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Medizin studieren

Ein kleines bisschen Wissenschaft

Mein nächstes Ziel ist es, meine Doktorarbeit in Angriff zu nehmen. Mein Thema möchte ich im Bereich der humanitären Hilfe wählen. Meine Motivation dazu ergibt sich aus meiner Arbeit als Fundraiser, meinem Aufenthalt bei der Shanti Leprahilfe in Nepal und meiner Arbeit bei Brückenwind e.V. Diese Aktivitäten ließen meinen Blick auf Entwicklungszusammenarbeit kritischer werden schmälerten aber nicht meine Motivation, mich einzusetzen.
Der Professor, der meine Doktorarbeit betreut, beschäftigt sich mit Stoffwechselerkrankungen bei Kindern und forscht zu besonderen Ernährungssituationen. So steht beispielsweise die Wiederaufnahme von Ernährung nach langem Hunger, zum Beispiel nach Naturkatastrophen, Krieg oder Flucht im Vordergrund. In der Vergangenheit sind dabei fatale Fehler gemacht worden, etwa indem man Kindern nach langem Hunger viel Zucker gab, obwohl deren Stoffwechsel diesen schlecht verwerten kann. Mittlerweile weiß man, dass eine fettreiche Ernährung in diesem Fall viel besser ist.
Ich war von Anfang an überrascht von der Hilfsbereitschaft und Aktivität des Professors, mir dabei zu helfen, ein Thema zu finden. Mein eigener Plan bestand darin, ins Ausland zu gehen, um beispielsweise beim Deutschen Roten Kreuz oder bei den Ärzten ohne Grenzen forschen und arbeiten zu können. Mein Betreuer warnte mich, dass Doktorarbeiten im Ausland sehr aufwändig und mit hohem Risiko verbunden sind. Deshalb entschied ich mich, eine kleine Arbeit in Deutschland zu schreiben, die bereits für eine Dissertation ausreichend wäre, und auf deren Grundlage, die Arbeit im Ausland auszuweiten.
Untersuchen werde ich nun einen Fettkörper, der als Energielieferant neben der eigentlichen Ernährung dienen soll. Bei positivem Forschungsergebnis könnte dieser Fettkörper einer Erdnusspaste, die bereits in Notsituationen eingesetzt wird, beigemengt werden, um Menschen noch effizienter wichtige Nährstoffe und somit Energie zuzuführen. Bevor ich starten kann, muss ich mich aber erst noch genauer in die Thematik einarbeiten. Meinen Antrag schreibe ich, bevor ich nach Riga gehe.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  14.03.2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
14.03.2019

Medizin studieren

Ein bisschen Fernweh

Erstaunt war ich schon, wie viel Zeit man plötzlich hat, wenn man keine Beziehung mehr führt – letztendlich bleibt einem dann nichts anderes übrig, als sich auf sich selbst zu konzentrieren. Ich habe beschlossen, das Beste daraus zu machen und mich um ein Auslandssemester zu bemühen, am liebsten schon im nächsten Wintersemester 2019/20, sonst gerne im Sommersemester 2020. Ich habe mir schon ein paar Gedanken darüber gemacht und mit Riga geliebäugelt. Nun wollte ich etwas konkreter werden. Meine Beweggründe, nach Osteuropa zu gehen, rühren vor allem daher, dass ich meine Komfortzone verlassen möchte. Spanien, Italien, Frankreich oder Großbritannien erschienen mir zu nah an meinem Leben.
Für solche Fälle wie mich ist das International Office in Münster zuständig, das in der Regel begeistert reagiert, wenn man einen eher außergewöhnlichen Auslandsaufenthalt plant. Aber so weit sollte es gar nicht kommen. Zunächst sprach ich mit der Auslandsbeauftragten für Medizinstudierende und erwähnte, dass ich gerne nach Riga gehen möchte. Zufälligerweise war gerade eine Studentin von ihrem Erasmus-Platz in Riga abgesprungen, weshalb sie mich fragte, ob ich nicht schon im nächsten Semester gehen wolle. Ich war sprachlos, vielleicht auch etwas überfordert, aber auf jeden Fall positiv überrascht und wusste, dass das eine tolle Möglichkeit für mich darstellt: ich müsste kein Bewerbungsverfahren für das Erasmus-Programm durchlaufen, keinen Sprachtest ablegen und kein Motivationsschreiben aufsetzen. Ich dachte an meine Famulatur in den Semesterferien, an meinen Job als Fundraiser und an das Blockpraktikum in der Onkologie – und kam zum Schluss, dass ich das alles verschieben kann. Also gut: Auf geht es nach Riga!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  07.03.2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
07.03.2019

Medizin stuiden

Mein letztes Semester

Nach gefühlt unzähligen Semestern war es schließlich so weit: Mein letztes Semester im Medizinstudium ging zu Ende. Während ich meine letzten Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht absolvierte, versuchte ich dem „Nostalgie-Sog“ vieler Kommilitonen zu entkommen. Was deutlich schwerer war als gedacht, denn es war tatsächlich ein komisches Gefühl zu wissen, dass das Studium bald vorbei sein würde und das Staatsexamen vor der Tür steht. Aber irgendwie gingen bei mir dann doch alle sentimentalen Gefühle im Dissertationsstress unter. Und auf einmal wachte ich auf und dachte: Okay, du musst jetzt das letzte Mal um 8.15 Uhr zu einer Vorlesung. Deine Kommilitonen siehst du jetzt nur noch in deiner Freizeit. In zwei Stunden ist der Uni-Alltag vorbei. Und damit war die Sentimentalität auf einen Schlag doch da.
Die letzte Vorlesung war ziemlich gut. Wie schon fast alle Kinderheilkunde-Vorlesungen zuvor. Der Professor schaffte es, die Stimmung im Saal aufzugreifen und uns Tipps mitzugeben. So viel persönliche Anteilnahme hatte bislang kaum ein Professor erkennen lassen. Und auch die entscheidende pädiatrische Botschaft gab er uns mit auf den Weg: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!“.
Nach neun Semestern, in denen ich extrem viel über Erwachsenenmedizin gelernt hatte, war ich im Abschluss-Semester doch ziemlich erstaunt, wie anders Kinder funktionieren. Es kommt eben nicht von ungefähr, dass Pädiatrie ein eigenständiges, ziemlich großes Fachgebiet in der Humanmedizin ist.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  05.03.2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
05.03.2019