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Zwischen Schule & Beruf

Und was wirst du?

„Und was wirst du?“ – diese Frage habe ich in dem Jahr nach meinem Abitur gefühlt viel zu oft gehört und mir außerdem auch viel zu oft selbst gestellt. Als ich für einen neunmonatigen Freiwilligendienst nach Spanien flog, hatte ich noch einen genauen Plan: Ich wollte Medienmarketing studieren und ins Marketing gehen – etwas mit Social Media, mit Suchmaschinenoptimierung und mehr. In den neun Monaten, die ich in Madrid verbrachte, haben sich meine Pläne abwechselnd aus dem Nichts aufgelöst und dann wieder aufgebaut: Plötzlich hätte ich mir Psychologie gut vorstellen können, als ich an einer Universität mit Menschen mit Behinderung arbeitete. Und internationale Beziehungen fand ich auf einmal interessant, als die Stiftung, bei der ich meinen Freiwilligendienst machte, einen Sprachkurs für Flüchtlinge organisierte, die vom Konflikt zwischen der Westsahara und Marokko betroffenen waren. Oder sollte ich vielleicht doch gleich im Ausland studieren? Ich hatte Lust, weiterhin mit Menschen aus so vielen Ländern wie möglich zusammenzuleben, und wollte lieber nicht auf Deutsch studieren – viel lieber auf Englisch.
Ich wollte zuerst einmal nach Deutschland zurückfliegen und mir dann einen passenden Studiengang suchen. Aber dass ich noch nicht wusste, was ich nach meiner Spanienzeit machen würde, machte mich so nervös, dass ich schon von dort aus fleißig nach Studiengängen gesucht habe. Es stand bald fest, dass es etwas mit Medien oder Kommunikation sein sollte. Ich würde gerne etwas in Richtung Öffentlichkeitsarbeit machen und fand die Modulhandbücher, die ich auf den Webseiten der Universitäten finden konnte, total spannend. Gut gefallen hat mir aber auch der Zwei-Fach-Bachelor und damit die Möglichkeit, zwei Fächer gleichzeitig zu studieren. Noch von Spanien aus bewarb ich mich letztendlich für unterschiedliche Studienfächer, die ich im Zwei-Fach-Bachelor finden konnte – von Politik über Medienwissenschaft hin zu Wirtschaft. Bei der Frage, was ich tatsächlich studieren wollte, war ich damit aber noch nicht viel weiter.

Zwischen Schule & Beruf

Abenteuer Bali

Bali stand vor Beginn meiner Reise eigentlich nie auf dem Programm. In Australien habe ich dann einige Leute getroffen, die auf ihrem Hinflug einen Zwischenstopp dort gemacht haben. Die meisten waren total begeistert, andere fanden es absolut schrecklich dort. Ich hatte das Gefühl entweder man liebt es oder man hasst es. Auf jeden Fall bin ich neugierig geworden und Asien hat mich als Reiseziel schon immer gereizt. Kurz entschlossen habe ich also einen Flug nach Bali gebucht, der von Australien aus ziemlich günstig war. Einer meiner Travelmates, der sich in Asien bereits etwas auskannte, hat sich mir angeschlossen, worüber ich im Endeffekt auch mehr als glücklich war.
In Kuta am Flughafen angekommen hat mich erst mal ein kleiner Kulturschock gepackt. Kaum hatten wir den Flughafen verlassen, wurden wir von lauter Balinesen mehr oder weniger verfolgt, die uns alle zu unserem Hostel fahren wollten. Da mein Travelmate dieses Szenario bereits kannte, sind wir ein kleines Stück gelaufen und haben uns etwas weiter vom Flughafengelände entfernt ein deutlich günstigeres Roller-Taxi gesucht. Bei der Taxisuche wurde mir schnell bewusst, dass man hier auf jeden Fall feilschen muss, um nicht zu viel zu bezahlen.
Am nächsten Morgen wollten wir essen gehen und ich habe Kuta zum ersten Mal bei Tageslicht gesehen. In Asien ist es ganz normal, dass es in den Hostels keine Küchen gibt, hier wird jede Mahlzeit auswärts gegessen. Da alles super günstig ist, ist das allerdings auch finanziell gesehen kein Problem. An meinem ersten Tag in einem asiatischen Land wusste ich gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Hier gibt es so viele neue und spannende Dinge auf einmal zu entdecken: die Menschen, das Essen, die Architektur, die Natur. Die Straßen sehen durchweg ziemlich heruntergekommen aus. Viele sind nicht asphaltiert und haben riesige Schlaglöcher. Es kommt auch nicht selten vor, dass eine vierköpfige Familie auf einem einzigen Roller an uns vorbei fährt. Außerdem ist das Klima tropisch heiß, sodass man schon vom Nichtstun schwitzt. Auch das Essen ist ganz anders als das asiatische Essen, das man in Deutschland bekommt und manchmal weiß man nicht einmal genau, was man da gerade eigentlich isst. Meine ersten Eindrücke sind jedoch absolut positiv. Ich liebe Bali schon alleine, weil es anders ist als jeder andere Ort, an dem ich bis jetzt in meinem Leben war.

