Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Autokauf?!

Da im August 2016 mein geliebter Bus den Geist aufgegeben hatte, war meine Planung für diesen Sommer lange wackelig. Die vergangenen fünf Jahre ging quasi nichts ohne meinen Volkswagen T3, in dem ich in dieser Zeit zusammengenommen fast ein halbes Jahr lang gelebt habe. Entsprechend schockiert war ich, als mir klar wurde, dass es gar nicht so einfach sein würde, ohne Auto in Europa rumzureisen. Klar, man kann überall hinfliegen, ist dort aber nicht so mobil und ein Leihauto ist ziemlich teuer. Außerdem kommen ohne Schlafmöglichkeit Kosten für Campingplätze oder Jugendherbergen oben drauf.
Nach kurzer Trauerphase war mir also klar, dass mittelfristig ein neuer Bus her muss. Doch woher das Geld dafür nehmen? Ich bin zwar einigermaßen sparsam, habe aber auch nicht mal eben 8.000 Euro für ein Auto zur Verfügung. Nach Verhandlungen mit meinem Vater gewährte dieser mir einen gehörigen Vertrauensvorschuss, nämlich ein zinsloses Darlehen, mit dem ich mir jetzt einen Bus kaufen möchte.
Doch so ein Autokauf hat mehr Tücken, als man denken mag: Für mich als absoluter Autolaie stellt die Probefahrt das erste ernstzunehmende Hindernis dar. Denn woher weiß ich, ob das Auto gut ist? Auf was muss ich achten? Zum Glück gibt es Checklisten und auch Werkstätten, bei denen man um Rat fragen kann, denn sonst wäre ich total aufgeschmissen.
Jedenfalls wartet jetzt erstmal eine neue Herausforderung auf mich, aus der ich hoffentlich mit neuen, wertvollen Erfahrungen herausgehen werde!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  24.01.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
24.01.2017

Medizin studieren

Progress Report

Da wir ziemlich viele Leute im Labor sind, die alle zwar am gleichen Thema forschen, aber an unterschiedlichen Projekten beteiligt sind, weiß man selten, was die Nebenfrau oder der Nebenmann da eigentlich pipettiert. Daher ist es Usus, wöchentliche Progress Reports abzuhalten, in denen immer ein Laborant erzählt, an was er momentan arbeitet.
Bis jetzt war ich bei dem einen oder anderen Report dabei und finde es spannend, worüber man sich alles den Kopf zerbrechen kann und was für Theorien zur Krankheitsbekämpfung es gibt. Womit ich als kleiner Medizin-Doktorand neben all den Biologie-Schwergewichten, die tatsächlich viel Ahnung von Laborarbeit und Naturwissenschaften haben, nicht gerechnet hatte, war, dass ich auch mal so einen Progress Report würde halten müssen.
Und so wurde ich vor drei Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass es Anfang Dezember auch für mich so weit sein würde, ich also selbst ein Kurzreferat über mein Thema halten müsse. Auf Englisch. Eigentlich kein Problem, aber in Kombination mit dem Gefühl, mein Thema bei Weitem noch nicht durchdrungen zu haben, schnürt es mir doch ein bisschen die Kehle zu.
Wenigstens hat sich in den vergangenen zwei Wochen viel getan, was meine Resultate angeht. Auch das letzte Gespräch mit meinem Doktorvater war sehr ermutigend und so mangelt es mir nicht an Motivation. Nächste Woche arbeite ich mich in die Literatur ein, um mein Thema bis ins Letzte zu durchdringen – mein Wunschziel.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  19.01.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
19.01.2017

Medizin studieren

Testat-Tortur

Ich bin nun für dieses Semester am Ende der makroskopischen Anatomie, also am Ende des Präparierens von Körperspenden angekommen. Das dazugehörige Testat ist das letzte der Anatomie vor dem Physikum. Aufregung steigt in mir auf, vielleicht ein bisschen Sorge, nicht genug gelernt zu haben. Doch ich bin im Reinen mit mir und gebe einfach mein Bestes.

Die Vorbereitung auf Testate ist mit dem Lernen für Klausuren nicht gleichzusetzen, viel hängt vom Prüfer ab. Erhält man beispielsweise einen, der als anspruchsvoll gilt, lernen die Leute wie verrückt, schlafen kaum noch und sind nur noch in der Bibliothek zu sehen. Wird einem ein vermeintlich leichter Prüfer zugeteilt, ruhen sich diese Prüflinge auf dem aus, was sie bisher gelernt haben und gehen nur noch in die Uni, wenn es wirklich nötig ist.

Mein Prüfer war einer der anspruchsvollen Sorte. Er drückte mir zu Beginn einen Hirnstamm in die Hand und bat mich, ihm die Medulla oblongata zu zeigen, das verlängerte Rückenmark, und die vielen Fasern zu nennen, die diese durchziehen. Anschließend sollte ich mir die linke Hirnhälfte nehmen, die wir an unserem letzten Kurstag eine Woche zuvor so bearbeitet hatten, dass man von oben mitten in das Gehirn hineinschauen kann, um den sogenannten Hippocampus zu sehen. Ich sollte beschreiben, wohin die neurologischen Befehle von dort hingeschickt werden. Mir fiel ein Gebiet ein, ein zweites reimte ich mir zusammen, aber mehr wusste ich nicht. Als letzte Chance fragte er mich nach der Blutversorgung des hinteren Teil des Hirns, hielt mir die Arterien des Kopfes auf einem Styroporfeld befestigt hin und zeigte auf verschiedenste Arterien, deren Namen ich ihm nennen sollte. Eine nach der anderen arbeitete ich ab, machte keine Fehler. Dann nahm er meine Testat-Karte und setzte seine Unterschrift darauf: Bestanden!

Schweißgebadet verlasse ich den Raum und nehme vor Erleichterung meine Freunde in den Arm. Nun kann die Mikroskopie kommen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  18.01.2017