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Zwischen Studium & Beruf

Startschuss

Kaum in München angekommen, ist meine erste Arbeitswoche auch schon wieder vorbei. Darüber bin ich allerdings sehr froh, denn ich bin kein großer Freund von Veränderungen. Andererseits war ich nach fünf Jahren Studium bereit für etwas Neues – wohl eine seltsame Kombi. Aber ich glaube, so ist das Erwachsenwerden einfach, denn obwohl ich seit meinem Abi nicht mehr zuhause wohne und inzwischen auf eigenen Beinen stehe, lerne ich immer noch dazu. Vor allem der Start ins Berufsleben war ein wichtiger Schritt.
Noch während meines letzten Semesters war ich mir sicher, wohin ich will: in eine Redaktion. Das ist eine Arbeit, die ich seit Jahren mache und mir auch für meine Zukunft wünsche. Doch während eine Bewerbung nach der anderen mein Postfach verließ, kamen mir Zweifel. Je mehr ich schrieb und je weniger Antworten ich bekam, desto größer wurde die Angst, ohne Job in meiner neuen Wahlheimat dazustehen. Trotz oder gerade wegen all der Horrormärchen von der endlosen Arbeitssuche, die Geisteswissenschaftler wie mich nach dem Abschluss erwartet, wollte ich meine selbstgesetzte Deadline einhalten. Pünktlich zum 1. Mai musste also eine Festanstellung her, um endlich nicht mehr meinen Eltern auf der Tasche liegen zu müssen und stattdessen die Früchte meiner jahrelangen, harten Arbeit zu ernten.
Und wider Erwarten bekam ich dann tatsächlich noch vor Ostern die Zusage für ein PR-Volontariat in einer coolen Münchner Agentur. Meine Freunde überhäuften mich mit Glückwunschbekundungen. Ich hingegen war mir zuerst gar nicht so sicher – hatte ich nicht etwas anderes gewollt? Zumindest die Wahl zu haben, wäre schön gewesen.
Nun, nachdem ich die ersten Tage hinter mich gebracht habe, denke ich jedoch, dass es das Schicksal manchmal einfach besser weiß. Mein Team ist einfach klasse, fachlich als auch auf persönlicher Ebene! Und das Tolle: Schon an meinem dritten Tag sitze ich am zweiten Gastbeitrag für einen Kunden! Yippie, meine große Leidenschaft fürs Schreiben kommt also doch nicht zu kurz.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  22.05.2018
Autor: Noelle
Rubrik: studium
22.05.2018

Zwischen Studium & Beruf

Neuanfang in München

Nun ist es soweit: Ich habe meinen ersten Arbeitstag! Und auch wenn ich mir bereits Essen vorgekocht und Klamotten rausgelegt habe, kann ich es immer noch nicht ganz glauben. Es kommt mir vor, als hätte ich erst gestern mit meinen Freunden auf der Terrasse meiner WG gegrillt. Wochenlang saß ich in der Uni und schrieb an meiner Masterarbeit. Nun ist das alles vorbei und ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Mein Umzug nach München war ein Abschied auf Raten, denn nach meinem WG-Auszug verbrachte ich noch einige Wochen bei meinem Freund und tingelte ständig nach Hause. Meine Kisten waren zwar gepackt, doch es war so viel zu tun, dass ich kaum merkte, wie sich mein Leben allmählich veränderte.
Seit Freitag bin ich in München, doch auch das fühlte sich irgendwie noch nach Urlaub an – bis jetzt. Denn morgen früh werden meine Mutter und mein Freund zurück gen Heimat fahren und ich bleibe hier – diesmal für immer.
Ich sitze in meinem neuen Bett in meinem neuen Zimmer, starre an die weiße Wand und überlege, wie ich mich fühle. Bin ich traurig? Aufgeregt? Ängstlich? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Und das ist für mich mehr als seltsam, denn normalerweise schäume ich vor Emotionen nur so über. Ich mache mir eher Sorgen über die simplen Dinge: Werde ich genügend Schlaf bekommen oder jede Nacht wach liegen? Wird mein Magen den halben Tag über knurren? Und werde ich mich mit meinen Kollegen gut verstehen?
Doch vor den neuen Herausforderungen des Jobs selbst graut es mir kein Stück. Vielleicht ist das genau das Gefühl, mit dem ich heute Abend ins Bett gehen sollte. Was soll schon passieren? Der erste Tag ist immer etwas heikel; man kennt sich noch nicht aus und fühlt sich am neuen Arbeitsplatz völlig fremd. Doch das ist etwas, das sich nach einiger Zeit von ganz alleine gibt. Wenn ich an mein Redaktionspraktikum denke, erinnere ich mich noch gut daran, wie wohl ich mich nach den ersten ein, zwei Wochen gefühlt habe, und mit etwas Glück wird es diesmal ganz genauso sein.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  08.05.2018
Autor: Noelle
Rubrik: studium
08.05.2018

