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Medizin studieren

Warum das alles?

In letzter Zeit habe ich viel über die vergangenen fünf Jahre nachgedacht. So lange ist es her, seit ich mich das erste Mal auf abi.de vorgestellt habe. Über 200 Beiträge habe ich seitdem verfasst und damit fast schon so eine Art Tagebuch meiner Studentenjahre erstellt.
Vielleicht ist dem ein oder anderen Leser aufgefallen, dass ich einen Großteil meiner Reisen vermeintlich im Alleingang bestritt. Dem ist nicht so, aber so richtig anonym bin ich ja nicht unterwegs. Jedenfalls könnte mich jeder identifizieren, der das wollte.
Ich habe kein Problem damit, meine Erlebnisse und Ansichten hier zu veröffentlichen. Allerdings bin ich der Meinung, dass ich meinen (Reise-)Partnern die Privatsphäre zugestehen muss, unerkannt zu bleiben.
Eines der Motive, meinen Blog hier auch im Medizinstudium weiterzuführen, ist ganz sicherlich auch, Anwärtern dieses Studiums die Angst zu nehmen. Klar ist man viel mit Lernen und Uni beschäftigt. Aber ich bemühe mich, nicht den Eindruck entstehen zu lassen, als Mediziner könne man sein Privatleben an den Nagel hängen. Daher berichte ich, jedenfalls meiner Ansicht nach, vielleicht etwas überproportional über meine Reisen und Freizeitaktivitäten.
Gerade in den ersten vier Semestern traute ich mich oft nicht, mal ein Wochenende zu opfern und nichts für die Uni zu tun. Doch je länger man studiert, desto klarer wird, was geht und was nicht. Man merkt, dass auch noch so intensives Lernen nach sechs Monaten kaum mehr Wissen hinterlässt als Büffeln erst einige Wochen zuvor. Und mit derlei Erkenntnissen lässt sich dann doch erheblich leichter ein langes Fahrradtour-Wochenende mit dem Großvater genießen.

Medizin studieren

Bahn-Memoiren

Ich finde, es wird zu viel über die Bahn gelästert und das mit einer Aggression, die ich oft geradezu erschreckend finde. Hier mal 20 Minuten Verspätung, dort vielleicht fünf, ab und zu auch schon mal 120. Aber hey, wer stand nicht auch schon mal im Stau auf der Autobahn? Und noch ein Gedanke: Wer würde es wagen, seinem Bekannten zu sagen: „Ich starte um 11 Uhr in Hamburg mit dem Auto und werde um 17.23 Uhr da sein.“? Und wer würde, sollte es dann doch 18 Uhr werden, über die Unzuverlässigkeit der deutschen Autobahnen schimpfen?
Ich bin schon viel Bahn gefahren und muss sagen: In den meisten Fällen läuft alles reibungslos: Ich komme fast immer pünktlich an, reise stressfrei und kann wesentlich mehr erledigen als in einem stickigen Fernbus, meinem eigenen Auto oder dem einer Mitfahrgelegenheit. Deshalb finde ich es traurig, wie undifferenziert viele Leute über die Bahn herziehen.
Klar, lustige Geschichten, teils sogar extrem nervige, gibt es zuhauf. Beispielsweise bin ich gerade inspiriert von sich nicht öffnenden Zugtüren, die dazu führen, dass, während ich diesen Text in meinen Laptop tippe, eine nicht enden wollende Prozession von Umsteigenden zu „der einen offenen Tür in Wagen elf“ zieht. Die meisten nehmen es mit Humor. Aber es gibt schon auch das ein oder andere Wutbürger-Gesicht, dem der stressbedingte Bluthochdruck schon anzusehen ist. Vielleicht sollte ich der Bahn auch einfach für ihren Beitrag danken, dass mir später die Patienten nicht ausgehen …

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  12.07.2017

Medizin studieren

Eine andere Stadt

Nach vier Jahren Münster komme ich langsam aber sicher immer häufiger an den Punkt, an dem ich denke: Ja, schön ist es wohl, aber auch ziemlich klein. An den verschiedenen Orten der Stadt denkt man immer wieder: Hier gehe ich jetzt seit vier Jahren hin, geändert hat sich nichts, es ist schon okay, aber haut mich jetzt auch nicht mehr vom Hocker.

Mittlerweile würde ich mich tatsächlich freuen, mal die Stadt wechseln zu können. Leider bin ich für mindestens weitere drei Jahre an Münster gebunden. Daher werde ich mir wohl weiterhin die Vorteile vor Augen führen müssen:
In kaum einer Stadt wird so viel Fahrrad gefahren wie hier. Ob 85-jährige Oma oder Anzugträger mit Aktenkoffer, alle schwingen sich allmorgendlich auf ihre Drahtesel.

Selbst die Mädels, die sonst nur in High Heels unterwegs sind, ziehen sich bei Regen einfach eine Regenhose an und setzen sich auf die sogenannte „Leeze“. Ehrlicherweise sei hier erwähnt, dass es tatsächlich auch einige Spezialisten gibt, die das Kunststück fertig bringen, mit Regenschirm Fahrrad zu fahren.
Aber all das tangiert mich persönlich eigentlich nicht, Fahrrad gefahren bin ich vorher und werde ich auch später, ganz gleich, in welche Stadt es mich einmal verschlagen wird.

Ich kann es kaum erwarten, in eine Stadt, in der eine Steigung von ein Prozent nicht als Berg, sondern Ebene bezeichnet wird, zu ziehen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  04.07.2017
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
04.07.2017