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Medizin studieren

Die letzte Hürde

Eine noch. Eine letzte Prüfung. Makroskopische Anatomie, Zentrales Nervensystem, die beiden Physiologie-Testate und Biochemie habe ich bereits bestanden. Nun trennt uns nur noch die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, von den lang ersehnten Semesterferien.
Der Kurs, den wir in der Histologie belegten, umfasste zwei Termine in der Woche, die jeweils drei Stunden dauerten. Insgesamt war dieser Kurs eher schlecht als recht, weil wir nicht nur mit dem Stoff hinterher waren, sondern mehr Details im Vordergrund standen, wenig wurde aus meiner Sicht für das allgemeine Verständnis getan. Das freie Mikroskopieren war zwar okay, aber nicht so richtig effektiv – aber das hatte ich ja in meiner Hand, geht auf meine Kappe. Sehr entgegenkommend war, dass uns ein Intensivkurs angeboten wurde, der an drei aufeinanderfolgenden Abenden von 18 bis 20 Uhr stattfand. Dort erzählten uns studentische Hilfskräfte die wichtigsten Infos zu ausgewählten Themen, um uns das Lernen ein wenig zu erleichtern.
Wir hatten alle großen Respekt vor dieser Klausur. Meine Freundin und ich bereiteten uns gemeinsam vor: Wir gingen übergreifende Themen wie Bindegewebe, Nervenfasern und Muskeln durch, schauten uns erneut an, wie Knochen entstehen, wie Faserknorpel aussehen, was Luschka-Gänge sind und ob Rokitansky-Aschoff-Falten zu dem gleichen Organ wie diese gehören, nämlich zur Gallenblase.
Normalerweise bedienen sich Dozenten, die eine Klausur entwerfen, aus einem Pool von Fragen. So kam immer ein gewisser Prozentsatz von Aufgaben bereits in alten Klausuren vor, was für uns Studierende natürlich klasse ist. Dadurch können wir einfach Antworten auswendig lernen und machen damit schon viele Punkte gut. Dieser Dozent hat jedoch ausdrücklich betont, dass er keine einzige Altfrage nehmen wolle – ein bisschen unfair, fanden wir.
Trotzdem, 42 Punkte sind es für mich geworden. Ungläubig ließ ich mich aufs Bett fallen, als ich zu Hause die Ergebnisse bekam. Das war mit Abstand mein bestes Semester. Zwei Klausuren, beide über 40 Punkte – ich habe es geschafft. Und die meisten meiner Freunde auch. Es fällt wieder eine große Last von mir ab. Jetzt ist Entspannung angesagt.
Und Arbeit, aber dazu später mehr.

Medizin studieren

Ein Kasten Bier

Die letzten Tage vor der großen Klausur waren alles andere als schön. Zu den stressigen Laborarbeiten kam noch hinzu, dass ich in den Inkubationszeiten meiner Experimente versucht habe, zu lernen. Ursprünglich wollte ich mir ganz frei nehmen, aber am Ende gehen Pläne ja selten so auf, wie man sich das vorher vorgestellt hat.
Also Labor und lernen. Schwierige Kombi. Die Zeit wurde knapper, meine Verzweiflung wuchs und schließlich ließ ich mich mit einem  Kommilitonen auf eine mittlerweile klassische Wette ein: In meinen „schwachen“ Momenten kommt es schon mal vor, dass ich schwarzsehe und das auch kundtue. Da es bislang allerdings kaum Anhaltspunkte dafür gab, mich dahingehend ernst zu nehmen, setzt eben dieser Kumpel jedes Mal einen Kasten Bier auf meine Schwarzmalerei ein.
Bereitwillig nehme ich meist an, denn nach absolvierter Klausur ist so ein Kasten Bier eine nette Vorstellung, egal ob bestanden oder nicht. Und ein spendierter Kasten Bier eine gute Entschädigung für eine nicht bestandene Klausur.
Auf wundersame Art und Weise habe ich es so in den vergangenen Jahren geschafft, mir den Druck vor Klausuren ein wenig zu nehmen, weil es einem sehr deutlich vor Augen führt, dass egal was kommt, die Klausurenphase bald vorbei ist und auch wieder entspannte Zeiten kommen!
Erwartungsgemäß musste ich ein paar Tage später in den Supermarkt marschieren und dann mit dem Kasten Bier bei meinem Kumpel klingeln. Alles war gut gegangen. Zum Glück!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  28.03.2017

Medizin studieren

Die Erfolgsstrategie – oder doch nicht?

Kommilitone heißt so viel wie Mitstreiter, ein Kumpan, der einem unter die Arme greift und dem man im Gegenzug auch hilft. Lerngruppen hielt ich während des Abiturs für ineffizient und bremsend. Das Lerntempo war arg unterschiedlich, das Wissen ebenso und die Ansprüche erst recht. Deshalb habe ich lieber alleine gelernt. Das habe ich im Studium erst einmal so fortgesetzt und mir alleine zu Hause oder in der Bibliothek die Inhalte angeeignet. Mittlerweile bin ich von dieser Form des Lernens aber abgerückt, denn seit der Vorbereitung für die Klausur in Biochemie habe ich gemerkt, wie sinnvoll es ist, gemeinsam Stoff zu erarbeiten und durchzusprechen, bis man ihn wirklich verstanden hat.
Das Problem beim Alleine lernen ist, dass ich zu schnell sage, dass ich es kann und dann weiter mache, ohne tatsächlich Ahnung zu haben. Das kann zu zweit nicht so schnell passieren, weil man einander ständig abfragt und mehr Motivation hat, sich intensiver mit dem Stoff auseinanderzusetzen. So habe ich mir die komplette Molekularbiologie und die wichtigsten Hormone mit einem Freund zusammen erarbeitet, sodass die Hälfte bereits geschafft war. Wir trafen uns immer für drei oder vier Stunden und legten in bahnbrechendem Tempo los, sodass ich mindestens vier Stunden gespart habe. Genauso habe ich es dann mit einer Freundin in der Immunologie und der Extrazellulärem Matrix fortgesetzt. Derart vorbereitet ging ich guter Dinge in die Klausur, die 75 Minuten dauerte und 50 Multiple-Choice-Fragen beinhaltete.
Nachdem ich es bisher in keiner Klausur über 40 Punkte gebracht habe, waren es dieses Mal 46! Es hat sich also ausgezahlt, nicht alleine an dieses Studium heranzugehen, sondern Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Somit ist die zweite von drei Prüfungen am Ende des Semesters bestanden. Nun wartet nur noch die Histologie auf mich. Doch auch da bin ich nicht alleine.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  27.03.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
27.03.2017