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Medizin studieren

Die Vergangenheit in die Gegenwart holen

Semesterferien eignen sich nicht nur dazu, Geld zu verdienen, Praktika zu machen oder zu entspannen. Sie können auch wunderbar dazu genutzt werden, vergangene Stationen und Weggefährten des eigenen Lebens zu besuchen. Ich habe mich zum Beispiel mit meiner Exfreundin getroffen. Es war spannend, die jeweiligen Veränderungen beieinander zu entdecken.
Wir saßen in ihrem Lieblingscafè. Es war locker, kaum angespannt. Wir unterhielten uns viel über ihre Ausbildung zur operationstechnischen Assistentin, die sie bald abschließen wird. Zudem erzählte sie, dass sie bald nach Oldenburg ziehe, um einen kürzeren Weg zur Arbeit zu haben. Langfristig will sie nach wie vor Medizin studieren. Und ich wünsche ihr, dass das in Erfüllung geht. Es ist interessant, wie sehr sie mich kennt und doch gar nicht mehr weiß, wer ich bin. Vier Jahre haben wir zusammen verbracht – da kennt man die Grundbausteine des anderen, aber vielleicht nicht die Türme, die neu hinzugekommen sind. Ich fühlte mich, als sei ich kurzzeitig in meine Teenagerzeit zurückversetzt – und verabschiedete mich dann vom alten Thilo.
Als Nächstes besuchte ich die Station, in der ich meinen Freiwilligendienst absolviert habe. Ich freute mich tierisch, alle wiederzusehen. Leider wird die Station in den kommenden Monaten geschlossen. Interessanterweise werden in Deutschland überall geriatrische Reha-Stationen wie diese eröffnet, weil alle von dem Konzept begeistert sind. Nun wird eine der Ersten geschlossen, weil sie nicht rentabel ist. Die Anzahl der Betten soll von 21 auf 33 erhöht werden – bei gleichem Personal – und aus „Geriatrie“ wird „Innere und Chirurgie“. Hier wird nochmal klar, wie hart der Beruf des Krankenpflegers ist, wenn solche Umstellungen und Umschulungen geleistet werden müssen.
Zuletzt schaute ich in dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst vorbei, bei dem ich eineinhalb Jahre lang ehrenamtlich trauernde Jugendliche begleitete. Auch hier war der Wandel immens zu spüren: Von den Menschen, mit denen ich vor Beginn meines Studiums gearbeitet hatte, ist so gut wie keiner mehr da, dafür aber die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Und es tat wahnsinnig gut, mit ihnen zu sprechen, sich selbst zu reflektieren und Anerkennung zu erfahren.
Was so eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit bringt, ist die Erkenntnis, warum man der ist, der man ist, und welche Werte und Vorstellungen einem selbst mal wichtig waren und es nach wie vor sind.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  05.05.2017

Medizin studieren

Skifahren

Zwei Gründe führten mich nun zurück in die Heimat: Zum einen musste mein Bus, der wieder auf den Straßen verkehren darf, soweit instand gesetzt werden, dass ich darin entspannt meinen Urlaub verbringen kann. Zum anderen hatte ich keine Lust, im kommilitonenleeren Münster meinen Geburtstag alleine zu feiern, weswegen ich beschloss, diesen Tag mal wieder im Kreise meiner Familie zu verbringen.
Die Fahrt nach Nürnberg war sehr spannend. Einen Junggesellinnenabschied im Zug mitzuerleben, verlangt Nerven aus Stahl – und gute Kopfhörer. Zu allem Überfluss hatte der Zug 80 Minuten Verspätung, was zufolge hatte, dass die Bahn mir, der sich ein Sparticket für 14 Euro von Münster nach Nürnberg ergattert hatte, um 2 Uhr einen 20-Euro-Taxi-Gutschein für die Fahrt vom Hauptbahnhof nach Hause ausstellen musste.
Aber ich war guter Laune, hatte meine Mutter mich doch spontan gefragt, ob wir nicht für ein bis zwei Tage in die Alpen fahren wollten, damit ich mal wieder Schnee zu Gesicht bekäme (in Münster eine absolute Rarität). Ich war natürlich sofort begeistert und in absoluter Vorfreude, lagen meine letzten Schwünge auf dem Snowboard doch schon bald zwei Jahre zurück. Der Schnee war qualitativ in Ordnung und zumindest am ersten Tag wurden wir mit Kaiserwetter für die anstrengende Anreise auf einer vollen Autobahn entlohnt!
Wie erwartet waren die zwei Tage im Schnee natürlich viel zu kurz, aber auf jeden Fall besser als nichts. Und mal sehen, vielleicht werde ich ja künftig wieder häufiger auf dem Snowboard stehen. Ich denke nämlich mittlerweile, dass es mich als angehenden Arzt wieder in den Süden der Republik ziehen wird!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  04.05.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
04.05.2017

Medizin studieren

Labortiefpunkt

Wenn ich überschlagen sollte, zu wieviel Prozent ich im Labor zufrieden und zu wieviel ich eher unzufrieden bin, käme ich auf 5 zu 95Prozent. Das sind harte Zahlen. Jetzt wo ich sie schreibe, noch härter. Aber es ist leider Fakt, dass wenig klappt, alles extrem lange dauert und der Zuwachs an Daten alles andere als schnell und befriedigend vonstattengeht.
Besonders deutlich wird mir das, da ich gerade meinen nächsten „Progress Report“ vorbereiten muss. Der vorige liegt drei Monate zurück und seitdem habe ich gerade einmal drei bis vier zusätzliche Grafiken produzieren können, mit zwei statistisch signifikanten Effekten. Und über diese drei Grafen kann ich kaum 15 Minuten sprechen.
Zum Glück geht das vielen so. Letzten Endes merkt das Publikum davon auch nicht so viel davon, weil sie mein Projekt nicht so deutlich vor Augen haben und dadurch nicht genau wissen, was ich das letzte Mal schon alles wusste. Aber für mich selbst ist es kein schönes Gefühl. Besonders, da ich demnächst wieder ein Gespräch mit meinem Doktorvater habe, dem ich erklären muss, dass kaum etwas Verwertbares geschehen ist in den vergangenen Monaten. Das ist insofern ärgerlich, als ich persönlich das Gefühl habe, Daten nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Projekt produzieren zu müssen, insbesondere, weil ich dafür bezahlt werde.
Aber naja, so ist das halt in der Wissenschaft: Ab und zu klappt mal was – aber manchmal eben nicht.
Ich weiß jedenfalls schon, dass es mich in diesem Berufsfeld nicht hält. Zwar macht mir die Arbeit Spaß, aber ein bisschen mehr Erfolge wären schon cool!