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Medizin studieren

Die Endgegner

Am Ende des Semesters standen noch zwei richtige Brocken an. Beim Gedanken an sie stellten sich mir die Nackenhaare auf, der Schweiß rann die Schläfe herab, mir wurde kalt, der Atem flacher, ein starkes Kribbeln fuhr mir die Brust hinauf, nervös begann ich zu zucken, zu stottern, wild um mich zu blicken – das lösten die Gedanken an Biochemie und Histologie in mir aus.
Im vorigen Semester schon nicht leicht zu meistern, machte es mir die Biochemie gehörig schwer. Hormone, Immunologie, Molekularbiologie und extrazelluläre Matrix sind Themen dieses Fachs. Meine Nächte waren unruhig, denn ich sollte wissen, wie die DNA aufgebaut ist, wie die Bereiche Hypothalamus und Hypophyse, Abschnitte unseres Gehirns, unser Leben steuern und wie wir auf Viren reagieren. 50 Fragen musste ich in der Prüfung beantworten, die auf kleinste Details abzielen.
Ich hatte mich einige Wochen lang damit beschäftigt, wie der weibliche Menstruationszyklus hormonell funktioniert, wie Antikörper wirken und wie wir DNA vervielfältigen und sequenzieren können. Auch erfuhr ich von Krankheiten, die man sich kaum vorstellen kann, lernte Formeln auswendig und dann war es an der Zeit, mich ein weiteres Mal zu beweisen.
Ebenso umfangreich ist die Histologie, die mikroskopische Anatomie. Was unterscheidet den Dünn- vom Zwölffingerdarm? Wie sieht die oberste Hautschicht unserer Körperhaut aus? Beim Lernen bin ich auf wunderbares Material der Medizinischen Hochschule Hannover gestoßen, die auf ihrer Website im „Online-Atlas Histologie“ allerlei mikroskopische Präparate frei zur Verfügung stellt, damit Studierende aus ganz Deutschland mit ihnen lernen können. So habe ich mir ein Lernsystem zu jedem Organ zusammenpuzzlen können.
Was bedeuten diese beiden Klausuren für die nächsten Wochen? Es bedeutet, dass ich meine Freunde leider wieder sehr selten außerhalb der Uni zu Gesicht bekomme. Demnächst steht noch ein Bildgebungskurs an, in dem wir Grundlagen zu Verfahren wie dem Röntgen, der Computertomografie oder dem Ultraschall lernen. Aber dazu bald mehr. Nun heißt es erst einmal: Leben aus, Lernen an.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  10.03.2017

Medizin studieren

Stippvisite im Labor

Wegen meines Progress Reports habe ich wenig im Labor gearbeitet und bin in meiner Forschung nicht weiter gekommen. Daher war es mein vorrangiges Ziel, anschließend wieder alle Energie in das Vorantreiben meiner Experimente zu stecken. Ich machte mich daran, jede Menge Experimente zu planen, alles in die Wege zu leiten und freute mich richtig darauf, Ergebnisse zu erzielen; auch deshalb, weil die letzten Experimente ganz gut gelaufen waren und – nach Monaten teils ziemlich frustrierender Arbeit – eine schöne Tendenz erkennen ließen.
Aber dann fiel mir siedend heiß wieder ein, dass mir noch eine recht große Klausur bevorstand. Im Sommersemester 2016 hatte ich aus Zeitmangel das erste Mal in sieben Semestern beschlossen, eine Klausur zu schieben. Nicht, weil ich Angst hatte, nicht zu bestehen. Doch ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich – wenn dann – vernünftig für so wichtige Fächer wie Gastroenterologie, Nephrologie und Endokrinologie (kurz: Innere II) lerne. Daher hatte ich die Klausur zu diesen Themen auf meine forschungsfreie Zeit geschoben, in der Annahme, da bestimmt nebenher Zeit zu haben.
Ein halbes Jahr später war ich schlauer: Ich war absolut nicht mehr im Thema und auch nicht sonderlich motiviert, noch mehr am Schreibtisch zu sitzen – und verfluchte mein sieben Monate jüngeres Ich! Mir blieb nichts anderes übrig, als mir die Zeit zu nehmen und auf die Klausur zu lernen. Ich verschob die Experimente und setzte mich mit Lehrbuch und schlechter Laune in die Bib.

Medizin studieren

Semesterferien nutzen

Nachdem ich voriges Jahr in den Semesterferien meine Freizeit genossen habe, wollte ich nun mal wieder arbeiten und Geld verdienen. Es war naheliegend, mich um einen Job in einem Krankenhaus zu bemühen. Ich dachte, ich hätte dank meines Freiwilligendienstes in einem Krankenhaus, meiner Nachtbereitschaft in der Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte und meinem jetzigen Medizinstudium gute Chancen. Außerdem bewarb ich mich noch bei mehreren Dialysezentren. Aber es kam bei elf Initiativbewerbungen nicht ein einziges Angebot für eine Stelle zurück, sondern erhielt entweder keine Antwort oder mir wurde freundlich mitgeteilt, dass man für meine Arbeitskraft keine Verwendung finde.
Empfohlen wurde mir daraufhin von einem Freund jobmensa.de, eine Seite, auf der verschiedene Unternehmen Neben- und Ferientätigkeiten anbieten. Euphorisch durchstöberte ich diverse Anzeigen, war meist enttäuscht von der geringen Bezahlung und den Angeboten, am Telefon Kundeninterviews zu Marktforschungszwecken zu führen. Interessant fand ich eine Firma, die Erste-Hilfe-Schulungen anbietet und dafür in vielen Städten Deutschlands weitere Dozenten sucht. Für jede Schulung gibt es bis zu 135 Euro. Voraussetzung ist aber, selbst zunächst zwei Schulungen zu besuchen, die jeweils ein ganzes Wochenende dauern. Die Firma übernimmt die Kosten hierfür nur, wenn man 50 Schulungen in zwei Jahren garantiert. In Münster biete man aber nur am Wochenende Schulungen an, sodass es vorbei wäre mit freien Samstagen und Sonntagen.
Nicht wirklich begeistert von der Ausbeute stieß ich – wie ungefähr jeder auf der Suche nach einer Ferientätigkeit – auf die Automobilbranche. Hier werden dauernd Werkstudenten gesucht. Ich bewarb mich in Bremen. Die Tätigkeit umfasst Wochenend- und Nachtschichten bei einer 40-Stunden-Woche, mindestens drei Wochen muss man arbeiten und kann wirklich recht viel Geld verdienen. Aber auch hier habe ich bisher keine Antwort erhalten.
Am aussichtsreichsten ist meine Bewerbung bei einem Berliner Unternehmen. Der Job umfasst die Arbeit an Infoständen in verschiedenen Städten Deutschlands. Für Organisationen wie Amnesty International oder WWF versucht man hier, Menschen für aktive Mitarbeit oder aber eine Spende zu gewinnen. In wenigen Tagen habe ich ein Vorstellungsgespräch per Skype und bin gespannt, was dabei herauskommt und ob ich den Job bekomme.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  02.03.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
02.03.2017