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Medizin studieren

Facebook löschen

Während der vergangenen Klausurphase reifte ein Gedanke in meinem Kopf heran, den ich schon lange mit mir herumtrug: „Du verbringst zu viel Zeit in diesem sozialen Netzwerk im blauen Design.“
Es ärgerte mich immer mehr, mich Minute um Minute nach unten zu scrollen, hoffend, dass zwischen all der Werbung, den Nachrichten und selten dämlichen Status-Updates, Katzenvideos und Essensfotos doch noch was Interessantes kommen möge. Doch nach mehreren „Lernpausen“ war ich weder erholter, noch informierter, unterhaltener oder glücklicher. Ganz im Gegenteil, fühlte ich mich eher mürrischer, deprimierter (schließlich haben alle anderen offensichtlich Freizeit, während ich einfach nur meine Arbeit vor mir herschiebe), unkonzentrierter und unzufriedener.
Dieses Phänomen ist leider nicht auf Klausurenphasen beschränkt, sondern gilt nahezu uneingeschränkt auch für entspannte Abende, an denen ich schöne Filme, gute Bücher oder Zeitung lesen könnte.
Von dieser Erkenntnis war der Schritt nicht mehr weit, mir zu überlegen, was Facebook mir konkret bringt. Dazu sichtete ich all meine Freunde, die sich in den vergangenen Jahren angehäuft hatten. Dabei merkte ich, dass die Personen, mit denen ich in regelmäßigem und guten Kontakt stand, nicht zu den Leuten gehörten, mit denen ich übermäßig viel auf Facebook interagierte. Genauer gesagt gar nicht. Entsprechend überflüssig scheint es, für diesen vermeintlichen „Gewinn“ Zeit zu vergeuden. Die Seiten, die ich auf Facebbok nutzte, nahm ich auch nochmal genauer unter die Lupe und bemerkte, dass es entweder Nachrichtenseiten waren, auf denen ich auch originär unterwegs bin, oder eben Marken/Firmen, die nur versuchen, meine Aufmerksamkeit zu gewinnen und mir ihre Sachen anzudrehen.
All das sprach dagegen, weiter bei Facebook zu bleiben. Also habe ich mein Profil dauerhaft gelöscht! Wie sich diese Entscheidung für mich auswirken wird, werde ich in ein paar Wochen berichten. Fest steht: Zwei Tage später lebe ich immer noch und habe auch noch Kontakt zur Außenwelt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  06.04.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
06.04.2017

Medizin studieren

Die letzte Hürde

Eine noch. Eine letzte Prüfung. Makroskopische Anatomie, Zentrales Nervensystem, die beiden Physiologie-Testate und Biochemie habe ich bereits bestanden. Nun trennt uns nur noch die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, von den lang ersehnten Semesterferien.
Der Kurs, den wir in der Histologie belegten, umfasste zwei Termine in der Woche, die jeweils drei Stunden dauerten. Insgesamt war dieser Kurs eher schlecht als recht, weil wir nicht nur mit dem Stoff hinterher waren, sondern mehr Details im Vordergrund standen, wenig wurde aus meiner Sicht für das allgemeine Verständnis getan. Das freie Mikroskopieren war zwar okay, aber nicht so richtig effektiv – aber das hatte ich ja in meiner Hand, geht auf meine Kappe. Sehr entgegenkommend war, dass uns ein Intensivkurs angeboten wurde, der an drei aufeinanderfolgenden Abenden von 18 bis 20 Uhr stattfand. Dort erzählten uns studentische Hilfskräfte die wichtigsten Infos zu ausgewählten Themen, um uns das Lernen ein wenig zu erleichtern.
Wir hatten alle großen Respekt vor dieser Klausur. Meine Freundin und ich bereiteten uns gemeinsam vor: Wir gingen übergreifende Themen wie Bindegewebe, Nervenfasern und Muskeln durch, schauten uns erneut an, wie Knochen entstehen, wie Faserknorpel aussehen, was Luschka-Gänge sind und ob Rokitansky-Aschoff-Falten zu dem gleichen Organ wie diese gehören, nämlich zur Gallenblase.
Normalerweise bedienen sich Dozenten, die eine Klausur entwerfen, aus einem Pool von Fragen. So kam immer ein gewisser Prozentsatz von Aufgaben bereits in alten Klausuren vor, was für uns Studierende natürlich klasse ist. Dadurch können wir einfach Antworten auswendig lernen und machen damit schon viele Punkte gut. Dieser Dozent hat jedoch ausdrücklich betont, dass er keine einzige Altfrage nehmen wolle – ein bisschen unfair, fanden wir.
Trotzdem, 42 Punkte sind es für mich geworden. Ungläubig ließ ich mich aufs Bett fallen, als ich zu Hause die Ergebnisse bekam. Das war mit Abstand mein bestes Semester. Zwei Klausuren, beide über 40 Punkte – ich habe es geschafft. Und die meisten meiner Freunde auch. Es fällt wieder eine große Last von mir ab. Jetzt ist Entspannung angesagt.
Und Arbeit, aber dazu später mehr.

Medizin studieren

Ein Kasten Bier

Die letzten Tage vor der großen Klausur waren alles andere als schön. Zu den stressigen Laborarbeiten kam noch hinzu, dass ich in den Inkubationszeiten meiner Experimente versucht habe, zu lernen. Ursprünglich wollte ich mir ganz frei nehmen, aber am Ende gehen Pläne ja selten so auf, wie man sich das vorher vorgestellt hat.
Also Labor und lernen. Schwierige Kombi. Die Zeit wurde knapper, meine Verzweiflung wuchs und schließlich ließ ich mich mit einem  Kommilitonen auf eine mittlerweile klassische Wette ein: In meinen „schwachen“ Momenten kommt es schon mal vor, dass ich schwarzsehe und das auch kundtue. Da es bislang allerdings kaum Anhaltspunkte dafür gab, mich dahingehend ernst zu nehmen, setzt eben dieser Kumpel jedes Mal einen Kasten Bier auf meine Schwarzmalerei ein.
Bereitwillig nehme ich meist an, denn nach absolvierter Klausur ist so ein Kasten Bier eine nette Vorstellung, egal ob bestanden oder nicht. Und ein spendierter Kasten Bier eine gute Entschädigung für eine nicht bestandene Klausur.
Auf wundersame Art und Weise habe ich es so in den vergangenen Jahren geschafft, mir den Druck vor Klausuren ein wenig zu nehmen, weil es einem sehr deutlich vor Augen führt, dass egal was kommt, die Klausurenphase bald vorbei ist und auch wieder entspannte Zeiten kommen!
Erwartungsgemäß musste ich ein paar Tage später in den Supermarkt marschieren und dann mit dem Kasten Bier bei meinem Kumpel klingeln. Alles war gut gegangen. Zum Glück!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  28.03.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
28.03.2017