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Zwischen Schule & Beruf

Zweifel

Immer wieder werde ich gefragt, was ich jetzt machen will, nachdem es mit der Ausbildung nicht geklappt hat. Da kommen dann doch Zweifel auf.
Ist es nun der richtige Weg, den ich gehe? Ich habe früher immer gesagt, dass ich Menschen helfen will. Deshalb habe ich die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten gemacht und geplant, Medizin zu studieren, was ich dann aber wieder verworfen hatte. Nachdem ich von diesem Plan abkam, war ich irgendwann von meinem jetzigen Studium überzeugt, weil es mich interessierte. Aber so wirklich helfen kann ich damit niemanden und auch die Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmittelindustrie geht nicht in diese Richtung, auch wenn man da vielleicht interessante Nahrungsmittel entwickeln oder Menschen eine gesunde Ernährung näher bringen kann, ist es trotzdem nicht das, was ich mir früher vorgestellt hatte.
Ich hatte mir auch mal überlegt, Psychologie zu studieren. Aber das ist ein sehr anspruchsvolles Studium, was ich mit meiner momentanen Einstellung nicht schaffen würde, ebenso wenig wie Medizin.
Doch die meisten anderen Gebiete interessieren mich nicht. Ich weiß nur, was ich nicht will, aber nicht, was ich will – und das bereitet mir große Schwierigkeiten.
Erst einmal werde ich an meinem Plan für nächstes Jahr festhalten, aber mich vielleicht während auch noch anderweitig umschauen – kann ja nicht schaden.
Und was mach' ich jetzt? Mich voll in die Betriebsratsarbeit im Kino stürzen, die ich nun seit Mai machen darf und die mir unheimlich viel Spaß macht. Eine Art von Hilfe ist dies sicher auch.

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  19.09.2018

Zwischen Schule und Beruf

Nachhaltigkeit

Ich weiß nicht mehr, wann es bei mir so richtig Klick gemacht hat und ich angefangen habe, über mich und meinen ökologischen Fußabdruck nachzudenken.
Seit vergangenem Jahr lebe ich gemeinsam mit meinem Freund vegan. Anfangs war es nur eine „Challenge“ während der Fastenzeit, keine ernst gemeinte Lebensumstellung. Während dieser Zeit haben wir uns viel informiert, uns Dokumentationen angeschaut und mit ersten Diskussionen umgehen müssen. Die meisten Menschen reagieren mit einer Abwehrhaltung und nicht mit ernsthaftem Interesse auf unsere Lebensweise.
Doch je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigten, desto ernsthafter wurde es uns damit und wir wollten es auch auf andere Lebensbereiche über die Ernährung hinaus ausweiten. Wir versuchten nun auch, weniger Plastik zu nutzen, weniger Müll zu produzieren und auf die Herkunft unserer Klamotten und Nahrungsmitteln zu achten.
Dennoch frage ich mich: Mache ich genug? Warum machen alle anderen so wenig? Warum interessiert scheinbar niemanden, was mit der Welt um uns herum passiert? Wir leben so verschwenderisch, essen jeden Tag Fleisch, kaufen in Plastik verpacktes Gemüse und beschweren uns über steigende Milchpreise, weil die armen Bauern vorm Bankrott stehen. Das finde ich sehr traurig!
Doch es bringt nichts, sich darüber aufzuregen. Ich kann nur mich selbst verändern. Kann ich mit gutem Gewissen so weiterleben, wie ich es gerade tue? Was kann ich noch verändern? Wo kann ich mich selbst noch verbessern? Kleinigkeiten können schon viel ausrichten. Zum Beispiel mal keinen Strohhalm für den Cocktail zu nehmen. Oder beim nächsten Einkauf einfach mal die Plastiktüte für das Obst und Gemüse wegzulassen.

 

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  10.09.2018

Zwischen Schule und Beruf

Druck

Nachdem ich 2013 mein erstes Studium abgebrochen hatte, spürte ich zum ersten Mal wirklich Druck. Was fange ich nun mit meinem Leben an? Ich bin nicht dumm und weiß vor allem, was ich NICHT möchte. Das Problem ist eher, dass ich nie wusste, WAS ich will. Bis heute ist das meine größte Schwäche. Ich habe viele Interessen und Fähigkeiten, sodass einige Berufe infrage kommen würden. Aber dann denke ich: Möchte ich das für den Rest meines Lebens machen? Dabei ist das ja eigentlich nicht wahr. Niemand zwingt mich einen Beruf 50 Jahre lang auszuüben – man kann sich immer wieder verändern.
Nach Abschluss meiner Ausbildung habe ich definitiv Erleichterung gespürt, endlich etwas Handfestes vorweisen zu können – nicht vor meiner Familie, sondern vor allem vor mir selbst. Als ich den Entschluss gefasst hatte, nicht in meinem gelernten Beruf zu arbeiten, entstand wieder Druck – mehr in mir als von außen, auch wenn natürlich einige intervenieren wollten.
Und nun, nach Abbruch meines zweiten Studiums, wird es nicht besser. Ich habe es nicht geschafft, in diesem Jahr noch eine zweite Ausbildung anzufangen und muss nun ein weiteres Jahr überbrücken, in der Hoffnung, dass es dann nächstes Jahr klappt. Ich gehe nun langsam auf die 30 zu, bin nicht verheiratet und habe keine Kinder. Nur eine abgeschlossene Ausbildung, in der ich nicht arbeiten möchte.
Bin ich zu streng mit mir? Niemand sagt, dass ich bis 30 alles erledigt haben und mit beiden Beinen fest im Leben stehen muss. Nur meine kleine, innere Stimme hört nicht auf, mir das immer wieder einreden zu wollen.

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  27.08.2018