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Fremde Kulturen hautnah erleben

Aussicht von Top of the Rock New York
Kamila Wojnar lebte für ein Jahr bei einer Gastfamilie in Morristown, New Jersey unweit der Millionenmetropole New York City.
Foto: Veronika Mahler

Au-pair in den USA

Fremde Kulturen hautnah erleben

Kamila Wojnar (19) studiert im ersten Semester International Management an der Hochschule Osnabrück. Zur Vorbereitung auf den internationalen Studiengang nutzte sie einen Au-pair-Aufenthalt in den USA, der ihr neben der Sprache auch die amerikanische Kultur näher brachte.

Ursprünglich wollte Kamila Wojnar nach dem Abitur im Rahmen von Work & Travel für ein Jahr nach Australien gehen, um ihr in der Schule gelerntes Englisch zu verbessern. Da die ständige Suche nach neuen Arbeitsstellen gepaart mit den Reisekosten keine finanzielle Planungssicherheit bieten, begab sie sich auf die Suche nach Alternativen. „Durch eine Freundin kam ich auf die Idee, ein Au-pair-Jahr zu machen. Seit ich zwölf Jahre alt war, habe ich in meiner Freizeit auf Kinder aufgepasst und verbringe sehr gerne Zeit mit ihnen. Daher erschien mir das passend“, blickt die 19-Jährige zurück.

Als sie nur wenige Wochen später an einer Informationsveranstaltung des Anbieters „TravelWorks“ in Münster teilnahm und dort der konkrete Ablauf des Au-pair-Programms in den USA vorgestellt wurde, war die Entscheidung endgültig getroffen. „Der Gedanke, etwas zu machen, was einem Spaß macht, und dabei das viel zitierte Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu entdecken, begeisterte mich. Ich fühlte mich direkt angesprochen und stürzte mich in die Bewerbung.“

Kriterien für die Bewerber

Ein Porträt-Foto von Kamila Wojnar

Kamila Wojnar

Foto: privat

Ein Au-pair Aufenthalt mit „TravelWorks“ ist an zahlreiche Bedingungen geknüpft. Die Teilnehmer müssen ledig und kinderlos sein, nicht älter als 26 Jahre alt und sollten zudem gute Englischkenntnisse aufweisen können. Essentiell ist die Erfahrung von mindestens 200 Stunden in der Kinderbetreuung außerhalb des eigenen Familienkreises. Gegen eine Zahlung von etwa 800 Euro kümmert sich die Agentur um die Hin- und Rückreise sowie die Vermittlung. Einzig die Kosten für mögliche Visa oder die Anreise zum Abflughafen müssen selbst getragen werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sich via „TravelWorks“ für ein Stipendium zu bewerben.

„Nachdem ich alle Nachweise erbracht hatte, nahm ich ein kurzes Vorstellungsvideo auf und wurde zu einem Interviewtermin eingeladen“, berichtet Kamila Wojnar. Die Zusage erfolgte prompt und nur eine gute Stunde nach der Aktivierung ihres Bewerberprofils auf der Homepage der Agentur meldete sich ihre spätere Gastfamilie bei ihr. „Der Austausch mit der Familie war super. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und so sagte ich zu“, erinnert sie sich.

Integration ins Familienleben

Im August stieg Kamila Wojnar schließlich in den Flieger Richtung Amerika. Nach einer dreitägigen Einführungsveranstaltung in New York reiste sie weiter ins nur wenige Autominuten entfernte Morristown, New Jersey, ihr Wohnort für die kommenden zwölf Monate. „In den ersten Tagen führten mich meine Gasteltern nach und nach in das familiäre Leben ein. So begleitete mich meine Gastmutter zu verschiedenen Aktivitäten und erklärte mir all meine Aufgaben.“ Anschließend kümmerte sich die Abiturientin eigenständig um die beiden zwei- und vierjährigen Kinder, grundsätzlich wochentags von acht bis 17 Uhr, solange die Eltern arbeiten waren. Kamila Wojnar betreute die Kinder, bereitete einfache Mahlzeiten zu und begleitete die Kinder zu verschiedenen Tagesaktivitäten, wie dem Schwimm- oder Musikunterricht. „Oftmals waren wir auch auf Spielplätzen oder fuhren auf den Bauernhof oder in den Zoo, da meine Gastfamilie für beides eine Dauerkarte hatte.“

Für ihre Arbeit erhielt Kamila Wojnar von ihrer Gastfamilie Kost und Logis sowie den Mindestlohn für Au-pairs in Höhe von 195,75 Dollar, mit dem sie unter anderem Wochenendtrips in benachbarte Städte und Staaten finanzierte. Zudem bekam sie eine Förderung in Höhe von 500 Dollar gezahlt, um an einem US-College die im Programm geforderten Credit-Punkte zu erwerben. Diese dienen neben der Aneignung von Fachwissen und interkulturellen Kompetenzen auch der beruflichen Orientierung.

Soziale Kontakte vor Ort

Inzwischen hat Kamila Wojnar ihr gewünschtes Studium an der Hochschule Osnabrück aufgenommen und profitiert von ihren Erfahrungen. Wenn die 19-Jährige heute auf ihre Reise zurückblickt, überwiegen ganz klar die positiven Aspekte. „Ich konnte mein Englisch hörbar verbessern und durfte zudem Menschen aus den verschiedensten Kulturen der Welt kennenlernen. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Besonders wichtig waren für sie ihre Freunde vor Ort. Über soziale Netzwerke und verschiedene Gruppen traf sich die Abiturientin etwa mit anderen Freiwilligen in der Umgebung oder nahm an verschiedenen Treffen und Veranstaltungen der Partneragentur in Amerika teil. „Man muss ein sehr offener Mensch sein und sich auf diese Angebote einlassen. Dann kann man davon nur profitieren und gerät nicht in Gefahr, Heimweh zu bekommen.“

TravelWorks

TravelWorks ist eine Vermittlungsagentur für Auslandsaufenthalte mit Sitz in Münster. Das Angebot reicht von Work & Travel über Freiwilligenarbeit und Auslandspraktika, bis hin zu Au-pair-Aufenthalten und Sprachreisen. Die möglichen Einsatzorte sind auf der ganzen Welt verteilt


www.travelworks.de

abi>> 01.02.2019

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