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Medizin studieren

Klettern am Meer

Nach dem zweiten Blockpraktikum war ich mal wieder urlaubsreif. Da die Kletterhalle in Münster leider schließt und mein Kletterpartner weggezogen ist, bleibt mir momentan nichts anderes übrig, als mich mit dem Bouldern abzufinden – auch nett, aber aus meiner Sicht nicht so gut wie Klettern.
Aus diesem Grund ging es für mich zunächst für ein paar Tage in die provenzalischen Alpen zum Klettern. Etwas unterschätzt hatte ich dabei, dass die Sonne tagsüber zwar angenehme 20 Grad bescheren kann, auf knapp 1000 Metern aber auch jetzt noch in der Nacht Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen können. Und so musste ich die wohl kälteste Nacht meines Lebens in meinem Bus verbringen, mehr zitternd als schlafend. Wie zum Hohn der überstandenen Nacht wurde es, sobald die Sonne auf das Auto schien, innerhalb von zehn Minuten unerträglich warm. Immerhin war ich noch rechtzeitig vor der Tür, um zu sehen, dass das Geschirrhandtuch über Nacht zu einer Rolle gefroren war …
Bei einer der Klettertouren in den folgenden Tagen geschah dann noch Filmreifes: Die ohnehin schon recht flugwütige französische Luftwaffe hatte beschlossen, in „unserem“ Tal Manöver zu fliegen. Und so fanden sich mein Seilpartner und ich etwa 150 Meter über dem Boden in einer Situation à la „Mission Impossible“ wieder: Zwei Kampfjets zogen 100 Meter über unseren Köpfen hinweg über die Wand, die wir gerade erklettern wollten. Zu dem Zeitpunkt eher erschreckend als cool, jetzt aber eine ganz nette Anekdote.
Um etwas wärmere Nächte zu erleben, beschlossen wir, uns weiter Richtung Süden aufzumachen. Ziel waren die Calanques, ein Nationalpark bei Marseille. Dort lässt es sich paradiesisch klettern, es ist wie im Bilderbuch: blaues Meer, fjordartige Buchten und Wände, die praktisch auf Meereshöhe beginnend – ein Eldorado für die Kletterszene Marseilles.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  16.06.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
16.06.2017

Medizin studieren

Lücke füllen

Auf sein Bauchgefühl zu hören, ist nicht immer der beste Rat. Der Bauch lässt sich schließlich gerne von einfachen Umwelteinflüssen erheblich in die eine oder andere Richtung lenken, beispielsweise wenn man Hunger hat, einem schlecht ist oder man vor Verliebtheit die sprichwörtlichen Schmetterlinge im Bauch hat. Aber in dieser Angelegenheit ist ganz viel Bauchgefühl gefragt: Wir suchen einen neuen Mitbewohner für unsere Vierer-WG.
Binnen weniger Stunden hatten wir bereits die ersten Anfragen auf unsere Online-Anzeige. Es ist interessant, wie unterschiedlich die investierte Mühe der Bewerberinnen und Bewerber ist. Manche erzählen bereits ihre gesamte Lebensgeschichte und andere geben lediglich ihre Nummer an. Darüber hinaus haben wir inseriert, einen Studenten zwischen 19 und 25 Jahren zu suchen, dennoch meldeten sich natürlich alle möglichen Menschen, um es zu versuchen.
Wir haben letztendlich sieben Leute eingeladen und für jeden mit einer Stunde relativ viel Zeit eingeplant. Wir sprachen mit ganz verschiedenen Menschen, die Philosophie und Arabistik, Soziale Arbeit, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaft und Recht, Geschichte oder Lehramt für Englisch und Sozialwissenschaften studieren. Es ist sehr erfrischend, mal aus seinem Kreis hinaus zu schauen. Nur zeigt es auch, wie unterschiedlich intensiv Studiengänge sein können. Der Geschichtsstudent beispielsweise hat nur einen Tag in der Woche Veranstaltungen, wir verbringen jeden Tag viele Stunden an der Uni. Das würde es erschweren, diese verschiedenen Formen des Alltages zusammenzubringen.
Am schlimmsten fand ich, wenn der Bewerber uninteressiert wirkte. Die fehlende Bereitschaft, Fragen zu stellen, sich unsere Wohnung anzuschauen und etwas über uns zu erfahren, bringt auf keinen Fall Sympathiepunkte ein. Nur selten kam jemand mit viel Energie zu uns und begeisterte uns, gewann uns für sich, während wir ihm die Wohnung zeigten, über die Miete und über das Leben in einer WG sprachen. So fiel die Entscheidung: Unser neuer Mitbewohner wird nach jetzigem Stand ein Lehramtsstudent im zweiten Semester. Wir hoffen, dass wir uns richtig entschieden haben – nicht nur gemeinsam wohnen, sondern gemeinsam leben.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  14.06.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
14.06.2017

Medizin studieren

Blockpraktikum

In diesen Ferien durfte ich nicht nur ein-, sondern gleich zweimal in die Klinik, um voller Elan das frisch Gelernte anzuwenden. Nach dem ersten miserablen Blockpraktikum (ich berichtete in „Der größte Mist auf Erden“) konnte es ja nur besser werden. Das Phänomen, das bei Statistikern als „Regression zum Mittelwert“, also die Rückkehr von einem Extremwert zu einem Durchschnittswert, bekannt ist, bescherte nun auch mir ein erträglicheres Praktikum: ein strukturierter Stundenplan, motivierte Fach- und Assistenzärzte und fürsorgliche Oberärzte, die ihren Job, sich um Studierende zu kümmern, auch tatsächlich ernst nahmen. Und wir dankten es ihnen mit entsprechender Motivation und Einsatzbereitschaft. Ich sage viel lieber kurz vor Dienstschluss: „Okay, den Patienten nehme ich noch mit auf“, wenn ich den bisherigen Tag über das Gefühl vermittelt bekommen habe, nicht irrelevant, sondern klinischer Nachwuchs zu sein.
Was man Patienten dabei manchmal „beibringen“ muss, ist aber nicht ohne: Viele kommen ins Uniklinikum und denken, sie werden nur von Professoren behandelt. Entsprechend groß sind dann meist die Augen, wenn sie zu hören bekommen: „Guten Tag, ich bin Medizinstudent im siebten Semester und werde Ihnen jetzt einen Zugang legen.“ Vielen ist das dann gar nicht recht, woraufhin man manchmal erklären muss, dass Unikliniken eben auch dafür da sind, neue Ärzte anzulernen. Und dass sie bei der Aufnahme in eine Uniklinik in aller Regel unterschreiben mussten, damit einverstanden zu sein, vom Nachwuchs behandelt zu werden, da sie sich in einem Lehrkrankenhaus befinden.
In der Regel sind solche verbalen Zeigefinger jedoch nicht nötig. Der Großteil der Patienten ist nämlich sehr hilfsbereit und freut sich darüber, dass der eigene Fall der künftigen Ärztegeneration helfen kann!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  09.06.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
09.06.2017