Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Physikumslogbuch - Eintrag 5

Es klingelt. Der Postbote. Clara, meine Mitbewohnerin und Kommilitonin schaut mich an. Wir springen auf, rennen zur Tür, dem Postboten entgegen. Er guckt etwas irritiert, nennt dann meinen Namen. Ich unterschreibe und nehme den Brief entgegen: die Einladung zur mündlichen Prüfung des Physikums. Clara ist etwas enttäuscht und gleichzeitig erleichtert – sie wird ein paar Tage mehr haben, um sich vorzubereiten. Ich erhalte den Brief hingegen früh, werde also nach dem schriftlichen Teil des Physikums nicht mehr viel Zeit haben, mich gezielt vorzubereiten.
Doch es kommt noch schlimmer: Wie erstarrt lese ich die Namen meiner drei Prüfer vor. In Claras Gesicht spiegelt sich meine eigene Emotion wider, sie drückt ihr Bedauern aus. In Anatomie werde ich vom gefürchtetsten Professor abgefragt, über den so manche Legende im Umlauf ist und der eine beachtliche Zahl an Prüflingen bereits durchfallen ließ. Die Physiologie wartet für mich mit ihrem Chef auf, der auch im Vorstand des Max-Planck-Instituts sitzt. Nur die Biochemie bietet einen Prüfer, der auf den ersten Blick okay zu sein scheint.
In jedem Fach – Anatomie (mit Histologie), Physiologie und Biochemie – haben wir 15 Minuten Zeit, sodass die Prüfung insgesamt ungefähr drei Stunden dauern wird. Geprüft werden wir in Vierergruppen. Über die Semestergruppe auf Facebook finden sich die Leute, die sich gemeinsam der Herausforderung stellen, um sich zusammen vorzubereiten oder die Prüfer nach Terminen zum Kennenlernen zu fragen. Meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind alle zwischen 28 und 30 Jahre alt, mit 21 Jahren bin ich das Küken. Eine hat bereits ein Zahnmedizinstudium hinter sich, die anderen beiden jeweils eine Ausbildung in der Krankenpflege. Eine tritt zum zweiten Mal an und ist entsprechend nervös. Doch bereits zu Anfang kristallisierte sich heraus, dass wir vier es gemeinsam anpacken und wir uns zur Not an allen sechs Tagen nach der schriftlichen Prüfung treffen werden, Hauptsache, wir bestehen.
Wie bei allen Testaten gibt es auch für das Physikum einige Altprotokolle, die sehr helfen, sich gezielt auf die Prüfer vorzubereiten. Allerdings war das Lesen ernüchternd – ich wurde in meiner Sorge bestätigt, dass es schwierig werden wird. Sechs Tage blieben uns, um nochmal drei Fächer so intensiv zu lernen, dass wir uns alle sicher in ihnen bewegen können. Eine Mammutaufgabe. Aber wir stellten uns ihr.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  13.10.2017

Medizin studieren

Ab in den Urlaub

Zwar war ich dieses Jahr viel unterwegs, zum Beispiel auf einer Konferenz im Iran (siehe „Iran = Gastfreundschaft“), aber so richtig meine Semesterferien genießen konnte ich seit zwei Jahren nicht mehr. Für jeden Berufstätigen muss sich das lesen wie purer Zynismus, aber wenn nicht als Student, wann sonst soll man viel herumreisen und die Welt kennenlernen? Wenn das für mich so weitergeht, bin ich mit 26 Jahren Arzt und darf Dienste schieben bis ich 70 bin. Da finde ich es schon okay, jetzt ein bisschen auf die Bremse zu drücken und die Zeit, die ich noch habe, zu genießen. Zumal ich ja die vergangenen zwei Semesterferien komplett im Labor, die davor im Praktikum verbracht hatte.
Wohin geht es also dieses Mal? Heute Nacht starte ich in Richtung Paris. Ab dort werden wir zu zweit sein und zunächst Richtung Pyrenäen düsen, wo eine mehrtägige Hüttentour wartet. Ab dann steht der Sommer im Zeichen der Wellen: Die nordspanische Küste wird – in Erinnerung an meine Reise nach dem Abi 2012 – auf schöne Strände und gute Wellen abgeklappert. Ziel ist zunächst Galizien. Allerdings sollte genügend Zeit für die Fahrt bis hinunter nach Portugal, idealerweise Porto, drin sein. Gute sechs Wochen haben wir dafür Zeit, also mehr als genug.
Erst demnächst muss ich wieder in dem Surfcamp sein, in dem ich seit Jahren jobbe, um dort in der letzten Kurswoche und am Abbau mitzuarbeiten. Da bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass das Wetter, vor allem aber die Wellen mitspielen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  10.10.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
10.10.2017

Medizin studieren

Mal wieder alles gut gegangen

Mit deutlich mehr Stress als gehofft, deutlich weniger Zeit als geplant und mehr Angst als befürchtet brach die letzte Woche vor den Klausuren an. Zwar schrieb ich nur vier Fächer mit – Psychosomatik, Mikrobiologie (MiBi), Augenheilkunde und HNO – doch es ist ja egal, wie entspannt etwas theoretisch sein könnte, ein bisschen Panik schiebe ich am Ende immer. Dieses Mal war ich mir gänzlich unsicher, ob ich alle Fächer bestehen würde. Und nach dem ersten Klausurtag (wir schreiben immer alle Fächer in einer großen, zwei Tage dauernden Klausur) war ich überzeugt, eine Ehrenrunde in MiBi drehen zu dürfen. Ärgerlich, da ich hier anfangs ein ziemlich gutes Gefühl gehabt hatte.
Aber egal, ran an Tag zwei: Innerhalb von 30 Minuten hakte ich die HNO-Fragen ab (dank Multiple-Choice wortwörtlich) und verabschiedete mich in meine Sommerferien. Lediglich die Ergebnisse blieb es noch zu erwarten. Aber da wir unsere Klausuren am Computer schreiben, lassen die meist nur wenige Stunden auf sich warten.
Sechs Stunden später dann die Gewissheit: keine Ehrenrunde. Die Steine, die mir vom Herzen fielen, hätte man theoretisch bis an die Atlantikküste, an die ich morgen aufbrechen werde, hören müssen. Ich hatte das achte Semester so gesplittet, dass ich nur noch ein paar Klausuren würde schreiben müssen, um mehr Zeit für die Doktorarbeit zu haben. Eine Wiederholung von MiBi wäre da sehr schlecht gekommen.
Aber so ist mal wieder alles gut ausgegangen und ich freue mich, seit sehr langer Zeit einen richtig langen Sommerurlaub genießen zu können!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  05.10.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
05.10.2017