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Zwischen Schule und Beruf

Die Qual der Wahl

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich nicht besonders gut darin bin, Entscheidungen zu treffen? Weil ich unsicher war, ob es mit einem Studienplatz in Medizin auf Anhieb klappt, habe ich mich spontan auch für Jura beworben. Mit meiner Abinote konnte ich davon ausgehen, für Jura definitiv einen Platz zu bekommen. In den letzten Tagen sind die Zusagen eingetrudelt – zu meinem Erstaunen wurde ich überall für Jura angenommen. Nun stehen Heidelberg, München, Berlin, Düsseldorf und Köln zur Auswahl. Meine Vernunft sagt: Heidelberg ist die einzig richtige Wahl. Mein Stadtkind-Teenager-Herz verlangt jedoch nach Berlin oder München.

Die Universität Heidelberg besitzt wohl die renommierteste und älteste Jura-Fakultät Deutschlands und unterhält, soweit ich weiß, beste Verbindungen zu Elite-Universitäten im Ausland und zu Großkanzleien. Allein die Tatsache, dass hier zwölf Bewerber auf einen Studienplatz kommen und dass es einen nicht zu unterschätzenden NC gibt, macht diesen Standort in meinen Augen exklusiv.

Auch Köln war in der engeren Wahl, vor allem, weil es relativ nah an meinem Zuhause liegt. Diese beiden Universitäten und Städte habe ich dann mit meinen Eltern besucht und dabei festgestellt: Köln ist definitiv raus aus dem Rennen. Die Gebäude der Universität wirkten auf mich ziemlich trostlos mit vielen Beton und den klobigen Bauten. Natürlich sollte ich diesem Punkt nicht zu viel Beachtung schenken, aber wenn ich auch noch andere Angebote habe, dann will ich mich an der Uni auch wohlfühlen können. Die Besichtigungstour durch Heidelberg dagegen war wirklich schön, und obwohl ich mich gegen die Vorstellung sträube in einer Kleinstadt zu studieren, muss ich zugeben, dass die Stadt ziemlich perfekt für ein Studium ist. Praktischerweise habe ich einige Bekannte, die in Heidelberg Jura studieren und mir viele Tipps geben können. Also doch nicht nach München oder Berlin?

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  14.08.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
14.08.2015

Zwischen Schule & Beruf

Abenteuer Englisch im Elsass

Fast zwei Monate meines Freiwilligendienstes sind um, was mich – gemeinsam mit der Tatsache, dass das Bargeld inzwischen knapp wird – auf die Idee bringt, mal in der Bank nachzufragen, wo denn eigentlich die Karte bleibt, die man mir schon vor vier Wochen versprochen hatte. Sie lag noch in der Bank, alles gut.

Wieder daheim und auf der Suche nach der PIN zur Aktivierung der Karte, muss ich mir eingestehen: Diesen Brief habe ich tatsächlich erhalten. Nur: Wo zum Teufel versteckt der sich? Nach intensiver aber erfolgloser Suche entschließe ich mich, die gute Frau in der Bank ein weiteres Mal zu behelligen. Dort druckt sie mir die PIN auch postwendend aus, sie kennt mich ja inzwischen. Sie erklärt mir noch einmal die genaue Aktivierungsprozedur, womit ich ob ihres französischen Fachchinesisch allerdings etwas überfordert bin. Meine Verständnisprobleme scheinen mir auch prompt ins Gesicht geschrieben zu stehen, denn sie stellt von sich aus die in Frankreich schier unmögliche Frage: „Parlez-vous anglais?“ („Sprechen Sie Englisch?“). Auf mein Bejahen folgt aufgrund wohl eher rudimentärer Englischkenntnisse ihrerseits eine sehr simpel gehaltene Erklärung dessen, was ich auch vorher schon verstanden hatte. Der nicht verstandene Teil findet diesmal schlicht keine Erwähnung, sodass ich beschließe, dass er nicht so wichtig gewesen sein kann. Ich signalisiere ihr also, dass ich verstanden habe. Etwas erstaunt bin ich dabei über mein Versagen, ihr auf Englisch zu antworten. Mir kommt kein einziges englisches Wort über die Lippen. Stattdessen folgt dem unbedachten „Oui“ ein ebenso reflexartiges „d'accord“. Egal, Hauptsache sie versteht mich.

Bevor ich mit der PIN gehen kann, wird mir noch etwas Vertrag zwischen viel Werbung in die Hand gedrückt. Trotz allem zufrieden mit der geglückten Mission kehre ich zurück auf vertrautes Terrain. Selbstverständlich finde ich ein paar Tage später den verloren geglaubten Brief mit dem PIN auf meinem Schreibtisch.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  20.05.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
20.05.2015

Zwischen Schule und Beruf

Kulinarische Gepflogenheiten

Mit der Erwartung, meine neue Chefin zum ersten Mal zu treffen oder wenigstens eine der Klosterschwestern am Empfang vorzufinden, gehe ich die letzten Schritte zu meinem neuen Zuhause. Entgegen meiner Vermutung schallt mir ein junges, dynamisches „Bonjour“ entgegen. Und das gleich vier Mal. Denn – wie könnte es in einem Altersheim/Kloster auch anders sein – es stehen vier Mädchen in meinem Alter vor dem Eingang und fragen mich hoffnungsvoll: „Bist du Katharina?“ Die warten dann wohl schon eine halbe Stunde, ganz pünktlich bin ich nämlich nicht …

Drinnen treffe ich dann auch endlich meine Chefin, die unverzüglich beginnt, mit mir durch die Gänge zu hetzen. So durch die Flure fliegend, bestätigt sie das in meinem Kopf bereits vorhandene Bild einer etwas chaotischen, wenngleich herzlichen Frau, die darüber hinaus auch gleich meiner Hoffnung auf einen Happen zu Essen Gestalt gibt. Im Nachhinein war es nämlich keine besonders gute Idee, mit einer Sparversion von Brötchen in den Tag zu starten, ohne zu wissen, ob dieser noch ein weiteres Mahl bereithalten würde.

Jegliche Sorgen diesbezüglich wären allerdings absolut überflüssig gewesen. Es kristallisiert sich im Laufe der nächsten Tage heraus, dass es hier grundsätzlich immer genug bis viel zu viel gibt. Schließlich bin ich bei den Franzosen! So entschließe ich mich dazu, das Abendessen in der Küche abzubestellen. Ich ernte einen skeptischen Blick und die Frage, ob ich heute Abend wirklich nichts essen wolle. Nein, antworte ich, und die nächsten auch nicht. Ich beteuere noch drei Mal, dass ich nicht verhungern werde und auch keine gefährliche Diät mache. Ich bin eben zwei warme Mahlzeiten am Tag nicht gewöhnt. Außerdem fällt mir auf, dass die französischen Köche Gewürze höchstens als Deko im Schrank zu haben scheinen. Sie benutzen sie jedenfalls so sporadisch, dass ich zum ersten Mal wahrnehme, wie zerkochtes Gemüse in seiner natürlichsten Form wirklich schmeckt. Nach nichts.

Inzwischen kann ich aber sagen: Man gewöhnt sich daran. In diesem Sinne – Bon appétit!

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  11.05.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
11.05.2015