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Zwischen Schule & Beruf

Abenteuer Bali

Bali stand vor Beginn meiner Reise eigentlich nie auf dem Programm. In Australien habe ich dann einige Leute getroffen, die auf ihrem Hinflug einen Zwischenstopp dort gemacht haben. Die meisten waren total begeistert, andere fanden es absolut schrecklich dort. Ich hatte das Gefühl entweder man liebt es oder man hasst es. Auf jeden Fall bin ich neugierig geworden und Asien hat mich als Reiseziel schon immer gereizt. Kurz entschlossen habe ich also einen Flug nach Bali gebucht, der von Australien aus ziemlich günstig war. Einer meiner Travelmates, der sich in Asien bereits etwas auskannte, hat sich mir angeschlossen, worüber ich im Endeffekt auch mehr als glücklich war.
In Kuta am Flughafen angekommen hat mich erst mal ein kleiner Kulturschock gepackt. Kaum hatten wir den Flughafen verlassen, wurden wir von lauter Balinesen mehr oder weniger verfolgt, die uns alle zu unserem Hostel fahren wollten. Da mein Travelmate dieses Szenario bereits kannte, sind wir ein kleines Stück gelaufen und haben uns etwas weiter vom Flughafengelände entfernt ein deutlich günstigeres Roller-Taxi gesucht. Bei der Taxisuche wurde mir schnell bewusst, dass man hier auf jeden Fall feilschen muss, um nicht zu viel zu bezahlen.
Am nächsten Morgen wollten wir essen gehen und ich habe Kuta zum ersten Mal bei Tageslicht gesehen. In Asien ist es ganz normal, dass es in den Hostels keine Küchen gibt, hier wird jede Mahlzeit auswärts gegessen. Da alles super günstig ist, ist das allerdings auch finanziell gesehen kein Problem. An meinem ersten Tag in einem asiatischen Land wusste ich gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Hier gibt es so viele neue und spannende Dinge auf einmal zu entdecken: die Menschen, das Essen, die Architektur, die Natur. Die Straßen sehen durchweg ziemlich heruntergekommen aus. Viele sind nicht asphaltiert und haben riesige Schlaglöcher. Es kommt auch nicht selten vor, dass eine vierköpfige Familie auf einem einzigen Roller an uns vorbei fährt. Außerdem ist das Klima tropisch heiß, sodass man schon vom Nichtstun schwitzt. Auch das Essen ist ganz anders als das asiatische Essen, das man in Deutschland bekommt und manchmal weiß man nicht einmal genau, was man da gerade eigentlich isst. Meine ersten Eindrücke sind jedoch absolut positiv. Ich liebe Bali schon alleine, weil es anders ist als jeder andere Ort, an dem ich bis jetzt in meinem Leben war.

Zwischen Schule & Beruf

Team Outback

Nach langem Hin und Her habe ich doch noch einen Weg gefunden, durch das Outback von Australien zu reisen. Da ich selbst kein Auto habe, suchte ich verzweifelt nach einer Mitfahrgelegenheit. Flüge von Cairns nach Alice Springs hätten mein Budget jedoch leider gesprengt und so hatte ich mich schon mit dem Gedanken abgefunden, diesen Teil Australiens auszulassen. Doch wie es das Schicksal so wollte, meldete sich sehr kurzfristig noch eine Deutsche auf meine Suchanzeige. Sie hatte ein eigenes Auto und noch einen Platz frei, quasi perfekt. Der einzige Haken war, dass es bereits am nächsten Tag losgehen sollte. Ich schmiss also meine Planung mal wieder über Bord und beschloss, mich ihr anzuschließen. Dies war wahrscheinlich die beste Entscheidung, denn heute kann ich sagen, dass der Roadtrip durchs Outback zu meinen absoluten Australien-Highlights gehört.
In einer Karawane von sieben Autos und insgesamt 20 Personen haben wir uns anfangs von Cairns aus auf den knapp 2.750 Kilometer langen Weg Richtung Ayers Rock gemacht. Dort angekommen sind wir allerdings nur noch mit der Hälfte der Gruppe. Gleich am ersten Tag hat der Motor des ersten Autos den Geist aufgegeben und nach etwa der Hälfte der Strecke haben sich ein paar weitere dazu entschlossen, lieber Richtung Norden nach Darwin weiterzufahren.
Mit dem Kern der Gruppe waren wir sechs Wochen lang unterwegs und sind in dieser Zeit zu einer richtig guten Truppe zusammengewachsen. Dies lag unter anderem daran, dass es im Outback meist keinen Handyempfang gab, weshalb wir abends beisammen saßen und uns miteinander unterhielten, anstatt übers Handy mit Freunden vom anderen Ende der Welt zu sprechen. Wir sind zwar, wenn es unterwegs nicht viel zu sehen gab, den Großteil des Tags nur gefahren, doch sobald es dunkel wurde, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Abends bauten wir die Zelte auf, kochten mit dem Campingkocher Essen und machten Lagerfeuer. Wir nutzen es nicht nur als Wärme- und Lichtquelle, sondern manchmal auch zum Grillen. Wir hatten in dieser Zeit zwar nicht viel, nur Autos, Zelte und ein paar Essensvorräte, doch mehr brauchten wir auch irgendwie nicht, um eine gute Zeit zu haben. Wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist, spielt der Rest eben keine allzu große Rolle mehr.

