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Von Bullen und Bären

Wie an der Börse verfolgt ein Mann die Entwicklung der Stromparameter.
Im Bachelorstudium "Finanzwirtschaft - Bank" bekommen Studierende fundierte Einblicke in die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage.
Foto: Jörg Moritz

Berufe an der Börse

Von Bullen und Bären

Was an den Börsen dieser Welt passiert, ist von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung. Diese mitunter immense Verantwortung auf den Schultern der handelnden Personen macht entsprechende berufliche Wege auch für viele Abiturienten interessant.

Jasmin Keil hat sich für einen dieser Wege entschieden. Die 20-Jährige absolviert den praxisintegrierenden Bachelorstudiengang „Finanzwirtschaft – Bank“ an der Berufsakademie Sachsen am Standort Dresden. „Ich habe mich für Wirtschaft interessiert und schließlich mein Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium gemacht“, erläutert sie ihren Hintergrund. „Für das Studium wollte ich gern in meiner Heimatstadt Dresden bleiben und die Arbeit bei einem regionalen Kreditinstitut kennenlernen. Mich interessieren die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage und mich reizt der direkte Kundenkontakt.“

Vielfältige Perspektiven im Wertpapierhandel

Ein Porträt-Foto von Jasmin Keil

Jasmin Keil

Foto: privat

Der dreimonatige Wechsel zwischen Theorie an der Berufsakademie und Praxis beim Kreditinstitut ermöglicht es der Studentin, das Wissen aus den Vorlesungen direkt in der Praxis umzusetzen „Das Studium ist sehr vielfältig und enthält sowohl rechtliche Module als auch Vorlesungen zu Statistik, Wirtschaftspolitik, Wertpapiermanagement oder Unternehmensführung. Außerdem haben hier alle Dozenten bereits in der Praxis gearbeitet und können uns deshalb die Inhalte auf besonders anschauliche Art und Weise vermitteln.“

Weil das Studium inhaltlich so breit gefächert ist, bieten sich nach dem Bachelorabschluss viele Möglichkeiten, um an der Börse oder im Wertpapierhandel zu arbeiten. „Zur Vorbereitung tragen beispielsweise die Module zu Finanzenglisch, Investmentbanking oder Derivaten bei“, erklärt Jasmin Keil. „Eine wertvolle Erfahrung ist auch, dass ich durch die Praxisphasen weiß, wie Finanzprodukte aufgebaut sind und wie sie vermarktet werden.“

Ausbildung oder Studium – beides ist möglich

An die Börse oder in den Kapitalmarkt führen unterschiedliche Wege, wie Dirk Huber, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main, erläutert. „Neben – oftmals dualen – Studiengängen wie Banking and Finance oder Betriebswirtschaftslehre mit einer Spezialisierung in der Fachrichtung Bank, Finanzen und Controlling kommen als Einstieg auch mathematisch-statistische Studiengänge infrage.“

Für Abiturienten relevante Ausbildungsberufe sind insbesondere Investmentfondskaufmann/-frau (mehr zu diesem Berufsbild erfährst du in der Reportage „Umfassende Einblicke in Wertpapiergeschäfte") und Bankkaufmann/-frau. Auch einige Weiterbildungen in diesem Bereich gibt es, etwa zum/zur Investment-Fachwirt/in, Betriebswirt/in – Bank oder Fachwirt/in – Bank. „Im Lebenslauf vieler Aktienhändler findet sich sogar beides, Ausbildung und Studium“, betont der Berufsberater. „Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit ist in einigen Fällen auch ein Quereinstieg möglich. Ein Studium ist zunächst nicht zwingend notwendig, eine kaufmännisch-orientierte Ausbildung ist ein guter Start.“

