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Zwischen Schule & Beruf

Bruder Johannes

Seit vergangenem Montag mache ich nun mein Pflegepraktikum. Dabei ist mir vor allem schwer gefallen, morgens um fünf aufzustehen, damit ich pünktlich um sechs zur Frühschicht auf der Station bin. Das Problem ist dabei gar nicht die Uhrzeit, sondern der Schlafmangel. Irgendwie habe ich das noch nicht raus, mal wirklich früh ins Bett zu gehen. Entsprechend war die erste Woche vor allem durch Müdigkeit bestimmt, da fünf Stunden Schlafe auf Dauer nicht genug sind. Besonders dann, wenn man während der Arbeit acht Stunden permanent auf den Beinen ist. Aber daran gewöhnt man sich recht schnell, wie ich gegen Ende der ersten Woche erleichtert feststellte.

Allerdings muss man auch sagen, dass die ersten Tage durchaus interessant waren und mir großen Spaß gemacht haben. Gut, nicht jedem muss es gefallen, im Fäkalienraum Urinflaschen und Bettpfannen zu leeren, ehrlich gesagt ist das auch nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung. Das Einlagen wechseln ist ebenfalls nicht das angenehmste.

Dafür erhält man aber einen richtig guten Einblick in das alttägliche Geschäft von Pflegern und Ärzten. Und da gehört eben mehr dazu als Dinge zu säubern, etwa die Organisation der Station an sich. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings selbstverständlich beim Wohl des Patienten! Zuhören, sich mit ihnen unterhalten, Wasser oder Kaffee holen, aber auch Blutdruck, Blutzucker und dergleichen messen dienen dem Wohlbefinden der hauptsächlich älteren Leute. Und irgendwie entschädigt ein „Dankeschön“ für das Bringen eines Kissens schon für die halbe Stunde Stühle putzen im Entsorgungsraum. Es tut einfach gut zu wissen, etwas Sinnvolles zu tun und durch das eigene Handeln Menschen, die nicht mehr selbst für sich sorgen können, zu helfen! Die Dankbarkeit ist wirklich ein großer Lohn.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  27.02.2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
27.02.2013

Zwischen Schule & Beruf

Zweifel über Zweifel

Es ist Februar, mein erstes Semester an der Hochschule ist vorbei und draußen schneit es wie verrückt. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass ich nach dem Abi vielleicht den falschen Pfad eingeschlagen haben könnte. Vielleicht nicht unbedingt mit meinem Studium, denn während zwei meiner alten Klassenkameraden schon abgebrochen haben, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Zwar warte ich mit Bangen noch auf die Ergebnisse von „English Linguistics“ und Germanistik, aber immerhin habe ich schon mal „English Literature and Culture“ mit 2,7 bestanden. Klar, in der Schule war ich immer deutlich besser in solchen Fächern, aber es ist ja ein Anfang. Trotzdem fühle ich mich nicht ganz wohl mit allem. Manchmal habe ich sogar das dringende Bedürfnis, alle Zelte in Bonn abzubrechen und einfach abzuhauen. Vielleicht könnte ich in Göttingen ja dasselbe studieren? Vielleicht könnte ich mir auch mit meinen alten Freundinnen eine WG teilen? Doch dann meldet sich wieder die Vernunft, die mir sagt, dass ich mich nun mal so entschieden habe und ich das nun auch durchziehen muss.

Ob es wohl auch anderen so geht, dass sie am liebsten die Zeit zurückdrehen würden, um noch einmal zu überlegen? Ob die „Auswanderer” nach ihrem Auslandsjahr auch zurückkommen und nicht wissen, was sie nun mit sich anfangen sollen?

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  26.02.2013
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
26.02.2013

Zwischen Schule und Beruf

Neue Wohnung, neues Glück!

Oh mein Gott! Ich kann es immer noch gar nicht glauben. All die unzähligen Anrufe, die ich getätigt habe, all die Zettel, mit denen ich halb Köln plakatierte, all die Angebote, die ich wieder und wieder studierte. Und am Ende ging doch alles ganz schnell: Wir haben eine Wohnung!

Wie es jetzt so plötzlich dazu kam, kann ich selbst noch nicht so ganz realisieren. Monatelang haben wir gesucht und eine Absage nach der anderen kassiert. Wieso also gerade jetzt? Vielleicht lag es ja an meinem letzten Beitrag, denn in dem flehte ich das neue Jahr geradezu an, gnädig mit uns zu sein. Vielleicht war es aber auch schlicht der Unterschied, dass einmal mein Freund die Immobilienbörsen durchsuchte. Das würde ja mal wieder ganz zu Murphys Gesetz passen. Ich suche mich dumm und dämlich – dagegen braucht er bloß eine Wohnung rauszusuchen und schon eine Woche später haben wir den Mietvertrag unterschrieben. Eins ist sicher: Das kann ich mir jetzt ewig anhören! Ja, das kratzt schon ziemlich an meinem Ego und auch ein bisschen an meiner Moral, aber sei’s drum! Ich weiß zwar nicht, was das Universum mir damit sagen möchte, aber ich bedanke mich an dieser Stelle einfach mal. Danke, dass die ganze Sucherei endlich ein Ende gefunden hat! Und danke, dass ich nun doch noch zu meinem IKEA-Shoppingmarathon und den Streichsessions kommen werde. Ich freue mich riesig darauf, endlich die Farbrolle zu schwingen und das hart angesparte Geld zu verpulvern!

Aber zwischen die ganze Euphorie drängen sich doch ein paar Zweifel. War das wirklich alles seriös, so schnell, wie das nun über die Bühne ging? Und vor allem: Werden wir uns in der neuen Umgebung wohler fühlen als in unserem 1-Zimmer-Apartment? Denn ein beschaulicher Vorort Bergisch-Gladbachs ist immer noch etwas anderes als die Innenstadt von Köln. Dort wird es keine angeketteten Rollatoren mehr im Treppenhaus geben und auch keine Einfamilienhäuser hinter dicken Zäunen. Mein Freund müsste sich eigentlich wohl fühlen, schließlich ist er Kölner! Ich hingegen bin das kleine Mäuschen vom Land, werde ich mich gut einleben? Na ja, jede Faser meines Körpers ist erfüllt von purem Optimismus. Das wird schon alles werden!

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  22.01.2013
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
22.01.2013