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Medizin studieren

Stippvisite im Labor

Wegen meines Progress Reports habe ich wenig im Labor gearbeitet und bin in meiner Forschung nicht weiter gekommen. Daher war es mein vorrangiges Ziel, anschließend wieder alle Energie in das Vorantreiben meiner Experimente zu stecken. Ich machte mich daran, jede Menge Experimente zu planen, alles in die Wege zu leiten und freute mich richtig darauf, Ergebnisse zu erzielen; auch deshalb, weil die letzten Experimente ganz gut gelaufen waren und – nach Monaten teils ziemlich frustrierender Arbeit – eine schöne Tendenz erkennen ließen.
Aber dann fiel mir siedend heiß wieder ein, dass mir noch eine recht große Klausur bevorstand. Im Sommersemester 2016 hatte ich aus Zeitmangel das erste Mal in sieben Semestern beschlossen, eine Klausur zu schieben. Nicht, weil ich Angst hatte, nicht zu bestehen. Doch ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich – wenn dann – vernünftig für so wichtige Fächer wie Gastroenterologie, Nephrologie und Endokrinologie (kurz: Innere II) lerne. Daher hatte ich die Klausur zu diesen Themen auf meine forschungsfreie Zeit geschoben, in der Annahme, da bestimmt nebenher Zeit zu haben.
Ein halbes Jahr später war ich schlauer: Ich war absolut nicht mehr im Thema und auch nicht sonderlich motiviert, noch mehr am Schreibtisch zu sitzen – und verfluchte mein sieben Monate jüngeres Ich! Mir blieb nichts anderes übrig, als mir die Zeit zu nehmen und auf die Klausur zu lernen. Ich verschob die Experimente und setzte mich mit Lehrbuch und schlechter Laune in die Bib.

Medizin studieren

Semesterferien nutzen

Nachdem ich voriges Jahr in den Semesterferien meine Freizeit genossen habe, wollte ich nun mal wieder arbeiten und Geld verdienen. Es war naheliegend, mich um einen Job in einem Krankenhaus zu bemühen. Ich dachte, ich hätte dank meines Freiwilligendienstes in einem Krankenhaus, meiner Nachtbereitschaft in der Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte und meinem jetzigen Medizinstudium gute Chancen. Außerdem bewarb ich mich noch bei mehreren Dialysezentren. Aber es kam bei elf Initiativbewerbungen nicht ein einziges Angebot für eine Stelle zurück, sondern erhielt entweder keine Antwort oder mir wurde freundlich mitgeteilt, dass man für meine Arbeitskraft keine Verwendung finde.
Empfohlen wurde mir daraufhin von einem Freund jobmensa.de, eine Seite, auf der verschiedene Unternehmen Neben- und Ferientätigkeiten anbieten. Euphorisch durchstöberte ich diverse Anzeigen, war meist enttäuscht von der geringen Bezahlung und den Angeboten, am Telefon Kundeninterviews zu Marktforschungszwecken zu führen. Interessant fand ich eine Firma, die Erste-Hilfe-Schulungen anbietet und dafür in vielen Städten Deutschlands weitere Dozenten sucht. Für jede Schulung gibt es bis zu 135 Euro. Voraussetzung ist aber, selbst zunächst zwei Schulungen zu besuchen, die jeweils ein ganzes Wochenende dauern. Die Firma übernimmt die Kosten hierfür nur, wenn man 50 Schulungen in zwei Jahren garantiert. In Münster biete man aber nur am Wochenende Schulungen an, sodass es vorbei wäre mit freien Samstagen und Sonntagen.
Nicht wirklich begeistert von der Ausbeute stieß ich – wie ungefähr jeder auf der Suche nach einer Ferientätigkeit – auf die Automobilbranche. Hier werden dauernd Werkstudenten gesucht. Ich bewarb mich in Bremen. Die Tätigkeit umfasst Wochenend- und Nachtschichten bei einer 40-Stunden-Woche, mindestens drei Wochen muss man arbeiten und kann wirklich recht viel Geld verdienen. Aber auch hier habe ich bisher keine Antwort erhalten.
Am aussichtsreichsten ist meine Bewerbung bei einem Berliner Unternehmen. Der Job umfasst die Arbeit an Infoständen in verschiedenen Städten Deutschlands. Für Organisationen wie Amnesty International oder WWF versucht man hier, Menschen für aktive Mitarbeit oder aber eine Spende zu gewinnen. In wenigen Tagen habe ich ein Vorstellungsgespräch per Skype und bin gespannt, was dabei herauskommt und ob ich den Job bekomme.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  02.03.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
02.03.2017

Medizin studieren

Schönster Sonnenschein - doch nur laut App

Zwischen den Jahren besuchte ich meinen Vater in Dresden. Neben dem obligatorischen Weihnachtsessen stand eine gemeinsame Wanderung in der Sächsischen Schweiz an. Da mein Vater die dortigen Stiegen, den Malerweg und noch etliche weitere schöne Wege im vergangenen Jahr für sich entdeckt und bis ins kleinste Detail erkundet hat, hatte ich einen mehr als fachkundigen Führer dabei.
Die Langzeit-Wetter-Prognose versprach wohlgesonnenes Wetter für die Zeit: kaum Niederschläge, Temperaturen um den Gefrierpunkt beziehungsweise knapp darüber – ideales Wanderwetter also! Und auch drei Tage sagte uns meine App strahlenden Sonnenschein bei fünf Grad voraus.
Am frühen Morgen machten wir uns also mit dem Zug auf und ließen uns vom Nebel erst mal nicht verunsichern – der ist doch schließlich im Nu wieder weg, wenn laut App ab zehn Uhr Sonne pur vorherrschen würde. Also ging es los, in dickster Suppe, wir allerdings immer noch hochmotiviert.
Doch wir merkten, dass zwischen Nebeldecke und Sonne zwar nur wenige Meter lagen, die Sonne aber keine Kraft hatte, diese endgültig zu vertreiben. So kamen wir an einem schönen Aussichtspunkt nach dem anderen vorbei, waren aber froh, wenn wir die Aussicht überhaupt erahnen konnten.
Ziemlich durchgefroren, etwas enttäuscht, aber gleichzeitig auch ein bisschen zufrieden ob der gelaufenen 25 Kilometer ging es also wieder nach Hause. Mein Vater, seines Zeichens unverbesserlicher Optimist, machte sich am nächsten Tag – bei gleicher Vorhersage – noch mal auf. Ich hingegen hatte nach der Erfahrung keine große Lust mehr und blieb im trockenen Heim. Doch ich bereute diese Entscheidung, als mir mein Vater später die hell erleuchteten, vor Sonne strotzenden Bilder unter die Nase hielt.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  01.03.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
01.03.2017