Hohe Belastbarkeit als Voraussetzung

Ein Porträt-Foto von Dirk Huber

Dirk Huber

Foto: privat

Grundsätzlich sind die Ausbildung und die persönlichen Voraussetzungen, die man mitbringen sollte, für die verschiedenen Börsenberufe sehr ähnlich, wie Dirk Huber erläutert. „Börsenhändler zeichnet (finanz-)wirtschaftliches Wissen aus. Von Vorteil ist auch, wenn man auf Kenntnisse sowie Erfahrungen aus dem Investment-Banking sowie im Bank- und Börsenrecht zurückgreifen kann. Die englische Sprache zu beherrschen ist eine Grundvoraussetzung, etwa bei internationalen Transaktionen. Weitere Sprachkenntnisse können den Einsatzbereich vergrößern.“

Zusätzlich sollte man laut dem Berufsberater Softskills wie kommunikationsstarkes Auftreten, Belastbarkeit, starke Nerven, Zielstrebigkeit und Interesse an Kapitalmärkten mitbringen und sich auf ungewöhnliche Arbeitszeiten einstellen. „Börsengeschäfte werden üblicherweise online abgewickelt. Durch weltweit vernetzte Handelsplätze sind der Handelsort und die Handelszeit für Börsengeschäfte nicht mehr begrenzt. Börsenhändler (mehr zum Thema liest du in der Reportage „Im Auf und Ab der Kursbewegungen“) und Börsenhändlerinnen können über zugelassene und an die Börsen gebundene externe Abwicklungssysteme vom Computer ihres Arbeitsplatzes aus nahezu rund um die Uhr und auch an Wochenenden rund um den Globus Transaktionen einleiten, weswegen es oft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten kommt.“

Perspektiven am Arbeitsmarkt

Die Digitalisierung hinterlässt auch an den Kapitalmärkten ihre Spuren. Doch selbst wenn Tätigkeiten tatsächlich durch Computer ersetzt werden, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Beruf dadurch verschwindet, wie Dirk Huber betont. „Die Tätigkeiten werden sich aber verändern: Während die ersetzbaren Tätigkeiten von Maschinen ausgeführt werden, gewinnen die nicht-ersetzbaren Tätigkeiten für den Menschen an Bedeutung, und es kommen neue Tätigkeiten hinzu. Eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung wird daher immer wichtiger.“

Und wie sieht es mit den beruflichen Perspektiven rund um die Börse und den Kapitalmarkt insgesamt aus? „Die Digitalisierung, etwa das Online-Banking, und die damit verbundenen Veränderungen im Bankensektor, führten in den letzten Jahren zu einer gegenläufigen Entwicklung dieses Teilbereichs im Gegensatz zum gesamten Arbeitsmarkt“, erklärt Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Davon waren insbesondere die Fachkräfte dieses Berufsfeldes betroffen, also vor allem Bankkaufleute und Investmentfondskaufleute. Hier ist die Arbeitslosenzahl gestiegen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurückgegangen – entgegen dem allgemeinen Trend.“

In den vergangenen beiden Jahren sind laut der Expertin aber wieder ein Anstieg in der Nachfrage und ein Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen. „Diese Entwicklung findet sich auch bei Berufen auf dem Kapitalmarkt, die in der Regel einer Weiterbildung bedürfen, wie dem Investmentfachwirt oder dem Bankfachwirt. Bei hoch qualifizierten Finanzanalysten und Anlageberatern, zum Beispiel mit einem Betriebswirtschaftsstudium, ist die Zahl der Arbeitslosen in den letzten fünf Jahren gesunken und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gestiegen. Die Arbeitslosenquote im übergeordneten Berufsfeld der Versicherungs- und Finanzdienstleistungen liegt bei unter zwei Prozent. Die Chancen für einen Berufseinstieg auf dem Börsenparkett sind entsprechend gut.“

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung (Suchbegriff: Börse)
berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Börse)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Börse)
studienwahl.de

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Deutsche Börse AG

deutsche-boerse.com

Bundesverband der Wertpapierfirmen e.V.

www.bwf-verband.de

abi>> 01.07.2019