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Zwischen Schule & Beruf

Göttingen

Die vergangenen Tage habe ich in Göttingen verbracht, um eine amerikanische Freundin zu unterstützen. Sie wird ab dem Wintersemester dort einen englischsprachigen Studiengang studieren und kann noch kein Deutsch. Als sie mich vor einiger Zeit angeschrieben und um Hilfe gebeten hat, habe ich natürlich sofort zugesagt.

Ich habe ihr eine Wohnung organisiert und alles soweit erledigt, dass sie direkt einziehen konnte. Jetzt mussten wir noch eine Krankenversicherung für sie abschließen und ein Konto eröffnen. Außerdem wollten wir sie beim Einwohnermeldeamt registrieren lassen und einen Handy-Vertrag machen. Und natürlich musste sie sich auch noch an der Uni immatrikulieren. Das war ganz schön viel für drei Tage – vor allem, weil ich mich in der Stadt auch nicht auskenne. Für die Behördengänge hatte ich Termine ausgemacht, aber schon allein den Weg zu den verschiedenen Ämtern zu finden, war ein Abenteuer. Weil meine Karten-App nicht erreichbar war und niemand in der Nähe war, den ich hätte fragen können, musste ich mich zum ersten Mal in meinem Leben tatsächlich mit einer Stadtkarte aus Papier intensiv auseinandersetzen.

Eine große Herausforderung war es auch in den drei Tagen alle Termine so zu legen, dass es auch eine realistische Chance gibt, sie einzuhalten. Gewöhnlich standen wir morgens sehr früh auf, hetzten zum Rathaus und arbeiteten dann von dort die restlichen Punkte auf unserer To-do-Liste ab. Ab dem Nachmittag hatten wir wenig zu tun, aber erstaunlicherweise fanden wir doch immer Dinge, die noch gemacht werden müssen. Es ist gar nicht so einfach, mit limitiertem Budget alltägliche Dinge wie Handtücher, Wanduhren und Töpfe einzukaufen.

Nach drei Tagen war dann aber auch wirklich alles geklärt. Ab jetzt kann sie sich ganz auf ihr neues Leben in Deutschland einstellen. Wenn ich daran denke, dass ich nicht alle, aber viele der Gänge für mich in Heidelberg bald selber machen darf, dann resigniere ich ein wenig. Aufschieben sollte ich das aber auf keinen Fall, nicht dass ich am Ende noch eine Strafe zahlen muss. So fühlen sich wohl die ersten Schritte ins Erwachsen-Werden an.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  29.09.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
29.09.2015

Zwischen Schule & Beruf

Eine neue Zeit bricht an

Auf die Nachricht, dass ich eine der wenigen unter meinen Freunden sein werde, die dieses Wintersemester sicher nicht anfangen werden zu studieren, folgte eine Phase der Enttäuschung. Nun macht sich aber langsam wieder etwas Vorfreude auf die kommenden Monate breit. Um die Zeit bis zum kommenden Sommersemester zu überbrücken, hatte ich drei Möglichkeiten:

Die erste bestand aus der Idee, mich noch spontan für ein Freiwilliges Soziales Jahr zu bewerben. Da ich allerdings nie geplant hatte, ein solches zu machen, hatte ich keine Ahnung, wo ich es absolvieren könnte. Und dann wäre da noch das offensichtliche und wahrscheinlich auch größte Problem: Ich bin für die Bewerbung schon viel zu spät dran! Ich müsste also hoffen, dass sich irgendwo noch ein geeignetes Plätzchen für mich finden lässt. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich mit dieser Entscheidung beziehungsweise mit dem Platz, den ich bekommen würde, glücklich wäre.

Die zweite Möglichkeit wäre, zu Hause zu bleiben, ein weiteres halbes Jahr zu jobben und zwischendurch Praktika in verschiedenen Unternehmen zu machen. Dadurch könnte ich weitere Berufsfelder entdecken, sodass ich mich in der nächsten Bewerbungsphase neben Psychologie noch für einen oder mehrere andere Studiengänge bewerben kann. Somit hätte ich sozusagen einen Plan B in der Tasche, der meine Aussichten auf einen Studienplatz für das nächste Semester verbessern könnte.

Doch der Grund, weshalb diese Möglichkeiten für mich trotzdem nicht attraktiv erscheinen liegt darin, dass meine besten Freunde alle einen Studienplatz bekommen haben und von hier wegziehen werden. Sie wohnen bald in ihrer ersten eigenen Wohnung und lernen neue Leute kennen. Währenddessen würde für mich alles mehr oder weniger beim Alten bleiben.

Darum habe ich mich für die dritte und letzte Möglichkeit entschieden: Ich werde ins Ausland gehen. Ich sehe die Tatsache, dass ich keinen Studienplatz bekommen habe, also jetzt als zweite Chance dafür, meinen ursprünglichen Plan in die Tat umzusetzen. In den nächsten Wochen erzähle ich euch, wie meine Planung vorangeht.

Autor: Nadine  |  Rubrik: orientieren  |  25.09.2015
Autor: Nadine
Rubrik: orientieren
25.09.2015

Zwischen Schule & Beruf

Die letzten Züge der Freiheit

In ziemlich genau einem Monat fängt mein neuer Lebensanschnitt als Studentin an. Die letzten Wochen der Freiheit will ich noch auskosten. Der Mietvertrag für die neue Wohnung ist unterschrieben, meine Sachen sind gepackt und ein großer Teil sogar schon in meinem neuen Zuhause. Der Papierkram ist größtenteils abgearbeitet und mein Studentenausweis ist auch schon angekommen. Also steht einer ausgiebigen Deutschlandreise nichts mehr im Weg.

Die Route Göttingen – Düsseldorf – Berlin – Münster – Heidelberg – Berlin – Paderborn werde ich in den nächsten drei Wochen abfahren und bei jedem Halt steht mir ein volles Programm bevor. Zugegeben, viel werde ich nicht von den Städten sehen, aber ich kann es kaum erwarten, endlich wieder was zu tun zu haben. Die Zeit der Muße ist großartig, aber nach einer gewissen Zeit suche ich wieder nach einem Sinn und nach Beschäftigung.

In Göttingen werde ich zwei bis drei Tage einer Freundin aus Amerika helfen, sich einzugewöhnen und Behördengänge zu erledigen. Sie kann kein Wort Deutsch, wird hier aber auf Englisch studieren können. In der Anfangsphase ist es aber wohl doch gut, jemanden zu haben, der die Sprache spricht und weiß, welche Versicherungen man in Deutschland abschließen muss und dass man unbedingt im Einwohnermeldeamt vorbeischauen sollte.

In Düsseldorf werde ich ein Seminar besuchen, worauf ich mich irgendwann – vielleicht auf der Zugfahrt – auch vorbereiten sollte. Und dann ruft meine Lieblingsstadt Berlin. Darauf freue ich mich besonders, da meine beste Freundin dort hingezogen ist. In Münster werde ich ein Wochenendseminar leiten und dann steht schon der finale Umzug bevor. Den Tag darauf verschwinde ich dann wieder für eine Woche nach Berlin und das Wochenende danach findet ein großer Kongress in Paderborn statt, bis schließlich das Semester beginnt. Es kommt also einiges auf mich zu, aber ich freue mich sehr, wieder viel unterwegs zu sein.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  23.09.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
23.09.2015