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Zwischen Schule & Beruf

Ein bisschen Spontanität muss sein

Nachdem ich völlig unerwartet zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, folgte direkt die nächste Überraschung. Entgegen meiner Erwartung sollten wir nämlich nicht in Brisbane selbst arbeiten, sondern hunderte Kilometer entfernt. Und das direkt am kommenden Morgen. Nachdem ich also genau einen Tag in Brisbane verbracht hatte, hieß es für mich wieder Rucksack packen und weiter geht's. Ich glaube sowas passiert einem auch nur in Australien. In Deutschland wäre das Ganze mit Sicherheit nicht einmal halb so spontan, aber dafür besser geplant abgelaufen. Eigentlich hatte ich mich schon auf eine längere Jobsuche eingestellt und darüber informiert, was ich mir in den nächsten Tagen in Brisbane anschauen könnte. Aber manchmal muss man eben einfach spontan sein.

Die Gruppe, mit der ich die kommende Woche verbringen sollte, war total gemischt. Von Australiern, über Neuseeländer, Schotten, einer Polin, zwei Indern und einem weiteren Deutschen war alles dabei. Mit einem gemieteten Kleinbus ging es dann etwa zehn Stunden Richtung Norden bis nach Rockhampton. Hier sollten wir die nächste Woche arbeiten. Nach meinen ersten Tagen als frischgebackener Fundraiser muss ich sagen, dass dieser Job auf jeden Fall angenehmer ist als Telemarketing. Es ist doch um einiges abwechslungsreicher und auch leichter mit den Leuten persönlich zu sprechen. Trotzdem ist es unglaublich schwer, die Leute zu überzeugen, monatlich einen gewissen Betrag an die Agentur zu überweisen, der dann an eines der benachteiligten Kinder weitergeleitet wird. Ich würde vermutlich selbst auch keine Bankdaten an eine fremde Person, die an meiner Tür klopft, herausgeben und mich innerhalb von fünf Minuten dazu bringen lassen, einen monatlichen Vertrag einzugehen, ohne davor wirklich gründlich darüber nachgedacht und mich selbst nochmal informiert zu haben.

Autor: Nadine  |  Rubrik: orientieren  |  20.06.2016
Autor: Nadine
Rubrik: orientieren
20.06.2016

Zwischen Schule & Beruf

Mehr Glück bei der Jobsuche in Brisbane

Inzwischen bin ich in Brisbane angekommen, wo ich mich auch schon wieder von meinem Wegbegleiter verabschieden musste. Seine Reise ging weiter Richtung Fiji, während ich mich erst mal wieder auf Jobsuche begab. Irgendwie ist es wirklich schade, dass sich die Wege immer gerade dann trennen, wenn man anfängt, sich richtig kennenzulernen.

Nachdem es in Sydney ganze drei Wochen gedauert hatte, bis ich endlich einen Job gefunden hatte, sollte ich diesmal mehr Glück haben. Ich bewarb mich wirklich für jeden erdenklichen Job, der auch nur annähernd infrage kam, um die Chance auf eine Rückmeldung zu erhöhen. Und tatsächlich: Noch am selben Tag, an dem ich meine Bewerbungen abgeschickt hatte, wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Da ich unzählig viele Bewerbungen verschickt hatte, wusste ich zunächst ehrlich gesagt überhaupt nicht, um welchen Job es dabei ging. Es stellte sich heraus, dass ich bei einer Fundraising-Agentur gelandet war. Nachdem ich mich für meinen Telemarketing-Job eher weniger begeistern konnte, war ich nicht ganz sicher, was ich davon halten sollte. Meine Aufgabe ist es, von Tür zu Tür zu laufen und zu versuchen, Leute dafür zu begeistern, ein benachteiligtes Kind in Asien oder Afrika zu sponsern. Irgendwie klang das auf den ersten Blick nicht so prickelnd. Da ich inzwischen genau weiß, dass man hier bei der Jobsuche nicht wählerisch sein darf, habe ich dennoch zugesagt.

Autor: Nadine  |  Rubrik: orientieren  |  09.06.2016
Autor: Nadine
Rubrik: orientieren
09.06.2016

Zwischen Schule & Beruf

Von Sydney bis nach Brisbane

Da ich in Sydney und Umgebung inzwischen alles gesehen habe, was ich sehen wollte, wurde es Zeit weiterzuziehen. Wie es der Zufall so wollte habe ich einen deutschen Backpacker kennengelernt, der fast die selbe Reiseroute wie ich geplant hatte. Er wollte mit seinem Campervan die Ostküste von Sydney bis nach Brisbane hochreisen. Das passte mir perfekt in meinen Plan und ich beschloss mich ihm anzuschließen. Dank eigenem Auto waren wir völlig flexibel. Das war mein erster richtiger Roadtrip in Australien und ich muss sagen, das Reisen im Campervan ist doch die beste Variante, um ein Land zu erkunden. Man muss sich zwar von jeglichem Luxus verabschieden, doch bringt es viele Vorteile mit sich.

Einer der größten Vorteile ist wohl, dass man im Auto schlafen kann und somit viel Geld spart. Mit Hilfe der App „WikiCamps“ kann man viele kostenlose Campingplätze in Australien finden, die zwar eher spartanisch ausgestattet sind, jedoch immerhin Toiletten bieten. Geduscht wird morgens unter einer Stranddusche. Das Wasser ist zwar super kalt, aber nach dieser Abkühlung ist man auf jeden Fall wach und bereit, in den Tag zu starten. Während der knapp zwei Wochen, die wir unterwegs waren, mussten wir nicht ein einziges Mal einen kostenpflichtigen Campingplatz anfahren, sodass wir lediglich Ausgaben für Essen und Sprit hatten. Die circa 930 km lange Strecke besticht mit atemberaubenden Stränden, süßen Küstenstädten und verlassenen Nationalparks. Wir hatten eine tolle Zeit, die mir mal wieder gezeigt hat, wie glücklich ich mich schätzen kann, durch dieses wunderschöne Land zu reisen.

Autor: Nadine  |  Rubrik: orientieren  |  31.05.2016
Autor: Nadine
Rubrik: orientieren
31.05.2016