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Medizin studieren

Hurra, ein neuer Bus!

Nach meiner zweiwöchigen Suche nach dem perfekten neuen Bus war ich zunächst schon kurz vor dem Aufgeben: Entweder zu teuer, in schlechtem Zustand, zum Anschauen zu weit weg oder ich hatte einfach ein mulmiges Gefühl, wenn ich mit den Händlern telefoniert habe. Schließlich fand ich dann noch einen ziemlich gut erhaltenen VW T4. Klar, auch bei dem muss noch das ein oder andere gemacht werden, doch im Vergleich steht das Auto immer noch ziemlich gut auf der Straße.
Währende der Probefahrt fuhr ich damit in eine Werkstatt, deren Mitarbeiter mir mein gutes Gefühl bestätigten: Ein alles in allem guter Bus. Mit der Information konnte ich gut in die Preisverhandlung gehen und siehe da: genau eine Woche später sitze ich im Zug, um den bereits bezahlten Bus abzuholen. Danach heißt es noch Reifen holen, ummelde und soweiter, also der ganze Kram der zum Autokauf dazugehört, über den ich mir allerdings noch nicht so oft Gedanken machen musste.
Besonders dankbar bin ich meinem Vater, der mir durch sein zinsloses Darlehen einen riesigen Vertrauensvorschuss gewährt.
Denn ganz ohne Risiko geht das natürlich nicht: mein Plan ist, den Bus im nächsten Sommer ausgiebig zu nutzen, um ihn schließlich in einem Jahr wieder zu verkaufen! Wenn ich zu viel gezahlt habe, wird der Verlust recht hoch sein, daher bin ich auch noch ein bisschen nervös: Ist wirklich alles gut mit dem Auto? Setze ich nicht zu viel Geld in den Sand?
Letztlich beruhige ich mich immer wieder mit diesem Gedanken: Für den gleichen Zeitraum einen Bus zu mieten überstiege die Summe bei weitem. Solange ich also beim Wiederverkauf kein großes Minus mache, lohnt es sich auf jeden Fall. Außerdem teile ich mir das finanzielle Risiko, denn alleine werde ich die zwei Monate nicht im Bus umherreisen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  16.02.2017

Medizin studieren

Unterschiedliche Etappen

Mittlerweile haben wir 14 Prüfungen hinter uns. 14 Mal Anspannung, Aufregung, Nervosität, Erleichterung, Enttäuschung, Freude. Im ersten Semester standen drei Klausuren in Chemie an, jeweils eine in Biologie, Physik sowie Anatomie und Terminologie. Dann folgten im zweiten Semester die Testate: passiver Bewegungsapparat, aktiver Bewegungsapparat, Situs, also die Lage der Organe, dazu eine Klausur in Biochemie. Am Anfang des dritten Semesters war die Klausur der makroskopischen Anatomie zu bewältigen, vier Wochen später das Testat über das zentrale Nervensystem, nun das erste Physiologie-Testat.
14 Prüfungen bedeuten aber auch, dass man 14 Mal scheitern könnte. Manche meiner Kommilitonen müssen noch vier oder fünf Prüfungen wiederholen. Allerdings ist es eine große Herausforderung, neben den sowieso anstehenden Klausuren noch Altlasten zu meistern. Vielen kommt daher die Idee, ein Semester länger zu studieren. So kann in dem zusätzlichen Semester alles wiederholt werden, was vorher nicht bestanden worden ist.
Doch die Entscheidung, ein Semester zu wiederholen, ist nicht immer freiwillig. So darf man in der Physiologie nur einmal ein Testat nicht bestehen, und muss das Semester wiederholen, ebenso sieht es in der Biochemie aus, wenn man die Klausuren beide nicht besteht.
Auch wenn wir uns in unterschiedlichen Stadien befinden, studieren wir alle zusammen mit dem Ziel, Ärztinnen und Ärzte zu werden – ohne uns dabei als Menschen auf dem Weg zu verlieren. Es wird den Menschen, die wir später behandeln werden, nur nützen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  15.02.2017

Medizin studieren

Progress Report 2

Neben all der Aufregung wegen meiner Fortbildung im Iran und dem anstehenden Autokauf, hatte ich natürlich auch im Labor einiges zu tun – vor allem am Schreibtisch. Paper lesen – ich gebe es zu – gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Meist ist das Thema so speziell, dass wohl nur die Autoren so richtig wissen, was sie damit bezwecken wollten. Manchmal findet man allerdings auch „Perlen“, also Paper, die besonders gut zum eigenen Thema passen, die gleichen Probleme durchdacht – und gelöst – haben oder einfach super interessant sind.
So vergrub ich mich am Schreibtisch und verfasste ein Thesenpapier, auf dem ich in Grundzügen die Idee hinter meiner Doktorarbeit skizzierte. So langsam kommt Licht ins Dunkle! Dabei muss ich sagen, dass mir das Schreiben und Recherchieren echt erstaunlich viel Spaß gemacht hat! Auch die Herausforderung, das Ganze auf Englisch zu verfassen, war für mich positiv. Schließlich musste ich den Vortrag auch auf Englisch halten – daher war das Thesenpapier eine recht sinnvolle Übung.
Der Vortrag selbst war eher Formsache. Das ist ja nicht so wie in der Schule, wo man benotet wird. Es geht lediglich darum, seinen Kollegen kurz zu erklären, was man gerade so macht. Alle sind einem wohlgesonnen und geben sogar zahlreiche gute Tipps, wenn man Probleme erwähnt. Trotz allem war es eine große Erleichterung, als das erledigt war!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  13.02.2017