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Medizin studieren

Hubschraubereinsatz

Viele Leute machen sich vor einer Reise schon Gedanken, ob sie die Sprache, die in dem Urlaubsziel gesprochen wird, gut genug beherrschen, um zurechtzukommen.

Beispielsweise kenne ich einige, die nicht gerne nach Frankreich fahren, da sie den Franzosen gegenüber Vorbehalte haben, diese könnten ausschließlich Französisch und kein Wort Englisch sprechen. Das habe ich so zwar noch nicht erlebt – bisher bin ich ohne großartige Französischkenntnisse immer sehr weit gekommen – das kann allerdings auch daran liegen, dass die Ecke Frankreichs, in die es mich eigentlich fast immer verschlägt, durch die Surferei schon recht englischsprachig geprägt ist.

Ganz im Gegensatz dazu Spanien, wie ich diesen Sommer immer häufiger feststelle: Selbst junge, studentisch wirkende Spanier bringt schon die Frage nach dem Weg, der Uhrzeit oder Vergleichbarem vollkommen in Verlegenheit. Zugegeben – meine   Spanischkenntnisse sind auch eher rudimentär. Aber dass Kommunikation in einem europäischen, touristisch stark erschlossenen Land wie Spanien, so schwer werden würde, überraschte mich dann doch.

Das hat ein älteres Ehepaar jedoch nicht im Geringsten daran gehindert, einen fast zehnminütigen Plausch mit mir zu halten: Nach einem anstrengenden Klettertag saß ich vor meinem Bus, als ein Bauer und eine Bäuerin mit ihrem Esel (in Asturien ist es in den Bergen mitunter noch sehr, sehr ländlich) an mir vorbeiliefen. Auf meiner Höhe hielten die beiden an und fingen an, sich mit mir zu unterhalten. Das lustige war, dass von meiner Seite nichts als „Hallo!“ und „ich verstehe nicht!“ kam. Letzteres wiederholten die beiden Alten auch gut gelaunt, erzählten aber munter weiter drauf los. Immer wieder mit einem „du verstehst nichts, oder?“ (so viel verstehe ich nämlich!) eingestreut. Nachdem ich das konsequent bejahte, ging der Mann dazu über, ein bisschen pantomimisch aktiv zu werden. Er machte einen Hubschrauber nach, der mitten auf der Straße landete. Seine Frau lachte ihn aus, ich wurde nicht schlauer. Erst als er so tat, als würde er klettern und dann schreiend nach hinten sprang und dann den Hubschraubereinsatz wiederholte, wurde mir klar, worum es ging.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  10.11.2017

Medizin studieren

Bremsen?

An sich läuft mein Bus wie geschmiert – von einer einzigen, dummen Bremse einmal abgesehen. Das zickige Biest hatte sich nämlich nach einer Nacht auf sehr abschüssigem Gelände festgesetzt. Denn leider hat der T4 einen Konstruktionsfehler: Das Anziehen der Handbremse kann dazu führen, dass sich die Bremsbacken an den Hinterrädern auf den Bremsscheiben festsetzen. Dieses Problem war mir bekannt, aus dem Grund vermeide ich den Gebrauch der Handbremse auch immer. Aber in dieser Nacht ging es leider einfach nicht anders, wollte ich doch nicht des Nachts eine steile Bergstraße hinuntersausen, ohne am Steuer zu sitzen.
Am nächsten Tag jedoch bereute ich die Wahl des Schlafplatzes. Als ich nach zehn Kilometer langer Abfahrt im Tal eine kleine Pause beim Bäcker einlegte, stieg mir verbrannter Bremsgeruch in die Nase. Alle Alarmglocken läuteten und mir war klar, dass ein Besuch in einer Werkstatt unabdingbar war. Ohne ein Wort Spanisch zu können, machte ich mich also auf die Suche nach einer Werkstatt. Glück im Unglück – nach 500 Metern wurde ich schon fündig. Doch wie das Problem vermitteln? Hilfe kam in Form eines schweizerischen Pärchens, ihrerseits mit Problemen am Kühler. Des Spanischen mächtig, machten sie den Mechaniker mit meiner Bremse vertraut und siehe da: 20 Minuten und zehn Euro später lief der Bus wieder. Das wird mir eine Lehre sein!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  02.11.2017

Medizin studieren

Die grünen Berge von Kantabrien

Die nordspanische Küste ist, anders als ihr französisches Pendant, sehr gebirgig. Was also tun, wenn mal wieder die Wellen ausbleiben? Genau, einen Abstecher ins Landesinnere wagen, in eines der vielen kleinen, aber feinen Klettergebiete. Diese liegen versprenkelt über zweihundert Kilometer zwischen Asturien und Kantabrien.
Der Ausgleich zum Surfen ist perfekt. Ein, zwei Tage Meer-Abstinenz, dafür aber schöne Kalkstein-Routen inmitten malerischer Natur – besser geht es kaum.
Dumm nur, dass die Bezeichnung „grüne Felsen“ nicht von ungefähr kommt: Es regnet viel. Diese Woche leider viel zu viel. So viel, dass Klettern, Sachen trocknen, lecker kochen im Freien, wandern unmöglich und gute Laune haben sehr schwer wird. Aber Sitzfleisch habe ich mir in den vielen Klausurphasen antrainiert. Und so warte ich gutes Wetter, bessere Wellen, trockene Felsen und meine wiederkehrende Zuversicht einfach ab. Schon jetzt freue ich mir ein Loch in den Bauch bei der Aussicht, in ein paar Wochen in Galizien altbekannte Strände abzuklappern und den guten Wellen nachzujagen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  27.10.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
27.10.2017