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Zwischen Schule & Beruf

Salut und hallo aus Frankreich

Ich bin Katharina, genannt Katha, 18 Jahre alt und lebe seit fünf Monaten in einem Kloster im Elsass. Dorthin verschlagen hat mich vor allem meine Ahnungslosigkeit. Meine Entsendeorganisation hatte mir nämlich lediglich mit auf den Weg gegeben, dass ich in einem „religiös geprägten“ Altenheim als Animateurin arbeiten würde.

Als ich mich vor etwa einem Jahr bei der Organisation für einen IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst) bewarb, schien mir die Aussicht auf ein Jahr im französischen Ausland mit dieser Arbeit als ideal, um nach Turbo-Abi und einer übersprungenen Klasse vor dem Studium einfach noch etwas älter zu werden, und dabei bestensfalls noch eine andere Sprache und Kultur kennenzulernen. Den Fakt, dass die Einrichtung „religiös geprägt“ ist, tat ich als normal und nicht weiter verwunderlich ab, da viele soziale Einrichtungen von kirchlichen Trägern unterstützt werden.

Umso überraschter war ich, als ich am ersten Tag erfuhr, dass es sich um ein Altenheim handelte, dass so eng mit dem örtlichen Kloster kooperiert, dass es im selben Haus untergebracht ist.

So wohne ich jetzt also im Kloster.

Die Hälfte meines Freiwilligendienstes habe ich mittlerweile hinter mir und mich dementsprechend gut eingelebt. In meinem Blog werde ich natürlich trotzdem überwiegend von aktuellen Ereignissen berichten und euch die wichtigsten – und oft interessantesten – Momente und Aha-Effekte auf dem Weg bis hierher nicht vorenthalten.

Hier könnt ihr also gerne verfolgen, wie es sich als Nichtgläubige im Kloster lebt, welche Erlebnisse ich als Deutsche im Elsass mache und welche Kuriositäten der Arbeitsplatz Altenheim mit sich bringt.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  14.04.2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
14.04.2015

Zwischen Schule und Beruf

Hier spricht die Bundespolizei

Was ist das Schlimmste, das einem wenige Tage vor den Semesterklausuren passieren kann? Okay, da gibt es sicher eine ganze Menge, doch ich erlebte jüngst meinen ganz persönlichen GAU. Sonntagabend – vier Tage vor der ersten Prüfung – erlitt mein neuer Laptop plötzlich einen Breakdown, verursacht durch einen fiesen Virus: Mit einer Zahlungsaufforderung von 100 Euro wurde mir vorgeworfen, ich hätte gegen Urheberrechtsbestimmungen verstoßen. Unterzeichnet hatte angeblich die Bundespolizei höchstpersönlich!

Der Schock, ich könnte tatsächlich etwas Verbotenes getan haben, war alsbald wieder verflogen, denn ich erinnerte mich, schon einmal von diesem „Bundespolizei-Virus“ gehört zu haben. Die Sorge um meinen Computer und die darauf gespeicherten Dateien blieb jedoch.

Selbst konnte ich nichts ausrichten, das wurde mir schnell klar, und so spurtete ich am nächsten Morgen direkt zu einem Technikfachmann, der mich teils optimistisch stimmte, aber auch sagte, dass es nicht sicher ist, ob meine Dateien gerettet werden können. All meine Aufzeichnungen für die Klausuren! Tagelange Arbeit! Einfach so weg?! Doch noch viel schlimmer wäre der Verlust meiner geistigen Ergüsse, denn zu meinem Pech hatte ich gerade das erste Kapitel zu einer neuen Geschichte vollendet, mit dem ich sogar recht zufrieden war, was nicht sonderlich oft vorkommt.

Trotzdem weiß ich, es hätte mich schlimmer treffen können. Glücklicherweise habe ich ein paar meiner Mitschriften auch anderen Kommilitonen geschickt, sodass sie nicht vollends verloren sind. Außerdem hatte ich auf dem neuen Laptop noch nicht so viel abgespeichert. Hätte es den alten getroffen, wäre im schlimmsten Fall mein halbes Leben ausgelöscht gewesen. Ich hätte wirklich nicht gewusst, was passiert wäre, hätte der Virus meine anderen Texte erwischt, die teilweise hundert Seiten und mehr umfassen. Und so habe ich zu meinem Glück im Unglück auch noch einen Ersatzcomputer, um mich weiterhin auf die Prüfungen vorbereiten zu können.

Ich bin aber auch ein kleines bisschen stolz auf mich. Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte ich wegen einer Katastrophe wie dieser wahrscheinlich völlig die Nerven verloren. Diesmal habe ich größtenteils einen kühlen Kopf bewahren und ohne Hilfe eine Lösung finden können. Das Studium lässt mich offensichtlich eben doch ein wenig erwachsener werden.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  22.07.2013
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
22.07.2013

Zwischen Schule & Beruf

Bruder Johannes

Seit vergangenem Montag mache ich nun mein Pflegepraktikum. Dabei ist mir vor allem schwer gefallen, morgens um fünf aufzustehen, damit ich pünktlich um sechs zur Frühschicht auf der Station bin. Das Problem ist dabei gar nicht die Uhrzeit, sondern der Schlafmangel. Irgendwie habe ich das noch nicht raus, mal wirklich früh ins Bett zu gehen. Entsprechend war die erste Woche vor allem durch Müdigkeit bestimmt, da fünf Stunden Schlafe auf Dauer nicht genug sind. Besonders dann, wenn man während der Arbeit acht Stunden permanent auf den Beinen ist. Aber daran gewöhnt man sich recht schnell, wie ich gegen Ende der ersten Woche erleichtert feststellte.

Allerdings muss man auch sagen, dass die ersten Tage durchaus interessant waren und mir großen Spaß gemacht haben. Gut, nicht jedem muss es gefallen, im Fäkalienraum Urinflaschen und Bettpfannen zu leeren, ehrlich gesagt ist das auch nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung. Das Einlagen wechseln ist ebenfalls nicht das angenehmste.

Dafür erhält man aber einen richtig guten Einblick in das alttägliche Geschäft von Pflegern und Ärzten. Und da gehört eben mehr dazu als Dinge zu säubern, etwa die Organisation der Station an sich. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings selbstverständlich beim Wohl des Patienten! Zuhören, sich mit ihnen unterhalten, Wasser oder Kaffee holen, aber auch Blutdruck, Blutzucker und dergleichen messen dienen dem Wohlbefinden der hauptsächlich älteren Leute. Und irgendwie entschädigt ein „Dankeschön“ für das Bringen eines Kissens schon für die halbe Stunde Stühle putzen im Entsorgungsraum. Es tut einfach gut zu wissen, etwas Sinnvolles zu tun und durch das eigene Handeln Menschen, die nicht mehr selbst für sich sorgen können, zu helfen! Die Dankbarkeit ist wirklich ein großer Lohn.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  27.02.2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
27.02.2013