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Medizin studieren

Vorbereitungen für den Iran

Mir bietet sich die Gelegenheit, im April auf eine Konferenz zum Thema „Neuroinflammation“ in den Iran zu reisen. Die Planung ist bereits in trockenen Tüchern: der Reisepass nicht nur beantragt, sondern auch ausgestellt, das Visum (hoffentlich) auf dem Weg und die Anmeldung zur Konferenz abgeschickt.
Nun stand dann die Buchung der Flüge an: Zwar mussten alle zwölf Teilnehmer unserer Arbeitsgruppe zunächst das Geld für diese vorstrecken, doch spätestens nach der Rückkehr aus dem Iran dürfen wir alle Reisekosten einreichen. Da die Veranstaltung sowohl fachlichen als auch kulturellen Austausch fördern soll, ist die Hoffnung bei uns groß, ein bisschen was von der Stadt der Veranstaltung, Mashhad, zu Gesicht zu bekommen.
Davor gilt es natürlich noch einiges zu erledigen: Zunächst steht für mich harte Laborarbeit an. In den nächsten zwei Monaten werde ich mein Bestes geben, mein Projekt so weit wie möglich nach voranzutreiben. Daneben werde ich sowohl zwei Wochen Blockpraktikum absolvieren, als auch meinen zweiten „Progress Report“ halten müssen. Zudem sieht es momentan so aus, als müsste ich auf der Iran-Konferenz mein Projekt in Form eines Posters präsentieren. Als ich das hörte, rutschte mir das Herz kurzzeitig in die Hose: Es ist eine Sache, einen Vortrag vor mir bekannten Kollegen aus dem Labor zu halten, aber eine völlig andere, sich vor lauter Unbekannten präsentieren zu müssen. Gleichzeitig macht es mich jedoch auch ziemlich stolz, diese Gelegenheit und Herausforderung annehmen zu dürfen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  21.03.2017

Medizin studieren

Ohne Probleme

Auf dem Zettel stehen: Blut, Kreislauf, Leistung und Säure-Basen-Haushalt. Das Fach? Wieder einmal Physiologie, wieder ein Testat, wieder waren wir zu viert in der Prüfung. Die Anspannung war deutlicher zu spüren bei diesem zweiten Testat, denn hinterher standen noch zwei weitere Prüfungen an. Außerdem war das Klausurenthema – Lunge, Niere und Herz und ihre Unterthemen, etwa Funktion und Mechanismen auf molekularer Ebene– wenig greifbar, weil man es in ausuferndem Maße lernen konnte – oder aber in einem sehr entspannten.
Unser Prüfer war anspruchsvoll, keine Frage. Er hat aus jedem von uns viel rausgekitzelt, wollte, dass wir Transfer-Fragen lösen, um zu schauen, ob wir wirklich auf Verständnis gelernt haben. Eine halbe Stunde dauerte diese Prüfung wieder, jeder von uns hatte ungefähr gleiche Redeanteile. Interessanterweise fiebert man bei den anderen viel mehr mit, als bei sich selbst. Eine Kommilitonin hatte zwischendurch sichtlich Probleme. Es ging um Gefäße und wie sich diese unterteilen lassen. Normalerweise teilt man den Blutkreislauf in einen Körper- und einen Lungenkreislauf auf. Dazu kann man erwähnen, dass wir ein Hoch- und ein Niederdrucksystem haben. Die großen und kleinen Arterien und Arteriolen bilden das erste System, die großen und kleinen Venen, Venolen und Kapillaren das zweite. Der Prüfer wollte lediglich von ihr hören, welche Arten von Gefäßen es gibt. Sie erzählte und erzählte, aber fand die Antwort nicht. Da beginnt man ein wenig zu zittern und hofft einfach, dass die Person es schafft und auf die Antwort kommt.
Die Physiologie ist ohnehin ein spannendes Fach. Zum einen, weil man viel praktische Arbeit leistet, mit ersten diagnostischen Werkzeugen in Berührung kommt und lernt, Werte zu interpretieren und Diagnosen zu stellen. Zum anderen, weil man zu allem abstrakten Wissen aus der Biochemie und der Anatomie einen funktionellen Rahmen bekommt: Warum ist etwas aufgebaut, wie es aufgebaut ist? Wieso atmen wir so kontinuierlich, unwillkürlich und ohne große Anstrengung?
Während meiner Vorbereitung auf das Testat hatte ich mit Fragen gearbeitet, die im Physikum gestellt werden. Dort ging es mehr in die Tiefe als in der Physiologie, weshalb ich mir Sorgen machte, ob wir gut genug vorbereitet worden sind. Aufgrund einer recht schlechten Vorlesung, die viele Lücken ließ, werde ich da noch Wissen aufzuarbeiten haben.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  15.03.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
15.03.2017

Medizin studieren

Jetzt aber wirklich!

Die Lernerei auf die Klausur „Innere II“ rund um Gastroenterologie, Nephrologie und Endokrinologie stellte sich als ziemlich übel heraus. Mir fehlte zunächst der Zugang zum Thema. Außerdem dämpfte es meinen Elan, dass ich Fortschritte bei meinem Projekt im Labor erzielte und lieber dort weitermachen wollte.
Mit der Zeit fuchste ich mich jedoch ganz zufriedenstellend in die Innere Medizin hinein und das Lernen wurde etwas erträglicher. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als ich die erste Generalprobe in Form einer Altklausur absolvierte. Das ging so dermaßen daneben, dass ich ernsthafte Zweifel hegte, ob ich nicht einen gewaltigen Fehler begangen hatte, als ich beschloss, die Klausur zu schieben und ein Semester später auf sie lernen zu wollen.
Doch noch hatte ich genug Zeit. Nach anfänglicher Schockstarre machte ich mich wieder an die Lehrbücher und Vorlesungsfolien. Letzten Endes lief dann alles wie geschmiert. Fünf Tage vor der Klausur verdichtete sich mein Sammelsurium an Einzelwissen zu einem etwas besser vernetzten Gesamtwissen, sodass ich zunehmend der Meinung war, doch keinen so großen Fehler begangen zu haben.
Als dann endlich das Klausurergebnis feststand, sah ich mich in meiner Entscheidung vom vorigen Jahr bestätigt: Zwar hatte mich das Lernen ziemlich vom Forschen abgehalten und aus dem Trott des Labors gebracht, doch den Zweck der Wiederholung – ein etwas fundierteres Wissen – hatte das Manöver nicht verfehlt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  14.03.2017