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Medizin studieren

Ein Kasten Bier

Die letzten Tage vor der großen Klausur waren alles andere als schön. Zu den stressigen Laborarbeiten kam noch hinzu, dass ich in den Inkubationszeiten meiner Experimente versucht habe, zu lernen. Ursprünglich wollte ich mir ganz frei nehmen, aber am Ende gehen Pläne ja selten so auf, wie man sich das vorher vorgestellt hat.
Also Labor und lernen. Schwierige Kombi. Die Zeit wurde knapper, meine Verzweiflung wuchs und schließlich ließ ich mich mit einem  Kommilitonen auf eine mittlerweile klassische Wette ein: In meinen „schwachen“ Momenten kommt es schon mal vor, dass ich schwarzsehe und das auch kundtue. Da es bislang allerdings kaum Anhaltspunkte dafür gab, mich dahingehend ernst zu nehmen, setzt eben dieser Kumpel jedes Mal einen Kasten Bier auf meine Schwarzmalerei ein.
Bereitwillig nehme ich meist an, denn nach absolvierter Klausur ist so ein Kasten Bier eine nette Vorstellung, egal ob bestanden oder nicht. Und ein spendierter Kasten Bier eine gute Entschädigung für eine nicht bestandene Klausur.
Auf wundersame Art und Weise habe ich es so in den vergangenen Jahren geschafft, mir den Druck vor Klausuren ein wenig zu nehmen, weil es einem sehr deutlich vor Augen führt, dass egal was kommt, die Klausurenphase bald vorbei ist und auch wieder entspannte Zeiten kommen!
Erwartungsgemäß musste ich ein paar Tage später in den Supermarkt marschieren und dann mit dem Kasten Bier bei meinem Kumpel klingeln. Alles war gut gegangen. Zum Glück!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  28.03.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
28.03.2017

Medizin studieren

Die Erfolgsstrategie – oder doch nicht?

Kommilitone heißt so viel wie Mitstreiter, ein Kumpan, der einem unter die Arme greift und dem man im Gegenzug auch hilft. Lerngruppen hielt ich während des Abiturs für ineffizient und bremsend. Das Lerntempo war arg unterschiedlich, das Wissen ebenso und die Ansprüche erst recht. Deshalb habe ich lieber alleine gelernt. Das habe ich im Studium erst einmal so fortgesetzt und mir alleine zu Hause oder in der Bibliothek die Inhalte angeeignet. Mittlerweile bin ich von dieser Form des Lernens aber abgerückt, denn seit der Vorbereitung für die Klausur in Biochemie habe ich gemerkt, wie sinnvoll es ist, gemeinsam Stoff zu erarbeiten und durchzusprechen, bis man ihn wirklich verstanden hat.
Das Problem beim Alleine lernen ist, dass ich zu schnell sage, dass ich es kann und dann weiter mache, ohne tatsächlich Ahnung zu haben. Das kann zu zweit nicht so schnell passieren, weil man einander ständig abfragt und mehr Motivation hat, sich intensiver mit dem Stoff auseinanderzusetzen. So habe ich mir die komplette Molekularbiologie und die wichtigsten Hormone mit einem Freund zusammen erarbeitet, sodass die Hälfte bereits geschafft war. Wir trafen uns immer für drei oder vier Stunden und legten in bahnbrechendem Tempo los, sodass ich mindestens vier Stunden gespart habe. Genauso habe ich es dann mit einer Freundin in der Immunologie und der Extrazellulärem Matrix fortgesetzt. Derart vorbereitet ging ich guter Dinge in die Klausur, die 75 Minuten dauerte und 50 Multiple-Choice-Fragen beinhaltete.
Nachdem ich es bisher in keiner Klausur über 40 Punkte gebracht habe, waren es dieses Mal 46! Es hat sich also ausgezahlt, nicht alleine an dieses Studium heranzugehen, sondern Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Somit ist die zweite von drei Prüfungen am Ende des Semesters bestanden. Nun wartet nur noch die Histologie auf mich. Doch auch da bin ich nicht alleine.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  27.03.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
27.03.2017

Medizin studieren

Vorbereitungen für den Iran

Mir bietet sich die Gelegenheit, im April auf eine Konferenz zum Thema „Neuroinflammation“ in den Iran zu reisen. Die Planung ist bereits in trockenen Tüchern: der Reisepass nicht nur beantragt, sondern auch ausgestellt, das Visum (hoffentlich) auf dem Weg und die Anmeldung zur Konferenz abgeschickt.
Nun stand dann die Buchung der Flüge an: Zwar mussten alle zwölf Teilnehmer unserer Arbeitsgruppe zunächst das Geld für diese vorstrecken, doch spätestens nach der Rückkehr aus dem Iran dürfen wir alle Reisekosten einreichen. Da die Veranstaltung sowohl fachlichen als auch kulturellen Austausch fördern soll, ist die Hoffnung bei uns groß, ein bisschen was von der Stadt der Veranstaltung, Mashhad, zu Gesicht zu bekommen.
Davor gilt es natürlich noch einiges zu erledigen: Zunächst steht für mich harte Laborarbeit an. In den nächsten zwei Monaten werde ich mein Bestes geben, mein Projekt so weit wie möglich nach voranzutreiben. Daneben werde ich sowohl zwei Wochen Blockpraktikum absolvieren, als auch meinen zweiten „Progress Report“ halten müssen. Zudem sieht es momentan so aus, als müsste ich auf der Iran-Konferenz mein Projekt in Form eines Posters präsentieren. Als ich das hörte, rutschte mir das Herz kurzzeitig in die Hose: Es ist eine Sache, einen Vortrag vor mir bekannten Kollegen aus dem Labor zu halten, aber eine völlig andere, sich vor lauter Unbekannten präsentieren zu müssen. Gleichzeitig macht es mich jedoch auch ziemlich stolz, diese Gelegenheit und Herausforderung annehmen zu dürfen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  21.03.2017