Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Dem bloßen Auge verborgen - 1

Der Patient klagt, dass es ihm im oberen rechten Bereich des Bauches schmerze. Der Arzt tastet ab, kann aber nichts Ungewöhnliches fühlen. Er hält das Stethoskop darauf, wieder nichts. Als er sein Skalpell zücken will, quiekt der Patient. Das muss doch einfacher gehen!
Klar, es geht deutlich einfacher und ohne, dass der Patient zu Schaden kommt, der Arzt aber dennoch eine ganze Menge sieht. Ständig werden im klinischen Alltag Hilfsmittel verwendet, um das zu sehen, was uns mit bloßem Auge verborgen bleibt. Mittels Ultraschall, Röntgen, Kernspintomographie oder Computertomographie schauen wir hinein. Erst das macht Diagnosen möglich. Dazu kommen natürlich noch Laborparameter durch Urin- und Blutproben. Doch in diesem Beitrag soll es zuerst um bildgebende Verfahren gehen, da wir diese in der Woche nach unseren letzten Klausuren in einem sehr intensiven Kurs behandelten.
Vier Tage lang von 8 bis 18 Uhr beschäftigten wir uns ausgiebig mit unseren Körpern und den Möglichkeiten, sie zu untersuchen. Im Modul „Anatomie am Lebenden“, in dem viel nackte Haut zu sehen war – da waren wir Jungs besonders gefragt –, lernten wir das gegenseitige Abhören von Geräuschen (auskultieren) und Abtasten (palpieren). Dazu malten wir uns bunt an, um beispielsweise die einzelnen Arterien und Venen der Hand und des Oberarmes darzustellen, die wir ertasten mussten. Wir zeichneten uns Lungenflügel auf die Brust, dazu in unmittelbarer Nähe das Herz und spielten auf unseren Bäuchen Tic Tac Toe, als es um die neun Regionen des Bauches ging – ich habe übrigens verloren. Außerdem hörten wir unsere Lungen an Brust und Rücken an zuvor eingezeichneten Punkten ab. Anschließend war das Herz an der Reihe mit seinen vier Klappen und der Darm mit seinen zufriedenen Geräuschen.
Weiterhin ging es um erste orthopädische Untersuchungsmethoden ohne Hilfsmittel, um zu klären, ob jemand eine schiefe Wirbelsäule, ein krummes Becken oder ungerade Schultern hat. Zu guter Letzt durften wir unsere Gesichter abtasten, um die Funktion unserer Hirnnerven auszutesten. Dafür wird beispielsweise ober- und unterhalb des Auges gedrückt, um den Nervus trigeminus zu reizen, der für die gesamte Sensibilität des Gesichtes zuständig ist. Auch haben wir die Augen auf Funktionstüchtigkeit geprüft, indem Lichtreize gesetzt werden oder aber einem Gegenstand mit dem Blick gefolgt werden muss. Stimmt in den Reflexen etwas nicht, können so recht einfach Diagnosen gestellt werden.
Grundlage geschaffen. Und nun? Nun wird es spannend!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  11.04.2017

