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Medizin studieren

Wieder am Meer

Nach den bestandenen Klausuren und einer sehr kurzweiligen, weil schnell zu erledigenden Pack-Aktion, saß ich in diesem Jahr das dritte Mal auf dem Fahrersitz meines Busses in Richtung französischer Atlantikküste. Nur dieses Mal nicht mit unmittelbarer Deadline vor Augen, sondern ganz auf den Spuren meines „Post-Abitur-Sommers“ 2012. Damals hatte ich zwar hauptsächlich in dem Surfcamp gearbeitet, habe aber auch einen Trip nach Galizien gemacht, über den ich damals schon berichtet habe. Genau das steht auch dieses Jahr auf der Agenda – wohl mein letzter Sommer den ich in vollen Zügen genießen kann, vor dem unvermeidbaren Hammer-Examen übernächsten Winter.
Los ging es! Nach kurzem Zwischenstopp in Paris düste ich an den Atlantik, genauer in das Surf-Mekka Seignosse/Hossegor/Capbreton. Zwischen Parkplätzen am Strand, Schlafplätzen und Supermärkten pendelnd verbrachte ich hier die ersten Tage bei noch einigermaßen guten Wellen. Doch wie das leider des Öfteren im August so ist, verschwanden die auch schnell wieder.
Also fuhr ich weiter in den Süden, in das wunderschöne grüne Baskenland. Den meisten ist nicht klar, wie grün und vor allem bergig Nordspanien sein kann. Ist man nicht darauf eingestellt, wird man immer wieder überrascht, wenn man eine serpentinenreiche Straße entlangfährt, achtprozentige Steigungen erklimmt, an Kuhweiden vorbeirauscht und auf einmal um eine Kurve biegt und das Meer in all seiner Pracht erblickt. Fast hätte ich vergessen, dass ich mich im eigentlich doch trockenen, braunen „Sommer-Spanien“ befinde, mutete das alles doch sehr alpin an. Klar, die Palmen zwischen den Koppeln irritierten, davon abgesehen ist es gebirgig – aber eben auch maritim. Und so arbeite ich mich gen Westen durchs Baskenland von einem wunderschönen Strand zum nächsten Fischerdörfchen vor, in Erwartung der nächsten Wellen …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  16.10.2017

Medizin studieren

Physikumslogbuch - Eintrag 5

Es klingelt. Der Postbote. Clara, meine Mitbewohnerin und Kommilitonin schaut mich an. Wir springen auf, rennen zur Tür, dem Postboten entgegen. Er guckt etwas irritiert, nennt dann meinen Namen. Ich unterschreibe und nehme den Brief entgegen: die Einladung zur mündlichen Prüfung des Physikums. Clara ist etwas enttäuscht und gleichzeitig erleichtert – sie wird ein paar Tage mehr haben, um sich vorzubereiten. Ich erhalte den Brief hingegen früh, werde also nach dem schriftlichen Teil des Physikums nicht mehr viel Zeit haben, mich gezielt vorzubereiten.
Doch es kommt noch schlimmer: Wie erstarrt lese ich die Namen meiner drei Prüfer vor. In Claras Gesicht spiegelt sich meine eigene Emotion wider, sie drückt ihr Bedauern aus. In Anatomie werde ich vom gefürchtetsten Professor abgefragt, über den so manche Legende im Umlauf ist und der eine beachtliche Zahl an Prüflingen bereits durchfallen ließ. Die Physiologie wartet für mich mit ihrem Chef auf, der auch im Vorstand des Max-Planck-Instituts sitzt. Nur die Biochemie bietet einen Prüfer, der auf den ersten Blick okay zu sein scheint.
In jedem Fach – Anatomie (mit Histologie), Physiologie und Biochemie – haben wir 15 Minuten Zeit, sodass die Prüfung insgesamt ungefähr drei Stunden dauern wird. Geprüft werden wir in Vierergruppen. Über die Semestergruppe auf Facebook finden sich die Leute, die sich gemeinsam der Herausforderung stellen, um sich zusammen vorzubereiten oder die Prüfer nach Terminen zum Kennenlernen zu fragen. Meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind alle zwischen 28 und 30 Jahre alt, mit 21 Jahren bin ich das Küken. Eine hat bereits ein Zahnmedizinstudium hinter sich, die anderen beiden jeweils eine Ausbildung in der Krankenpflege. Eine tritt zum zweiten Mal an und ist entsprechend nervös. Doch bereits zu Anfang kristallisierte sich heraus, dass wir vier es gemeinsam anpacken und wir uns zur Not an allen sechs Tagen nach der schriftlichen Prüfung treffen werden, Hauptsache, wir bestehen.
Wie bei allen Testaten gibt es auch für das Physikum einige Altprotokolle, die sehr helfen, sich gezielt auf die Prüfer vorzubereiten. Allerdings war das Lesen ernüchternd – ich wurde in meiner Sorge bestätigt, dass es schwierig werden wird. Sechs Tage blieben uns, um nochmal drei Fächer so intensiv zu lernen, dass wir uns alle sicher in ihnen bewegen können. Eine Mammutaufgabe. Aber wir stellten uns ihr.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  13.10.2017

Medizin studieren

Ab in den Urlaub

Zwar war ich dieses Jahr viel unterwegs, zum Beispiel auf einer Konferenz im Iran (siehe „Iran = Gastfreundschaft“), aber so richtig meine Semesterferien genießen konnte ich seit zwei Jahren nicht mehr. Für jeden Berufstätigen muss sich das lesen wie purer Zynismus, aber wenn nicht als Student, wann sonst soll man viel herumreisen und die Welt kennenlernen? Wenn das für mich so weitergeht, bin ich mit 26 Jahren Arzt und darf Dienste schieben bis ich 70 bin. Da finde ich es schon okay, jetzt ein bisschen auf die Bremse zu drücken und die Zeit, die ich noch habe, zu genießen. Zumal ich ja die vergangenen zwei Semesterferien komplett im Labor, die davor im Praktikum verbracht hatte.
Wohin geht es also dieses Mal? Heute Nacht starte ich in Richtung Paris. Ab dort werden wir zu zweit sein und zunächst Richtung Pyrenäen düsen, wo eine mehrtägige Hüttentour wartet. Ab dann steht der Sommer im Zeichen der Wellen: Die nordspanische Küste wird – in Erinnerung an meine Reise nach dem Abi 2012 – auf schöne Strände und gute Wellen abgeklappert. Ziel ist zunächst Galizien. Allerdings sollte genügend Zeit für die Fahrt bis hinunter nach Portugal, idealerweise Porto, drin sein. Gute sechs Wochen haben wir dafür Zeit, also mehr als genug.
Erst demnächst muss ich wieder in dem Surfcamp sein, in dem ich seit Jahren jobbe, um dort in der letzten Kurswoche und am Abbau mitzuarbeiten. Da bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass das Wetter, vor allem aber die Wellen mitspielen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  10.10.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
10.10.2017