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Medizin studieren

Vertrauenskrise

Unsere Tour dauerte mittlerweile acht Tage. Unsere Körper fingen an, die Strapazen zusehends schlechter wegzustecken: Nicht nur die Füße taten weh, auch die Knie fingen an zu zwicken. Genau das hatten wir im Vorfeld schon befürchtet und deshalb die Möglichkeit für eine Abkürzung eingeplant. Nach reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Schluss, dies auch zu tun, denn die neun Tage waren intensiv, eindrucksvoll und auch anstrengend gewesen, sodass wir ohne schlechtes Gefühl sagen konnten, Tolles geleistet und erlebt zu haben. Das Risiko einer schwerwiegenderen Verletzung wollten wir nicht eingehen!
Am Ende hatten wir dann doch noch unvorhergesehene Probleme. Heftiger Regen setzte ein, der uns auf den letzten Kilometern begleiten und bis auf die Knochen durchnässen sollte. Einmal an der Straße angekommen sollte es kein Problem darstellen, von einem freundlichen Norweger in den nächstgrößeren Ort mitgenommen zu werden – das hatten wir uns zumindest gedacht. Doch es kam anders. An der Straße angelangt rauschten die Autos nur so an uns vorbei. Offensichtlich hatte keiner Lust, für zwei triefend nasse, humpelnde Gestalten anzuhalten. Mein Vertrauen in die Menschlichkeit litt und ich nahm mir vor, leidenden Anhaltern in Zukunft immer zu helfen. Doch uns blieb nichts anderes übrig, als zu Fuß weiter zu gehen. Mit allerletzten Kräften kämpften wir uns zum nächsten Ort mit Busanbindung. Aus der entspannten Tagestour von 14 Kilometern war ein Gewaltmarsch von gut 30 Kilometern geworden.
Völlig am Ende kamen wir im Ort an. Dort nahmen wir den Bus und anschließend einen Nachtzug nach Oslo. Drei Tage zu früh am Flughafen hatten wir das Glück auf unserer Seite und konnten unsere Flüge so umbuchen, dass wir keine 24 Stunden später wieder im heimischen Münster unsere Wunden lecken konnten. Nichtsdestotrotz bleibt dieser Trip wunderschön, beeindruckend und intensiv in Erinnerung!

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  07.11.2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
07.11.2018

Medizin studieren

Na dann: Herzlich willkommen!

Eine wirklich sehr sinnvolle und abwechslungsreiche Aufgabe auf Station habe ich noch nicht genannt: die Aufnahmesprechstunde für die Patientinnen und Patienten, die zur geplanten Operation ins Krankenhaus kommen.
Die Aufnahme wird immer von einem Arzt übernommen, ich habe dann den Patienten Blut abgenommen, während der Arzt ihn über das weitere Verfahren aufgeklärt hat. Dann durfte ich auch bei der Untersuchung helfen, die vor der OP noch einmal sicherheitshalber durchgeführt wird. Meistens haben mir die Ärzte vorher gesagt, mit welchen Befunden die Patienten kommen, sodass ich im Vorfeld bereits nachschauen konnte, wie ich einen Kreuzbandriss diagnostiziere oder feststelle, ob ein Muskel in der Schulter gerissen ist.
Etliche Knie durfte ich beugen und strecken, drehen, biegen und abtasten. Es war nie etwas Überraschendes dabei, aber ich erhielt Sicherheit und ein Gefühl dafür, wie sich welche Krankheit oder Verletzung anfühlt. Besonders spannend waren Untersuchungen der Schulter, da diese einen wirklich großen Bewegungsumfang hat. So musste ich etliche Bewegungen vom Patienten durchführen lassen, mit und ohne Widerstand durch mich, um dann zusammengesetzt aus einzelnen Befunden eine Diagnose stellen zu können. Anschließend konnte ich die Patienten noch abhören - eine gute Übung, um herauszufinden, wie sich Lunge und Herz anhören sollten. Absolut essentiell ist es, auf Wunden im Bereich des OP-Gebietes zu achten, was gern mal vergessen wird. Auch wird überaus häufig überprüft, welche Seite operiert werden soll.
Ich habe mich häufig mit in die Aufnahme gesetzt, einfach auch, um herauszufinden, wie die Ärzte mit den Patienten umgehen. Wichtig ist, den Menschen ihre Angst zu nehmen, ihnen Sicherheit zu geben, aber auch klar zu machen, dass sie allein zu entscheiden haben, ob die Operation durchgeführt wird oder nicht.
Durch die Zeit in der Aufnahme habe ich viel gelernt und davon werden auch meine zukünftigen Patienten profitieren.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  05.11.2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
05.11.2018

Medizin studieren

Badeurlaub

Zwar herrschten während unserer Norwegenreise angenehme 20 Grad und Sonnenschein, nichtsdestotrotz befanden wir uns konstant über 1.000 Metern Höhe, und das weit oben im Norden! Entsprechend waren Schneefelder und Gletscher dauerhafte Begleiter unserer Tour und die zu durchquerenden Bäche waren eiskalt.
Die Anstrengung und die Sonne erhitzten uns allerdings dermaßen, dass wir bei vielen Pausen oder am Ende eines langen Tages alle in den kalten Gebirgssee oder Bach sprangen. Auch Gletscherwasserfälle sorgten für Abkühlung. Tatsächlich entstanden dabei so viele Wasserfallbilder, dass man meinen könnte, wir wären nicht in Norwegen, sondern irgendwo in Südostasien umhergereist! Mit dem Unterschied, dass auch Schnee und Eis zu sehen waren. Badeurlaub in Norwegen eben! Lange hielten wir es freilich nicht im eiskalten Wasser aus.
Nach der Abkühlung ging es weiter und wir genossen die unberührte, menschleere Natur: Teilweise sahen wir zwei, einmal sogar drei Tage keine Menschenseele, sondern nur ein paar wilde Rentierherden. Da wir uns genau das erhofft hatten, bedeutete dieser Umstand pures Glück für uns!
Einziges Manko war die Verpflegung: Es ist nicht leicht, genug Essen für eine zwölftägige Wanderung zu transportieren. Die Menge war insgesamt zu wenig, sodass wir ständig an Essen dachten. Die Vorfreude auf eine leckere Pizza war daher riesig.

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  31.10.2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
31.10.2018