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What’s for pudding?

Big Ben in London
Clara Hilbert hat sich für ein Au-pair Programm in der britischen Hauptstadt entschieden. Im Rahmen ihres Aufenthalts bei einer Gastfamilie lernt sie Sprache, Kultur und das Land an sich besser kennen.
Foto: Melanie Loser

Au-pair in England

What’s for pudding?

London ist weltweit eines der belieb­testen Ziele für Au-pair-Aufenthalte. Auch Clara Hilbert verbringt derzeit ein Jahr bei einer Gastfamilie in der britischen Hauptstadt. Neben ihren Aufgaben als Au-pair hat sie noch genug Zeit, um die Metropole zu erkunden und sich mit den Feinheiten der englischen Sprache vertraut zu machen.

„Englisch ist einfach eine tolle Sprache“, schwärmt Clara Hilbert, die am liebsten Englisch auf Gymnasiallehramt studieren möchte. Daher zog es die 19-Jährige nach dem Abitur für ein Jahr ins englischsprachige Ausland. „Ich habe abgewogen, mit welchem Programm ich mich am wohlsten fühlen würde. Da es mein erster längerer Auslandsaufenthalt werden sollte, wollte ich nicht gleich in die USA oder nach Neuseeland. Auch die Option Work & Travel hat mich nicht so angesprochen, weil man ständig unterwegs ist und sich immer wieder aufs Neue einen Job organisieren muss“, erzählt sie.

Au-pair mit Familienanschluss – das klang für sie viel besser. Ihre Mutter arbeitet ehrenamtlich beim Verein für internationale Jugendarbeit (VIJ), der Au-pair-Stellen vermittelt. Der VIJ ist eine gemeinnützige und nicht kommerzielle Organisation, gehört zur evangelischen Kirche und unterhält in vielen deutschen Städten Beratungsstellen – auch in ihrer Heimatstadt Leipzig.

Schnell eingelebt

Ein Porträt-Foto von Clara Hilbert

Clara Hilbert

Foto: privat

Neben einem Bewerbungsbogen, in dem sie unter anderem ihre Hobbys und ihre Erfahrungen in der Kinderbetreuung angeben musste, schrieb sie einen Brief auf Englisch an die Gastfamilie und fügte einige Fotos hinzu. „Die Familie sollte sich einen möglichst genauen Eindruck von mir machen können“, erläutert Clara Hilbert. Für die Vermittlung musste sie lediglich eine Gebühr von 150 Euro bezahlen. Dazu kommen die Kosten für die An-und Abreise sowie für ihren Sprachkurs vor Ort.

Seit Ende August 2017 lebt sie im Westen von London, genauer gesagt in Ealing: „Obwohl Ealing nur zehn Minuten vom Zentrum Londons entfernt liegt, wirkt es überhaupt nicht wie eine Großstadt“, sagt sie. „Es gibt Pubs, kleine Läden und eine Nachbarschaft, in der man sich kennt.“ Ihre Gastfamilie hat ihr den Einstieg leicht gemacht, sich viel Zeit genommen, sie rumgeführt und ihr alles gezeigt. Sie bewohnt ein liebevoll eingerichtetes, kleines Zimmer – „knuffig und sehr gemütlich“, findet die junge Frau.

Feinheiten einer Fremdsprache

In der Familie betreut Clara Hilbert ein neunjähriges Mädchen und einen sechsjährigen Jungen. Morgens, wenn die Eltern um kurz nach 7 Uhr das Haus verlassen, packt sie die Lunchboxes für die Kinder, räumt auf und bringt die beiden um kurz vor 9 Uhr zur Schule. Die liegt nur fünf Minuten Fußmarsch entfernt.

Von 9 bis 15 Uhr hat sie Freizeit. Dreimal pro Woche besucht sie einen Sprachkurs in einem College in der Nähe. „Gerade für die Aussprache ist der Unterricht wirklich hilfreich“, betont sie. „Spannend ist auch der Austausch mit den anderen Kursteilnehmern, die aus aller Welt kommen.“ In der Familie, vor allem im Umgang mit den Kindern, lernt sie vieles, was der Unterricht nicht abdeckt. „Wenn die Kinder etwa fragen ‚What‘s for pudding?‘ bedeutet das einfach nur ‚Was gibt es zum Nachtisch?‘.“

Mit Babysitting das Taschengeld aufbessern

25 bis 30 Stunden in der Woche ist Clara Hilbert als Au-pair im Einsatz. Wie die Nachmittage verlaufen hängt von den Freizeitaktivitäten der Kinder ab. Da stehen mal Fußball, Tennis, Ballett oder Schwimmen auf dem Programm. Der Umgang mit Kindern liegt ihr: „Wenn es sich ergibt, übernehme ich hier auch gerne zusätzliche Babysitterdienste für befreundete Familien.“ So kann sie sich zu den 90 Pfund (etwa 100 Euro) Taschengeld in der Woche noch etwas für Freizeitaktivitäten hinzuverdienen. Nicht nur London ist teuer, ab und zu unternimmt sie auch Ausflüge mit anderen Au-pairs, etwa nach Cambridge. „Da Unterkunft und Verpflegung frei sind, komme ich aber wirklich gut über die Runden“, fasst sie zusammen.

abi>> 11.12.2017