Zwischen Schule & Beruf

Team Outback

Nach langem Hin und Her habe ich doch noch einen Weg gefunden, durch das Outback von Australien zu reisen. Da ich selbst kein Auto habe, suchte ich verzweifelt nach einer Mitfahrgelegenheit. Flüge von Cairns nach Alice Springs hätten mein Budget jedoch leider gesprengt und so hatte ich mich schon mit dem Gedanken abgefunden, diesen Teil Australiens auszulassen. Doch wie es das Schicksal so wollte, meldete sich sehr kurzfristig noch eine Deutsche auf meine Suchanzeige. Sie hatte ein eigenes Auto und noch einen Platz frei, quasi perfekt. Der einzige Haken war, dass es bereits am nächsten Tag losgehen sollte. Ich schmiss also meine Planung mal wieder über Bord und beschloss, mich ihr anzuschließen. Dies war wahrscheinlich die beste Entscheidung, denn heute kann ich sagen, dass der Roadtrip durchs Outback zu meinen absoluten Australien-Highlights gehört.
In einer Karawane von sieben Autos und insgesamt 20 Personen haben wir uns anfangs von Cairns aus auf den knapp 2.750 Kilometer langen Weg Richtung Ayers Rock gemacht. Dort angekommen sind wir allerdings nur noch mit der Hälfte der Gruppe. Gleich am ersten Tag hat der Motor des ersten Autos den Geist aufgegeben und nach etwa der Hälfte der Strecke haben sich ein paar weitere dazu entschlossen, lieber Richtung Norden nach Darwin weiterzufahren.
Mit dem Kern der Gruppe waren wir sechs Wochen lang unterwegs und sind in dieser Zeit zu einer richtig guten Truppe zusammengewachsen. Dies lag unter anderem daran, dass es im Outback meist keinen Handyempfang gab, weshalb wir abends beisammen saßen und uns miteinander unterhielten, anstatt übers Handy mit Freunden vom anderen Ende der Welt zu sprechen. Wir sind zwar, wenn es unterwegs nicht viel zu sehen gab, den Großteil des Tags nur gefahren, doch sobald es dunkel wurde, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Abends bauten wir die Zelte auf, kochten mit dem Campingkocher Essen und machten Lagerfeuer. Wir nutzen es nicht nur als Wärme- und Lichtquelle, sondern manchmal auch zum Grillen. Wir hatten in dieser Zeit zwar nicht viel, nur Autos, Zelte und ein paar Essensvorräte, doch mehr brauchten wir auch irgendwie nicht, um eine gute Zeit zu haben. Wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist, spielt der Rest eben keine allzu große Rolle mehr.

Autor: Nadine  |  Rubrik: orientieren  |  30.01.2017
Autor: Nadine
Rubrik: orientieren
30.01.2017