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Medizin studieren

Facebook löschen - Teil 2

Wie angekündigt, wollte ich ja vom Leben nach dem blauen Netzwerk berichten. Mittlerweile ist es gut acht Wochen her, seit mein soziales Leben komplett zum Erliegen kam, meine Freunde einen Bogen um mich machen und ich mir dauernd denke: „Scheiße, jetzt weiß ich gar nicht, was Martin gestern für ‘nen geilen Burger gegessen hat.“ Nein, mal im Ernst: Ich finde es weder gut, noch schlecht, meinen Facebook-Account gelöscht zu haben. Es ist, als hätte ich die Website nie besucht. Mir fehlt absolut nichts, ich treffe mich genauso regelmäßig mit meinen Freunden und habe auch zu weiter entfernt lebenden Bekannten nach wie vor Kontakt. Es ist aber auch nicht so, als würde ich dauernd denken: „Boah geil, jetzt habe ich ‘ne Stunde mehr Zeit am Tag, was fange ich damit an?“
Aber vielleicht ist ja auch gerade das gut: zu wissen, dass es doch keine so große Rolle in meinem Leben gespielt hat. Vor dem Löschen hatte ich das Gefühl, dass ich auf Facebook viel Zeit verplempere und einfach nur anderen Menschen beim Leben, fremden Firmen beim Werben und Katzen beim dumme Dinge tun zugesehen hatte. Da kam des Öfteren Ärger in mir hoch. Das ist jetzt vorbei.
Was hingegen fehlt sind Online-Communities wie die „Mitsurfbörse“, über die ich in den vergangenen Jahren immer Mitfahrer für meine Touren zur französischen Atlantikküste akquirierte. Eventuell werde ich mir einen inaktiven Account zulegen, mit dem ich ab und zu eine Nachricht in Gruppen verschicken kann. Aber andererseits glaube ich nicht, dass Facebook unersetzbar ist.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  02.06.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
02.06.2017

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Spendensammeln auf Deutschlands Straßen - 2

Einfach alle ansprechen, die hier vorbeikommen – jeden, ausnahmslos – und so viele Gespräche führen wie möglich. Auf diese Art lerne ich, mit welchen Menschen ich am besten reden kann, wer am wahrscheinlichsten einer Kinderhilfsorganisation wie World Vision helfen würde oder ihr eher missbilligend gegenübersteht. Nach dem ersten Tag als Fundraiser fühle ich vor allem Frust. Frust wegen der ganzen Ablehnung, des eigenen Misserfolges, während die Erfahreneren im Team allesamt Leute überzeugen wie die Weltmeister.
Mein Team setzt sich in der ersten Station in München zusammen aus einer Afrikanistikstudentin aus Leipzig, die jedes Jahr für drei Monate in Uganda ihrer Familie in deren privaten Hilfseinrichtungen aushilft, einer Psychologiestudentin aus Tübingen, die an Herzlichkeit und Wärme nicht zu übertreffen ist, einem Soziologiestudenten aus Mainz, der mir in den nächsten vier Tagen zu einem guten Freund werden sollte, und einer Studentin der chemischen Biologie aus Dortmund, die uns leider nach drei Tagen bereits wieder verlassen musste. Diese Mischung war wahnsinnig bereichernd.
Die ersten Tage waren vollgepackt mit Informationen, Schulungen, Weiterbildungen, mit Kritik und eigener Entwicklung. Abends gab es jeweils eine Schulung, in der uns die Teamleiter erzählten, wie man gewisse Einwände behandelt, Beiträge neu verhandelt und wie wichtig eine gute persönliche Ebene beim Fundraising ist. Weiterhin erfuhren wir von einigen Kniffen, wie man Ruhe in ein Gespräch bringt. Der eigene Pavillon wird dabei zur Wohlfühloase, in der sich die angesprochene Person ein paar Minuten entspannen kann, um zu helfen und ein gutes Gefühl zu verspüren.
Natürlich gibt es einen gewissen Erfolgsdruck, weshalb von einem gefordert wird, sich in den ersten Tagen sichtlich zu verbessern. Die Zahlen, die man am Tag erbringt, sind nachrangig. Wichtig ist den Teamleiter und Coaches, dass man Kritik annimmt und dazulernt. Ich habe aber schnell gemerkt, dass für mich Erfolg der Schlüssel dazu ist, diesen belastenden Job auszuhalten.
Meine erste Woche lief sehr durchwachsen. Ich entwickelte mich zwar, doch merkte ich auch, dass es schwer ist, alle Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Ich lernte, mich ständig aufzuraffen, Druck in absolute Motivation umzuwandeln und aus jedem guten Gespräch Kraft zu schöpfen. Und sie lehrte mich, dass ein gutes Team unbezahlbar ist.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  31.05.2017

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Steile Lernkurve

Meine Iranreise rückt näher und näher! Nachdem ich ein Abstract über meine Arbeit verfasst hatte, folgte etwas noch Nervenaufreibenderes: Ich musste dessen Inhalt auf ein 50 mal 70 Zentimeter großes Poster quetschen, das im Iran gängige Format. Der Inhalt speist sich dabei recht schnell ein, doch was das ganze Prozedere so kompliziert macht, ist das Layouten: Alle Abstände von Text zu Abbildung müssen gleich sein, die Schriftgrößen identisch und dabei darf sich das alles natürlich nicht verziehen, sodass unten wieder die Hälfte herausrutscht. Nach schweißtreibendem Milimeter-Gefeilsche mit Powerpoint habe ich endlich ein halbwegs passables Exemplar auf den Weg gebracht und schicke es zum ersten Korrektor.
Tja, die Mühe mit den Hin- und Herziehen hätte ich mir sparen können, denn ein Fünftel kommt verändert – und entsprechend verzogen – zurück! Tja, das war wohl nichts! Ich beschließe, ab jetzt alles nur noch inhaltlich zu verbessern und das Rohmaterial, schäbig und schief, zum Korrigieren zu schicken.
Als diese Fassung ihre üblichen vier Stationen durchlaufen hat, mache ich mich wieder ans Zurechtzupfen. So wirklich Spaß macht das ja nicht, hat aber auch irgendwie was Meditatives und ist eine ganz nette Abwechslung zum Pippetieren und Lesen von Papern. Außerdem kann ich nebenbei hervorragend Hörbücher hören, intellektuell fordert diese Kleinarbeit nämlich nicht.
Letzten Endes bin ich eine Woche vor Abgabefrist fertig. Was auch nötig ist, denn nächste Woche geht es für mich nach Südfrankreich zum Klettern und von dort dann mehr oder weniger direkt in den Iran!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  26.05.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
26.05.2017