Autor: Nadine  |  Rubrik: orientieren  |  30.01.2017
Autor: Nadine
Rubrik: orientieren
30.01.2017

Zwischen Schule & Beruf

Eine andere Welt

Die Höhepunkte der vergangenen Wochen dürften schwer zu toppen sein – sollte man jedenfalls meinen. Aber das gilt nicht für Australien. Inzwischen bin ich in Cairns angekommen. Die Stadt ist verglichen mit Sydney und Brisbane wirklich klein – keine Hochhäuser, keine großen Hauptstraßen und alles ist sehr überschaubar. Dafür ist es dort aber tropisch warm, viele Aborigines prägen die Stadt und das berühmte Great Barrier Reef liegt quasi direkt vor der Haustür. Genau hier wollte ich mir einen lang ersehnten Wunsch erfüllen.
Nach großem Hin und Her hatte ich endlich einen Tauchkurs gebucht, an dessen Ende ich einen Tauchschein in der Hand hielt. Der Kurs selbst dauerte fünf Tage, von denen wir zwei in Cairns in der Tauchschule und im Klassenzimmer verbrachten sowie drei auf einem kleinen Boot mitten im Great Barrier Reef. Nachdem wir die Theorieprüfung erfolgreich bestanden hatten und fleißig im Pool unter anderem verschiedene Atemtechniken zum Druckausgleich geübt hatten und, wie man unter Wasser das Wasser aus der Brille entfernt, ging es endlich raus aufs offene Meer. Ich war total gespannt auf die Unterwasserwelt, da ich bis jetzt immer nur schnorcheln war. Beim ersten Tauchgang war mir noch etwas mulmig zu Mute, vor allem als ich mich etwa 18 Meter tief unter der Meeresoberfläche befand, nach oben schaute und einfach kein Ende sehen konnte. Man gewöhnt sich jedoch recht schnell an den Gedanken und ist ohnehin so viel mit Atmung und Gucken beschäftigt, dass man kaum Zeit dafür hat, sich Sorgen zu machen.
Insgesamt hatten wir neun Tauchgänge an verschiedenen Spots am Riff. Einer der absoluten Höhepunkte war wohl der Nachttauchgang, bei dem wir neben zahlreichen großen Schildkröten auch einen Hai gesehen haben. Die Unterwasserwelt mit ihrer Artenvielfalt und den bunten Korallen eröffnete mir völlig neue Perspektiven. Dementsprechend war der ganze Tauchkurs für mich sehr spannend und sein Geld auf jeden Fall wert. Zum Great Barrier Reef an sich muss man jedoch sagen, dass bereits ein großer Teil zerstört ist. Dass das Riff durch zahlreiche Faktoren wie zum Beispiel den Klimawandel bedroht wird, ist wohl allgemein bekannt. Für mich war es dennoch schockierend, den Schaden, etwa großflächige Korallenfriedhöfe, mit eigenen Augen zu sehen.

Autor: Nadine  |  Rubrik: orientieren  |  20.01.2017
Autor: Nadine
Rubrik: orientieren
20.01.2017