Medizin studieren

Facebook löschen

Während der vergangenen Klausurphase reifte ein Gedanke in meinem Kopf heran, den ich schon lange mit mir herumtrug: „Du verbringst zu viel Zeit in diesem sozialen Netzwerk im blauen Design.“
Es ärgerte mich immer mehr, mich Minute um Minute nach unten zu scrollen, hoffend, dass zwischen all der Werbung, den Nachrichten und selten dämlichen Status-Updates, Katzenvideos und Essensfotos doch noch was Interessantes kommen möge. Doch nach mehreren „Lernpausen“ war ich weder erholter, noch informierter, unterhaltener oder glücklicher. Ganz im Gegenteil, fühlte ich mich eher mürrischer, deprimierter (schließlich haben alle anderen offensichtlich Freizeit, während ich einfach nur meine Arbeit vor mir herschiebe), unkonzentrierter und unzufriedener.
Dieses Phänomen ist leider nicht auf Klausurenphasen beschränkt, sondern gilt nahezu uneingeschränkt auch für entspannte Abende, an denen ich schöne Filme, gute Bücher oder Zeitung lesen könnte.
Von dieser Erkenntnis war der Schritt nicht mehr weit, mir zu überlegen, was Facebook mir konkret bringt. Dazu sichtete ich all meine Freunde, die sich in den vergangenen Jahren angehäuft hatten. Dabei merkte ich, dass die Personen, mit denen ich in regelmäßigem und guten Kontakt stand, nicht zu den Leuten gehörten, mit denen ich übermäßig viel auf Facebook interagierte. Genauer gesagt gar nicht. Entsprechend überflüssig scheint es, für diesen vermeintlichen „Gewinn“ Zeit zu vergeuden. Die Seiten, die ich auf Facebbok nutzte, nahm ich auch nochmal genauer unter die Lupe und bemerkte, dass es entweder Nachrichtenseiten waren, auf denen ich auch originär unterwegs bin, oder eben Marken/Firmen, die nur versuchen, meine Aufmerksamkeit zu gewinnen und mir ihre Sachen anzudrehen.
All das sprach dagegen, weiter bei Facebook zu bleiben. Also habe ich mein Profil dauerhaft gelöscht! Wie sich diese Entscheidung für mich auswirken wird, werde ich in ein paar Wochen berichten. Fest steht: Zwei Tage später lebe ich immer noch und habe auch noch Kontakt zur Außenwelt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  06.04.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
06.04.2017

Medizin studieren

Die letzte Hürde

Eine noch. Eine letzte Prüfung. Makroskopische Anatomie, Zentrales Nervensystem, die beiden Physiologie-Testate und Biochemie habe ich bereits bestanden. Nun trennt uns nur noch die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, von den lang ersehnten Semesterferien.
Der Kurs, den wir in der Histologie belegten, umfasste zwei Termine in der Woche, die jeweils drei Stunden dauerten. Insgesamt war dieser Kurs eher schlecht als recht, weil wir nicht nur mit dem Stoff hinterher waren, sondern mehr Details im Vordergrund standen, wenig wurde aus meiner Sicht für das allgemeine Verständnis getan. Das freie Mikroskopieren war zwar okay, aber nicht so richtig effektiv – aber das hatte ich ja in meiner Hand, geht auf meine Kappe. Sehr entgegenkommend war, dass uns ein Intensivkurs angeboten wurde, der an drei aufeinanderfolgenden Abenden von 18 bis 20 Uhr stattfand. Dort erzählten uns studentische Hilfskräfte die wichtigsten Infos zu ausgewählten Themen, um uns das Lernen ein wenig zu erleichtern.
Wir hatten alle großen Respekt vor dieser Klausur. Meine Freundin und ich bereiteten uns gemeinsam vor: Wir gingen übergreifende Themen wie Bindegewebe, Nervenfasern und Muskeln durch, schauten uns erneut an, wie Knochen entstehen, wie Faserknorpel aussehen, was Luschka-Gänge sind und ob Rokitansky-Aschoff-Falten zu dem gleichen Organ wie diese gehören, nämlich zur Gallenblase.
Normalerweise bedienen sich Dozenten, die eine Klausur entwerfen, aus einem Pool von Fragen. So kam immer ein gewisser Prozentsatz von Aufgaben bereits in alten Klausuren vor, was für uns Studierende natürlich klasse ist. Dadurch können wir einfach Antworten auswendig lernen und machen damit schon viele Punkte gut. Dieser Dozent hat jedoch ausdrücklich betont, dass er keine einzige Altfrage nehmen wolle – ein bisschen unfair, fanden wir.
Trotzdem, 42 Punkte sind es für mich geworden. Ungläubig ließ ich mich aufs Bett fallen, als ich zu Hause die Ergebnisse bekam. Das war mit Abstand mein bestes Semester. Zwei Klausuren, beide über 40 Punkte – ich habe es geschafft. Und die meisten meiner Freunde auch. Es fällt wieder eine große Last von mir ab. Jetzt ist Entspannung angesagt.
Und Arbeit, aber dazu später mehr.