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Medizin studieren

Labortiefpunkt

Wenn ich überschlagen sollte, zu wieviel Prozent ich im Labor zufrieden und zu wieviel ich eher unzufrieden bin, käme ich auf 5 zu 95Prozent. Das sind harte Zahlen. Jetzt wo ich sie schreibe, noch härter. Aber es ist leider Fakt, dass wenig klappt, alles extrem lange dauert und der Zuwachs an Daten alles andere als schnell und befriedigend vonstattengeht.
Besonders deutlich wird mir das, da ich gerade meinen nächsten „Progress Report“ vorbereiten muss. Der vorige liegt drei Monate zurück und seitdem habe ich gerade einmal drei bis vier zusätzliche Grafiken produzieren können, mit zwei statistisch signifikanten Effekten. Und über diese drei Grafen kann ich kaum 15 Minuten sprechen.
Zum Glück geht das vielen so. Letzten Endes merkt das Publikum davon auch nicht so viel davon, weil sie mein Projekt nicht so deutlich vor Augen haben und dadurch nicht genau wissen, was ich das letzte Mal schon alles wusste. Aber für mich selbst ist es kein schönes Gefühl. Besonders, da ich demnächst wieder ein Gespräch mit meinem Doktorvater habe, dem ich erklären muss, dass kaum etwas Verwertbares geschehen ist in den vergangenen Monaten. Das ist insofern ärgerlich, als ich persönlich das Gefühl habe, Daten nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Projekt produzieren zu müssen, insbesondere, weil ich dafür bezahlt werde.
Aber naja, so ist das halt in der Wissenschaft: Ab und zu klappt mal was – aber manchmal eben nicht.
Ich weiß jedenfalls schon, dass es mich in diesem Berufsfeld nicht hält. Zwar macht mir die Arbeit Spaß, aber ein bisschen mehr Erfolge wären schon cool!

Medizin studieren

Dem bloßen Auge verborgen - 3

Die beiden großen Röhren, Computer- und Magnetresonanztomograf, flößen so manchem Patienten gehörigen Respekt ein. Besonders Letzterer macht viel Krach und verursacht ein Gefühl der Beengung, wenn man darin liegt. Auch ich durfte nun wieder in den „Genuss“ kommen, als mein linkes Knie untersucht wurde, weil es einen Meniskusschaden hat.
Auch an der Uni ging es zuletzt um diese beiden Verfahren. In unserem Kurs haben wir über deren Vor- und Nachteile gesprochen und uns Untersuchungsbilder angeschaut. Bei der Computertomografie ist die Strahlenbelastung recht hoch. Aber es lohnt sich für die Bilder, die man erhält, allemal - insbesondere, wenn Kontrastmittel eingesetzt werden. Diese werden entweder oral oder über einen venösen Zugang gegeben. Wir selbst durften im Kurs alle Mittel probieren –zur Belustigung unserer studentischen Hilfskraft, denn uns verzog es bei diesem unangenehmen Geschmack die Gesichter. Je nach Wartezeit lassen sich mithilfe des Kontrastmittels entweder Verdauungsorgane (bei oraler Gabe), Arterien oder Venen darstellen und somit beurteilen.
Wie auch beim Röntgen und bei der Sonografie (Ultraschall) schauten wir uns an vier Kurstagen unterschiedliche Regionen des Körpers an, betrachteten osteolytische Metastasen, die Knochen auflösen und mithilfe von CT und MRT in Lage und Größe bestimmt werden können. Auch werden die beiden Untersuchungen genutzt, um während der Strahlentherapie bei einer Krebsdiagnose den Verlauf kontrollieren zu können. Überaus spannend waren die Aufnahmen vom Kopf, die dazu dienen, um nach Schlaganfällen Aneurysmen, also Risse von Gefäßen, festzustellen.
Bauch, Knochen, Kopf und Brustkorb bedürfen anderer Filter, die digital eingesetzt werden, um spezifisches Gewebe besser darstellen zu können. Wir sahen uns sowohl gesunde (physiologische) Zustände als auch kranke (pathologische) anschauen können, um uns nach und nach an die Aufnahmen heranzutasten.
Denn, wie ich bei meinem eigenen MRT feststellen musste, ist es gar nicht so einfach, Verletzungen oder Veränderungen zu erkennen. Mein Knie wies für meinen Blick keine Risse im Meniskus auf, soll dort aber eine Läsion mit Einklemmung haben, sagte mir der Arzt. Dem ungeschulten Auge bleibt das verborgen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  26.04.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
26.04.2017

Medizin studieren

Dem bloßen Auge verborgen - 2

Ich zucke zusammen und muss kichern. Der kalte Schallkopf des Ultraschallgeräts ist voll mit Gel und wird mir zwischen meine Rippen am linken Rand des Brustkorbes gesetzt, das kitzelt. Ziel ist es, meine Milz ausfindig zu machen, die sich irgendwo auf Höhe der neunten und zehnten Rippe befinden muss. Das ist aber gar nicht so einfach, weil sich die Knochen im Bild immer wieder davor schieben. Sowieso sieht mein Inneres auf dem Monitor geheimnisvoll aus. Was soll das da überhaupt sein? Sind diese grauen Farbtöne gesund? Und die schwarzen, weißen? Wer soll denn hier was erkennen?

Die Sonographie ist eine überaus relevante Möglichkeit, Brust und insbesondere Bauch zu untersuchen. Es lässt sich quasi alles darstellen, über die großen Gefäße bis hin zum heranwachsenden Leben im Leib der Mutter. Dabei braucht man lange, um zu verstehen, wo man sich auf dem Bild gerade befindet, immer abhängig davon, wie man den Schallkopf gerade hält.

Wir untersuchten so beieinander Leber und Gallenblase und maßen diese aus. Selbiges machten wir bei den Nieren, um herauszufinden, was die Bauchaorta und die große Hohlvene sind. Wunderbar praktisch ist, dass es eine Funktion des Sonografen gibt, die es ermöglicht, in Gefäße hineinzuhorchen. So lässt sich ermitteln, um welche Art Gefäß es sich handelt: Arterien schlagen einfach, bei Venen ist ein Doppelschlag und ein eher arrhythmisches Rauschen zu vernehmen.

Auch die Schilddrüse nahmen wir uns mit einem kleineren Schallkopf vor. Die Schilddrüse ist deshalb interessant, weil man recht häufig etwas findet. So auch bei uns, wo die ein oder andere Zyste auftauchte, die aber nicht weiter schlimm ist. Ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt, ließe sich dann mithilfe der Nuklearmedizin herausfinden. Zysten zeigen sich durch ein echoarmes, also schwarzes Inneres, das von einem echoreichen, zum Rücken hin auslaufendem Rand umgeben wird. Auch die Schilddrüse maßen wir aus, da hiermit Über- und Unterfunktionen der Schilddrüse festgestellt werden können.

Das Röntgen ist eine weitere zweidimensionale diagnostische Methode, die besonders zum Erkennen von Veränderungen des Knochens dient. Sie ist aber auch nützlich, um beispielsweise Erkrankungen von Lunge und Herz darzustellen.

Röntgenaufnahmen müssen immer in zwei Ebenen gemacht werden, um eine dreidimensionale Vorstellung davon zu bekommen, wie Organe oder Knochen im Raum liegen. Wie eine Fraktur aussieht, wurde bei den Aufnahmen jüngerer Patienten klar, die beispielsweise auf den Arm gefallen waren und sich das Handgelenk brachen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  19.04.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
19.04.2017