Zwischen Studium & Beruf

Panik!

Ich bin müde. Das merke ich vor allem daran, dass ich nicht einmal mehr die Kraft habe, mich aufzuregen.
Gestern habe ich mein letztes Vorstellungsgespräch dieser Bewerbungsrunde hinter mich gebracht. Ich musste dreieinhalb Stunden lang einen Social-Media-Test absolvieren und eine Power Point Präsentation erstellen – und all das noch vor dem eigentlichen Gespräch! Da sich meine letzten Sorgen bezüglich der Uni inzwischen in Wohlgefallen aufgelöst hatten, war es danach soweit: Ich war frei!
Am nächsten Tag rollte ich mich nach dem Aufwachen noch zwei Stunden genüsslich im Bett umher, bevor ich duschte, in der Wohnung für Ordnung sorgte und opulent frühstückte. Ich erledigte einige Dinge, kaufte mir zum Beispiel einen Küchenrollenhalter und eine Obstschale. Dann der Schock: Als ich später bei meiner Bank Bargeld ziehen wollte, stellte ich fest, dass meine EC-Karte weg war! Obwohl mein Kopf in höchster Alarmbereitschaft dröhnte, erinnerte ich mich daran, dass ich sie zuletzt beim Kauf der Obstschale gezückt hatte. Nach einem kurzen Anruf in der Filiale jedoch erneut Ernüchterung: Niemand hatte meine Karte gefunden. Da blieb mir nur, bei der Notfallhotline meiner Bank anzurufen und meine Karte sperren zu lassen.
Vor ein paar Tagen hätte ich vor lauter Panik wahrscheinlich bitterlich geweint. In den vergangenen Wochen habe ich so viele Tränen vergossen, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Ich musste so viele Entscheidungen fällen und gleichzeitig so viele Enttäuschungen einstecken und Kompromisse eingehen – das hat mich mürbe gemacht. Ich verspüre nun nur noch diese tiefe Müdigkeit.
Höchste Zeit also für einen Tapetenwechsel: In zwei Tagen gehe ich mit meinem Papa auf Kreuzfahrt. Ich freue mich am meisten auf Ruhe, Gelassenheit und das Lesen von Büchern, die seit einem halben Jahr in meinem Bücherregal versauern. Ab und an plagen mich Gedanken daran, dass noch immer viel zu tun ist: Mein Freund muss bald umziehen, meine berufliche Zukunft ist noch nicht in trockenen Tüchern und mein Zimmer gleicht eher einer Müllhalde als einem neuen Zuhause. Trotzdem ist mir das alles gerade herzlich egal. Ich habe meinen Abschluss so gut wie in der Tasche, ich habe ein Dach über dem Kopf – der Rest wird sich schon irgendwie regeln.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  18.04.2018
Autor: Noelle
Rubrik: studium
18.04.2018