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Medizin studieren

Jetzt aber wirklich!

Die Lernerei auf die Klausur „Innere II“ rund um Gastroenterologie, Nephrologie und Endokrinologie stellte sich als ziemlich übel heraus. Mir fehlte zunächst der Zugang zum Thema. Außerdem dämpfte es meinen Elan, dass ich Fortschritte bei meinem Projekt im Labor erzielte und lieber dort weitermachen wollte.
Mit der Zeit fuchste ich mich jedoch ganz zufriedenstellend in die Innere Medizin hinein und das Lernen wurde etwas erträglicher. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als ich die erste Generalprobe in Form einer Altklausur absolvierte. Das ging so dermaßen daneben, dass ich ernsthafte Zweifel hegte, ob ich nicht einen gewaltigen Fehler begangen hatte, als ich beschloss, die Klausur zu schieben und ein Semester später auf sie lernen zu wollen.
Doch noch hatte ich genug Zeit. Nach anfänglicher Schockstarre machte ich mich wieder an die Lehrbücher und Vorlesungsfolien. Letzten Endes lief dann alles wie geschmiert. Fünf Tage vor der Klausur verdichtete sich mein Sammelsurium an Einzelwissen zu einem etwas besser vernetzten Gesamtwissen, sodass ich zunehmend der Meinung war, doch keinen so großen Fehler begangen zu haben.
Als dann endlich das Klausurergebnis feststand, sah ich mich in meiner Entscheidung vom vorigen Jahr bestätigt: Zwar hatte mich das Lernen ziemlich vom Forschen abgehalten und aus dem Trott des Labors gebracht, doch den Zweck der Wiederholung – ein etwas fundierteres Wissen – hatte das Manöver nicht verfehlt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  14.03.2017

Medizin studieren

Die Endgegner

Am Ende des Semesters standen noch zwei richtige Brocken an. Beim Gedanken an sie stellten sich mir die Nackenhaare auf, der Schweiß rann die Schläfe herab, mir wurde kalt, der Atem flacher, ein starkes Kribbeln fuhr mir die Brust hinauf, nervös begann ich zu zucken, zu stottern, wild um mich zu blicken – das lösten die Gedanken an Biochemie und Histologie in mir aus.
Im vorigen Semester schon nicht leicht zu meistern, machte es mir die Biochemie gehörig schwer. Hormone, Immunologie, Molekularbiologie und extrazelluläre Matrix sind Themen dieses Fachs. Meine Nächte waren unruhig, denn ich sollte wissen, wie die DNA aufgebaut ist, wie die Bereiche Hypothalamus und Hypophyse, Abschnitte unseres Gehirns, unser Leben steuern und wie wir auf Viren reagieren. 50 Fragen musste ich in der Prüfung beantworten, die auf kleinste Details abzielen.
Ich hatte mich einige Wochen lang damit beschäftigt, wie der weibliche Menstruationszyklus hormonell funktioniert, wie Antikörper wirken und wie wir DNA vervielfältigen und sequenzieren können. Auch erfuhr ich von Krankheiten, die man sich kaum vorstellen kann, lernte Formeln auswendig und dann war es an der Zeit, mich ein weiteres Mal zu beweisen.
Ebenso umfangreich ist die Histologie, die mikroskopische Anatomie. Was unterscheidet den Dünn- vom Zwölffingerdarm? Wie sieht die oberste Hautschicht unserer Körperhaut aus? Beim Lernen bin ich auf wunderbares Material der Medizinischen Hochschule Hannover gestoßen, die auf ihrer Website im „Online-Atlas Histologie“ allerlei mikroskopische Präparate frei zur Verfügung stellt, damit Studierende aus ganz Deutschland mit ihnen lernen können. So habe ich mir ein Lernsystem zu jedem Organ zusammenpuzzlen können.
Was bedeuten diese beiden Klausuren für die nächsten Wochen? Es bedeutet, dass ich meine Freunde leider wieder sehr selten außerhalb der Uni zu Gesicht bekomme. Demnächst steht noch ein Bildgebungskurs an, in dem wir Grundlagen zu Verfahren wie dem Röntgen, der Computertomografie oder dem Ultraschall lernen. Aber dazu bald mehr. Nun heißt es erst einmal: Leben aus, Lernen an.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  10.03.2017

Medizin studieren

Stippvisite im Labor

Wegen meines Progress Reports habe ich wenig im Labor gearbeitet und bin in meiner Forschung nicht weiter gekommen. Daher war es mein vorrangiges Ziel, anschließend wieder alle Energie in das Vorantreiben meiner Experimente zu stecken. Ich machte mich daran, jede Menge Experimente zu planen, alles in die Wege zu leiten und freute mich richtig darauf, Ergebnisse zu erzielen; auch deshalb, weil die letzten Experimente ganz gut gelaufen waren und – nach Monaten teils ziemlich frustrierender Arbeit – eine schöne Tendenz erkennen ließen.
Aber dann fiel mir siedend heiß wieder ein, dass mir noch eine recht große Klausur bevorstand. Im Sommersemester 2016 hatte ich aus Zeitmangel das erste Mal in sieben Semestern beschlossen, eine Klausur zu schieben. Nicht, weil ich Angst hatte, nicht zu bestehen. Doch ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich – wenn dann – vernünftig für so wichtige Fächer wie Gastroenterologie, Nephrologie und Endokrinologie (kurz: Innere II) lerne. Daher hatte ich die Klausur zu diesen Themen auf meine forschungsfreie Zeit geschoben, in der Annahme, da bestimmt nebenher Zeit zu haben.
Ein halbes Jahr später war ich schlauer: Ich war absolut nicht mehr im Thema und auch nicht sonderlich motiviert, noch mehr am Schreibtisch zu sitzen – und verfluchte mein sieben Monate jüngeres Ich! Mir blieb nichts anderes übrig, als mir die Zeit zu nehmen und auf die Klausur zu lernen. Ich verschob die Experimente und setzte mich mit Lehrbuch und schlechter Laune in die Bib.