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Zwischen Schule & Beruf

Zweifel über Zweifel

Es ist Februar, mein erstes Semester an der Hochschule ist vorbei und draußen schneit es wie verrückt. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass ich nach dem Abi vielleicht den falschen Pfad eingeschlagen haben könnte. Vielleicht nicht unbedingt mit meinem Studium, denn während zwei meiner alten Klassenkameraden schon abgebrochen haben, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Zwar warte ich mit Bangen noch auf die Ergebnisse von „English Linguistics“ und Germanistik, aber immerhin habe ich schon mal „English Literature and Culture“ mit 2,7 bestanden. Klar, in der Schule war ich immer deutlich besser in solchen Fächern, aber es ist ja ein Anfang. Trotzdem fühle ich mich nicht ganz wohl mit allem. Manchmal habe ich sogar das dringende Bedürfnis, alle Zelte in Bonn abzubrechen und einfach abzuhauen. Vielleicht könnte ich in Göttingen ja dasselbe studieren? Vielleicht könnte ich mir auch mit meinen alten Freundinnen eine WG teilen? Doch dann meldet sich wieder die Vernunft, die mir sagt, dass ich mich nun mal so entschieden habe und ich das nun auch durchziehen muss.

Ob es wohl auch anderen so geht, dass sie am liebsten die Zeit zurückdrehen würden, um noch einmal zu überlegen? Ob die „Auswanderer” nach ihrem Auslandsjahr auch zurückkommen und nicht wissen, was sie nun mit sich anfangen sollen?

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  26.02.2013
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
26.02.2013

Zwischen Schule und Beruf

Neue Wohnung, neues Glück!

Oh mein Gott! Ich kann es immer noch gar nicht glauben. All die unzähligen Anrufe, die ich getätigt habe, all die Zettel, mit denen ich halb Köln plakatierte, all die Angebote, die ich wieder und wieder studierte. Und am Ende ging doch alles ganz schnell: Wir haben eine Wohnung!

Wie es jetzt so plötzlich dazu kam, kann ich selbst noch nicht so ganz realisieren. Monatelang haben wir gesucht und eine Absage nach der anderen kassiert. Wieso also gerade jetzt? Vielleicht lag es ja an meinem letzten Beitrag, denn in dem flehte ich das neue Jahr geradezu an, gnädig mit uns zu sein. Vielleicht war es aber auch schlicht der Unterschied, dass einmal mein Freund die Immobilienbörsen durchsuchte. Das würde ja mal wieder ganz zu Murphys Gesetz passen. Ich suche mich dumm und dämlich – dagegen braucht er bloß eine Wohnung rauszusuchen und schon eine Woche später haben wir den Mietvertrag unterschrieben. Eins ist sicher: Das kann ich mir jetzt ewig anhören! Ja, das kratzt schon ziemlich an meinem Ego und auch ein bisschen an meiner Moral, aber sei’s drum! Ich weiß zwar nicht, was das Universum mir damit sagen möchte, aber ich bedanke mich an dieser Stelle einfach mal. Danke, dass die ganze Sucherei endlich ein Ende gefunden hat! Und danke, dass ich nun doch noch zu meinem IKEA-Shoppingmarathon und den Streichsessions kommen werde. Ich freue mich riesig darauf, endlich die Farbrolle zu schwingen und das hart angesparte Geld zu verpulvern!

Aber zwischen die ganze Euphorie drängen sich doch ein paar Zweifel. War das wirklich alles seriös, so schnell, wie das nun über die Bühne ging? Und vor allem: Werden wir uns in der neuen Umgebung wohler fühlen als in unserem 1-Zimmer-Apartment? Denn ein beschaulicher Vorort Bergisch-Gladbachs ist immer noch etwas anderes als die Innenstadt von Köln. Dort wird es keine angeketteten Rollatoren mehr im Treppenhaus geben und auch keine Einfamilienhäuser hinter dicken Zäunen. Mein Freund müsste sich eigentlich wohl fühlen, schließlich ist er Kölner! Ich hingegen bin das kleine Mäuschen vom Land, werde ich mich gut einleben? Na ja, jede Faser meines Körpers ist erfüllt von purem Optimismus. Das wird schon alles werden!

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  22.01.2013
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
22.01.2013

Zwischen Schule und Beruf

Der Auszug

In nur mehr vier Wochen ist es also schon wieder so weit: Nach 140 Tagen, also etwa viereinhalb Monaten, ziehe ich wieder nach Hause. Natürlich nicht auf Dauer, nur so lange bis ich weiß, wohin es gehen wird.

Von den viereinhalb Monaten habe ich – traurigerweise – allerdings gerade einmal zweieinhalb in einem halbwegs vernünftigen Zimmer gewohnt. Nur eineinhalb Wochen nach dem Einzug in meine Studenten-WG hatten wir nämlich einen Wasserschaden im Bad, der sich leider auf mein Zimmer ausgebreitet hat. Innerhalb einer Woche war der Schimmel auf 30 Zentimeter hochgeklettert. Vier Wochen hatten wir Trocknungsgeräte in der Wohnung, im Bad und in meinem Zimmer. In dieser Zeit habe ich in der vier Quadratmeter großen Wäschekammer gelebt. Einen Vorteil hatte das ganze allerdings, denn für diese vier Wochen entfiel das Heizen komplett. Die Trocknungsgeräte bescherten uns ein wüstenähnliches Klima, denn einerseits heizten sie ordentlich, andererseits entzogen sie der Luft Feuchtigkeit.

Im Bad hatten wir fast durchgängig Temperaturen zwischen 41 und 44 Grad Celsius, der Rekord betrug sogar 46 Grad. Sobald die Maschinen wieder weg waren, fielen die Temperaturen rapide und die komplette WG fror im doch recht kalten November bei „bitterkalten“ 22 Grad. Nachdem der Trocknungsvorgang abgeschlossen waren, dauerte es weitere vier Wochen, bis mein Zimmer wieder bewohnbar war, da es neu tapeziert und gestrichen werden musste.

Immerhin bekommt mein Nachfolger jetzt einen neu renovierten Raum. Stichwort Nachmieter: Ich finde es total interessant, dieses Mal auf der „anderen Seite“ zu stehen und zu entscheiden, wer für mich einziehen darf!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  21.01.2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
21.01.2013