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Medizin studieren

Bahn-Memoiren

Ich finde, es wird zu viel über die Bahn gelästert und das mit einer Aggression, die ich oft geradezu erschreckend finde. Hier mal 20 Minuten Verspätung, dort vielleicht fünf, ab und zu auch schon mal 120. Aber hey, wer stand nicht auch schon mal im Stau auf der Autobahn? Und noch ein Gedanke: Wer würde es wagen, seinem Bekannten zu sagen: „Ich starte um 11 Uhr in Hamburg mit dem Auto und werde um 17.23 Uhr da sein.“? Und wer würde, sollte es dann doch 18 Uhr werden, über die Unzuverlässigkeit der deutschen Autobahnen schimpfen?
Ich bin schon viel Bahn gefahren und muss sagen: In den meisten Fällen läuft alles reibungslos: Ich komme fast immer pünktlich an, reise stressfrei und kann wesentlich mehr erledigen als in einem stickigen Fernbus, meinem eigenen Auto oder dem einer Mitfahrgelegenheit. Deshalb finde ich es traurig, wie undifferenziert viele Leute über die Bahn herziehen.
Klar, lustige Geschichten, teils sogar extrem nervige, gibt es zuhauf. Beispielsweise bin ich gerade inspiriert von sich nicht öffnenden Zugtüren, die dazu führen, dass, während ich diesen Text in meinen Laptop tippe, eine nicht enden wollende Prozession von Umsteigenden zu „der einen offenen Tür in Wagen elf“ zieht. Die meisten nehmen es mit Humor. Aber es gibt schon auch das ein oder andere Wutbürger-Gesicht, dem der stressbedingte Bluthochdruck schon anzusehen ist. Vielleicht sollte ich der Bahn auch einfach für ihren Beitrag danken, dass mir später die Patienten nicht ausgehen …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  12.07.2017

Medizin studieren

Ausreißen - 1

Bald steht das Physikum an. Und damit das Ende der sogenannten Vorklinik des Medizinstudiums. Dann ist es vorbei, mit dem Auswendiglernen von Stoffwechselprozessen, physikalischen Formeln und chemischem Reaktionen. Beginnen wird dann die Klinik. Ein Bruch, den ich gemeinsam mit meiner Freundin nutzen werde.
Vor einiger Zeit habe ich angedeutet, dass bei mir ein etwas größeres Projekt in Planung ist. Nun ist es endlich in trockenen Tüchern: Wir werden für fünf Monate nach Südostasien gehen. Zuerst steht ein Freiwilligendienst bei dem in Dortmund sitzenden Verein Shanti e.V. an, der sich in Kathmandu (Nepal) insbesondere um Behinderte und Leprakranke kümmert, aber auch eine Schule gebaut und Werkstätten eingerichtet hat. Die Möglichkeiten, sich einzubringen, sind dementsprechend vielfältig und jede Hilfe wird gebraucht. Anschließend werden wir Myanmar, Thailand und Vietnam bereisen und im März wiederkommen.
Warum eine solche Reise? Wie ist so etwas zu organisieren? Und wie finanziere ich das?
Meine Freundin und ich haben in den ersten vier Semestern festgestellt, dass man sich sehr vom Patienten entfernt. Es werden auf abstrakte Art und Weise viele Krankheiten angerissen, um einen Eindruck zu erhalten, wie es später in der Klinik aussieht. Doch lernt man keine Menschen mit diesen Krankheiten kennen, um zu verstehen, was mit dem Menschen passiert. Wir sitzen viel vor unseren Lehrbüchern, hangeln uns von Prüfung zu Prüfung. Da ist die Gefahr groß, dass sich die eigene Motivation für das Medizinstudium verliert und man vergisst, dass man Arzt für die Menschen wird, die man später behandelt. Von unserer Reise erhoffen wir uns, genau dafür wieder den Blick zu bekommen. Um gute Ärzte zu werden.
Außerdem habe ich es nach dem Abitur versäumt, eine solche Reise zu unternehmen. Ich stolperte etwas ungelenk in meinen Freiwilligendienst und habe es auch danach nicht geschafft, richtig raus zu kommen. Nun bietet sich uns eine einzigartige Gelegenheit, etwas von der Welt zu sehen und andere Kulturen kennenzulernen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  06.07.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
06.07.2017

Medizin studieren

Eine andere Stadt

Nach vier Jahren Münster komme ich langsam aber sicher immer häufiger an den Punkt, an dem ich denke: Ja, schön ist es wohl, aber auch ziemlich klein. An den verschiedenen Orten der Stadt denkt man immer wieder: Hier gehe ich jetzt seit vier Jahren hin, geändert hat sich nichts, es ist schon okay, aber haut mich jetzt auch nicht mehr vom Hocker.

Mittlerweile würde ich mich tatsächlich freuen, mal die Stadt wechseln zu können. Leider bin ich für mindestens weitere drei Jahre an Münster gebunden. Daher werde ich mir wohl weiterhin die Vorteile vor Augen führen müssen:
In kaum einer Stadt wird so viel Fahrrad gefahren wie hier. Ob 85-jährige Oma oder Anzugträger mit Aktenkoffer, alle schwingen sich allmorgendlich auf ihre Drahtesel.

Selbst die Mädels, die sonst nur in High Heels unterwegs sind, ziehen sich bei Regen einfach eine Regenhose an und setzen sich auf die sogenannte „Leeze“. Ehrlicherweise sei hier erwähnt, dass es tatsächlich auch einige Spezialisten gibt, die das Kunststück fertig bringen, mit Regenschirm Fahrrad zu fahren.
Aber all das tangiert mich persönlich eigentlich nicht, Fahrrad gefahren bin ich vorher und werde ich auch später, ganz gleich, in welche Stadt es mich einmal verschlagen wird.

Ich kann es kaum erwarten, in eine Stadt, in der eine Steigung von ein Prozent nicht als Berg, sondern Ebene bezeichnet wird, zu ziehen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  04.07.2017
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
04.07.2017