Inzwischen schreibt er an seiner Bachelorarbeit, einer Machbarkeitsstudie zu biogenen Schaumstoffen. Für das auf das Bachelorstudium aufbauende Masterstudium Packaging Development Management hat Slawa Rieger bereits eine Zusage: „Im Anschluss daran könnte ich mir vorstellen, selbst eine Firma für Verpackungsherstellung zu gründen.“

Studium …

Die beruflichen Möglichkeiten, „etwas mit Verpacken“ zu machen, sind vielseitig. Bärbel Orphal, Berufsberaterin in der Jugendberufsagentur Berlin, gibt einen Überblick. „Außer dem konkreten Studium der Verpackungstechnik können verwandte Studiengänge wie Papiertechnik, Kunststofftechnik, Produktdesign oder Lebensmitteltechnologie in diesen Bereich führen“, erklärt sie. „An Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften werden grundständige Studiengänge wie Lebensmittel- und Verpackungstechnologie, Verpackungstechnologie und Nachhaltigkeit sowie weiterführende Studiengänge wie Druck- und Verpackungstechnik oder Milch- und Verpackungswirtschaft angeboten. Es gibt überdies einen dualen Studiengang Papiertechnik und Verpackungsherstellung.“

Diese Aufzählung ist jedoch keineswegs abgeschlossen, denn auch in Studiengängen wie Brauerei- und Getränketechnologie und den Studiengängen zur angewandten Biotechnologie sind Module enthalten, in denen es um Verpackungen geht. „Absolventen können unter anderem als Ingenieurinnen oder Ingenieure in der Produktentwicklung tätig werden. Ebenso sind sie in Bereichen wie Qualitätsmanagement oder Vertrieb gefragt. Industrie- und Produktdesigner und -designerinnen wiederum sind für die Planung und Gestaltung der Verpackungen zuständig. Aspekte der Nachhaltigkeit spielen überall eine große Rolle.“

… oder Ausbildung

Darüber hinaus interessieren sich Abiturienten für Ausbildungen im Bereich Verpacken, wie Bärbel Orphal anmerkt. „Da ist vor allem die Ausbildung zum Packmitteltechnologen beziehungsweise zur Packmitteltechnologin zu nennen.“ Diese Fachkräfte werden in Unternehmen ausgebildet, die etwa Kartonagen, Etiketten und Tragetaschen produzieren. „Oft werden sie als Maschinenführer eingesetzt, können aber ebenso in der Kundenberatung arbeiten, wenn ihnen der Umgang mit Menschen besonders liegt.“

Je nach Beruf und Einsatzbereich kommt es besonders auf technisches Verständnis und kommunikative Fähigkeiten an. Voraussetzung können zum Beispiel ein Interesse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeiten oder eine ausgesprochen kreative Ader sein, wenn es etwa darum geht, Verpackungen zu gestalten und trotzdem ihre Wirkung und Funktion sowie rechtliche Aspekte zu berücksichtigen.

Der Umweltschutz setzt neue Maßstäbe

Ein Porträt-Foto von Gerhard Kotschik

Gerhard Kotschik

Foto: privat

„Der Trend geht zu immer mehr, teils aufwändigeren oder schlecht zu recycelnden Verpackungen“, erklärt Gerhard Kotschik vom Umweltbundesamt (UBA). „Aus Umweltsicht ist es wichtig, hier gegenzusteuern, denn der beste Verpackungsabfall ist jener, der gar nicht erst entsteht. Hersteller sollten auf unnötige Verpackungen verzichten und notwendige Verpackungen möglichst als Mehrweglösung konzipieren.“

Um die Wertstoffe im Kreislauf zu führen, ist es aus Sicht des UBA-Experten zentral, dass Verpackungen nach Gebrauch hochwertig werkstofflich recycelt werden können. „Hier setzt das neue Verpackungsgesetz Anreize. Eher keinen Vorteil bieten aus Umweltsicht übrigens biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffverpackungen, die derzeit oft nicht recycelt werden können“.

Weitgefasste Richtlinien

Ein Porträt-Foto von Kim Cheng

Kim Cheng

Foto: privat

Welche Anforderungen Verpackungen noch erfüllen müssen, erläutert Kim Cheng, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts (dvi): „Verpackungen müssen das verpackte Gut schützen und vor Schaden und Verderb bewahren. Sie müssen ihre Inhalte transport- und lagerfähig machen, den Gebrauch und die Handhabung erleichtern sowie über die Inhaltsstoffe, Haltbarkeit und Herkunft der Waren informieren. Außerdem müssen sie die für Logistik und Registrierkassen wichtigen Bar- und QR-Codes tragen. Handel und Hersteller erwarten von Verpackungen darüber hinaus, dass sie als Schnittstelle für die Kommunikation mit den Konsumenten bzw. Anwendern zur Verfügung stehen und als Werbemedium genutzt werden können. Eine entscheidende Anforderung an moderne Verpackung ist, dass sie kreislauffähig sind, also stofflich wiederverwertet werden können.“

Mehrere Innovationen und Trends prägen die Verpackungsbranche derzeit, wie die Expertin weiß. „Der mit Abstand wichtigste treibende Faktor ist – schon seit einiger Zeit – das Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Unter dem Stichwort ‚Design für Recycling‘ geht es darum, Verpackungen grundlegend und von Anfang an so zu designen und zu produzieren, dass sie nach Gebrauch optimal gesammelt und stofflich wiederverwertet werden können.“

Chancen am Arbeitsmarkt

Und wie sieht es mit den Perspektiven am Arbeitsmarkt aus? Dazu Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit: „30.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren 2018 in Berufen der Papierverarbeitung und Verpackungstechnik tätig, darunter etwa 1.000 Akademiker, also zum Beispiel Ingenieurinnen und Ingenieure für Verpackungstechnik“. Während die Zahl der Beschäftigten insgesamt in diesem Berufsfeld in den letzten Jahren rückläufig ist, hat sich die Zahl der Akademiker unter ihnen seit 2013 um 200 erhöht.

Die Zahl der Arbeitssuchenden ging im selben Zeitraum sowohl im Berufsfeld an sich als auch bei den Experten stetig zurück und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist seither ebenso stetig angestiegen. „Mit knapp 100 neu gemeldeten Stellen im Lauf des letzten Jahres ist der Arbeitsmarkt für Verpackungsingenieure allerdings nicht sehr groß“, räumt Claudia Suttner ein. „Es empfiehlt sich daher, einerseits frühzeitig Kontakte zu knüpfen und Produktionsluft zu schnuppern sowie andererseits hinsichtlich des Einsatzwunsches flexibel zu bleiben.“

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de
Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen zum Tätigkeitsfeld "Verpacken" findest du im Berufsfeld "Produktion, Fertigung".
www.berufsfeld-info.de

 

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z.B. Verpackung)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

 

KURSNET
Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

 

Das Umweltbundesamt (UBA)
www.umweltbundesamt.de

 

Umweltbundesamt – Fragen und Antworten zu biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen www.umweltbundesamt.de/biobasierte-biologisch-abbaubare-kunststoffe

 

Das neue Verpackungsgesetz
verpackungsgesetz-info.de

 

Deutsches Verpackungsinstitut e.V.
www.verpackung.org

 

Bund deutscher Verpackungsingenieure e.V.
www.bdvi.org

 

abi>> 13.09.2019