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Bundesverfassungsgericht fordert Neuregelung

Studienplatzvergabe Medizin

Bundesverfassungsgericht fordert Neuregelung

Die Vergabepraxis von Studienplätzen für Humanmedizin ist laut Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 19. Dezember 2017 verfassungswidrig – zumindest teilweise. Sie verletze den grundrechtlichen Anspruch auf gleiche Teilhabe am staatlichen Studienangebot, so die Begründung.

Prinzipiell ist auch nach dem Urteil eine Vergabe von Studienplätzen über den Numerus Clausus, die Wartezeit und andere Auswahlkriterien – etwa einen Eignungstest – rechtmäßig. Allerdings fordert das BVerfG, die Wartesemester enger zu begrenzen – derzeit liegt die Wartezeit bei langen 15 Semestern.

Nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist jedoch, laut der aktuellen Entscheidung, die ausschließliche Vergabe über die Abiturbestenquote in Kombination mit den verpflichtend anzugebenden Ortswünschen (die auf sechs Studienorte begrenzt sind). Künftig solle bei der Studierendenauswahl - mehr als bisher - auf weitere Kriterien zurückgegriffen werden: Unter anderem sollten fachnahe Berufsausbildungen und Berufserfahrung, ehrenamtliche Tätigkeiten, Ergebnisse aus Eignungstests oder Auswahlgespräche miteinbezogen werden.

Ländergesetze müssen reformiert werden

Mit dem Urteil aus Karlsruhe sind nun Bund und Länder aufgefordert, bis zum 31.12.2019 die Zulassung für das Medizinstudium neu zu regeln. Bis dahin wird das bisherige Verfahren weiter angewandt.

Die Bewerbungen auf eine Zulassung für ein humanmedizinisches Fach steigen seit Jahren kontinuierlich. Im Wintersemester 2017/18 bewarben sich nach Angaben der Stiftung für Hochschulzulassung über 43.000 Menschen auf 9.176 freie Studienplätze. Auslöser für die Entscheidung des BVerfG war die Klage zweier Studienbewerber, die auch nach mehreren Jahren Wartezeit sowie abgeschlossenen fachnahen Ausbildungen nicht zum Medizinstudium zugelassen worden waren.

abi>> 20.12.2017

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