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Medizin studieren

300 Wörter

300 Wörter sind verdammt viel. Oder verdammt wenig. Wie ihr euch denken könnt, kommt das sehr auf die Situation, den Standpunkt und die Tagesform an.
Für diesen Blog beispielsweise soll ich mich immer an etwa 300 Wörtern orientieren.
Das fällt schon mal schwer, wenn ich gerade nichts Aufregenderes mache als in den Wochen zuvor und nicht darüber schreiben will, wie langweilig pipettieren auf Dauer doch sein kann. Dann wiederum möchte ich verständlich machen, weshalb ich Facebook für bestenfalls harmlos und irrelevant, schlimmstenfalls sogar gefährlich halte (siehe "Facebook löschen") und komme mit 300 Wörtern kaum aus.
In genau so einer Situation bin ich auch jetzt: Für die Konferenz im Iran, zu der ich im April fliege, muss ich ein Abstract, also einen kurzen Abriss über mein Forschungsthema schreiben – limitiert auf 300 Wörter inklusive Überschrift und Nennung der Mitautoren.
Das ist eine der schwierigsten Aufgaben, denen ich mich in letzter Zeit stellen musste. Forschung ist in nahezu allen Bereichen sehr speziell, weshalb außer denjenigen, die direkt an dem Thema arbeiten, niemand einen blassen Schimmer davon hat, wozu das Ganze dient, wie man auf die Idee kam und wie die Ergebnisse einzuordnen sind. Auf einer halben Din-A4-Seite das herunterzubrechen, worüber andere Leute mehrseitige Paper veröffentlicht haben und woran ich seit acht Monaten im Labor sitze, ist alles andere als leicht.
Zum Glück habe ich Betreuer, die gerne Sätze kürzen und „Unwichtiges“ streichen. Allerdings musste ich schon schlucken, als auch bei der dritten Version meines Abstracts noch immer alles rot war und der Text eher marginal meinem ursprünglichen Entwurf entsprach. Aber naja, man lernt nie aus und letztlich war ich mit dem Ergebnis doch ganz zufrieden!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  12.04.2017

Medizin studieren

Dem bloßen Auge verborgen - 1

Der Patient klagt, dass es ihm im oberen rechten Bereich des Bauches schmerze. Der Arzt tastet ab, kann aber nichts Ungewöhnliches fühlen. Er hält das Stethoskop darauf, wieder nichts. Als er sein Skalpell zücken will, quiekt der Patient. Das muss doch einfacher gehen!
Klar, es geht deutlich einfacher und ohne, dass der Patient zu Schaden kommt, der Arzt aber dennoch eine ganze Menge sieht. Ständig werden im klinischen Alltag Hilfsmittel verwendet, um das zu sehen, was uns mit bloßem Auge verborgen bleibt. Mittels Ultraschall, Röntgen, Kernspintomographie oder Computertomographie schauen wir hinein. Erst das macht Diagnosen möglich. Dazu kommen natürlich noch Laborparameter durch Urin- und Blutproben. Doch in diesem Beitrag soll es zuerst um bildgebende Verfahren gehen, da wir diese in der Woche nach unseren letzten Klausuren in einem sehr intensiven Kurs behandelten.
Vier Tage lang von 8 bis 18 Uhr beschäftigten wir uns ausgiebig mit unseren Körpern und den Möglichkeiten, sie zu untersuchen. Im Modul „Anatomie am Lebenden“, in dem viel nackte Haut zu sehen war – da waren wir Jungs besonders gefragt –, lernten wir das gegenseitige Abhören von Geräuschen (auskultieren) und Abtasten (palpieren). Dazu malten wir uns bunt an, um beispielsweise die einzelnen Arterien und Venen der Hand und des Oberarmes darzustellen, die wir ertasten mussten. Wir zeichneten uns Lungenflügel auf die Brust, dazu in unmittelbarer Nähe das Herz und spielten auf unseren Bäuchen Tic Tac Toe, als es um die neun Regionen des Bauches ging – ich habe übrigens verloren. Außerdem hörten wir unsere Lungen an Brust und Rücken an zuvor eingezeichneten Punkten ab. Anschließend war das Herz an der Reihe mit seinen vier Klappen und der Darm mit seinen zufriedenen Geräuschen.
Weiterhin ging es um erste orthopädische Untersuchungsmethoden ohne Hilfsmittel, um zu klären, ob jemand eine schiefe Wirbelsäule, ein krummes Becken oder ungerade Schultern hat. Zu guter Letzt durften wir unsere Gesichter abtasten, um die Funktion unserer Hirnnerven auszutesten. Dafür wird beispielsweise ober- und unterhalb des Auges gedrückt, um den Nervus trigeminus zu reizen, der für die gesamte Sensibilität des Gesichtes zuständig ist. Auch haben wir die Augen auf Funktionstüchtigkeit geprüft, indem Lichtreize gesetzt werden oder aber einem Gegenstand mit dem Blick gefolgt werden muss. Stimmt in den Reflexen etwas nicht, können so recht einfach Diagnosen gestellt werden.
Grundlage geschaffen. Und nun? Nun wird es spannend!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  11.04.2017

Medizin studieren

Facebook löschen

Während der vergangenen Klausurphase reifte ein Gedanke in meinem Kopf heran, den ich schon lange mit mir herumtrug: „Du verbringst zu viel Zeit in diesem sozialen Netzwerk im blauen Design.“
Es ärgerte mich immer mehr, mich Minute um Minute nach unten zu scrollen, hoffend, dass zwischen all der Werbung, den Nachrichten und selten dämlichen Status-Updates, Katzenvideos und Essensfotos doch noch was Interessantes kommen möge. Doch nach mehreren „Lernpausen“ war ich weder erholter, noch informierter, unterhaltener oder glücklicher. Ganz im Gegenteil, fühlte ich mich eher mürrischer, deprimierter (schließlich haben alle anderen offensichtlich Freizeit, während ich einfach nur meine Arbeit vor mir herschiebe), unkonzentrierter und unzufriedener.
Dieses Phänomen ist leider nicht auf Klausurenphasen beschränkt, sondern gilt nahezu uneingeschränkt auch für entspannte Abende, an denen ich schöne Filme, gute Bücher oder Zeitung lesen könnte.
Von dieser Erkenntnis war der Schritt nicht mehr weit, mir zu überlegen, was Facebook mir konkret bringt. Dazu sichtete ich all meine Freunde, die sich in den vergangenen Jahren angehäuft hatten. Dabei merkte ich, dass die Personen, mit denen ich in regelmäßigem und guten Kontakt stand, nicht zu den Leuten gehörten, mit denen ich übermäßig viel auf Facebook interagierte. Genauer gesagt gar nicht. Entsprechend überflüssig scheint es, für diesen vermeintlichen „Gewinn“ Zeit zu vergeuden. Die Seiten, die ich auf Facebbok nutzte, nahm ich auch nochmal genauer unter die Lupe und bemerkte, dass es entweder Nachrichtenseiten waren, auf denen ich auch originär unterwegs bin, oder eben Marken/Firmen, die nur versuchen, meine Aufmerksamkeit zu gewinnen und mir ihre Sachen anzudrehen.
All das sprach dagegen, weiter bei Facebook zu bleiben. Also habe ich mein Profil dauerhaft gelöscht! Wie sich diese Entscheidung für mich auswirken wird, werde ich in ein paar Wochen berichten. Fest steht: Zwei Tage später lebe ich immer noch und habe auch noch Kontakt zur Außenwelt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  06.04.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
06.04.2017