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Medizin studieren

Physiologie pur

Erst dachte ich: „Super, vier Wochen lang reiße ich meine Termine als Tutor für das Physiologie-Praktikum runter, immer gleiche Themen, leicht verdientes Geld“ – doch dann kam die Ernüchterung.

Zum einen gingen die vier Wochen extrem zu Lasten meiner Labor-Arbeit. Ich schaffte wenig und zum Paper-Lesen bin ich praktisch gar nicht gekommen.

Zum anderen freue ich mich zwar immer über neue Gesichter, schließlich habe ich sonst zu den jüngeren Semestern keinen Kontakt mehr, und finde es lustig, dass Studierende im dritten Semester auch noch Angst vor einem gewissen Professor als Prüfer im nahenden Testat über das zentrale Nervensystem haben. Aber manchmal sind die Leute halt einfach nicht nett. Da gibt es einige unglaublich arrogante oder desinteressierte Kommilitonen, die einem recht klar signalisieren: Was du erzählst, interessiert mich überhaupt nicht, ich will nur nach Hause. Das kann ich bis zu einem gewissen Punkt sogar nachvollziehen, oft genug habe ich in Pflichtveranstaltungen auch nur die Zeit abgesessen. Aber ich bilde mir zumindest ein, dabei nicht den Tutor in seiner Arbeit gestört zu haben und wenigstens den anderen Kommilitonen ein vernünftiges Seminar zu ermöglichen. Und wenn jemand halblaut Youtube-Videos mit dem Kumpel ansieht, stört mich das als „Vorne-Stehender“, der etwas vermitteln will.

Außerdem ist es verdammt anstrengend, an einem Nachmittag viermal das Gleiche zu erzählen. Denn dank meiner grandiosen Überlegung, einfach ein Thema mehrmals zu betreuen, habe ich ein Modul fünfmal zugeteilt bekommen, das bedeutete also für mich 20-mal „Physiologie der künstlichen Beatmung“. Physiologie pur.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  03.01.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
03.01.2017

Medizin studieren

Neue Verantwortung

Erst Abitur, dann vielleicht noch ins Ausland oder einen Freiwilligendienst machen, anschließend ins Studium starten, um danach in den Beruf einzusteigen und damit die Grundlage fürs eigene Leben zu schaffen – so stellen sich das einige von uns vor. Aber wann entspricht das Leben schon den Vorstellungen, die man davon hat?
Ich komme deshalb darauf, weil ein Kommilitone vor einer Woche Vater geworden ist. Im Vorfeld hatte er mir oft erzählt, dass er es kaum erwarten könne, aber auch Angst habe, ein Kind nicht großziehen zu können. Zwar sei er schon 28 Jahre alt, aber doch noch gar nicht richtig reif dafür, eine Familie zu haben, die Aufgabe erscheine so groß. Nun hat seine Frau das Kind geboren und alle Zweifel scheinen wie ausgeräumt. Im Gegenteil – ihm stehen Glück und Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben, auch wenn er ein wenig müde dreinblickt. Er wirkt bereit, weil er es muss und will.
Wenn sich bei Freunden neue Situationen ergeben, denke ich darüber nach, wie es mir ergehen würde. Ich bin 20 Jahre alt, habe einen Freiwilligendienst gemacht, studiere seit einem Jahr und arbeite nebenbei, engagiere mich viel – aber ein Kind? Ich selbst bin doch noch kein fertiger Mensch, finanziell nicht abgesichert und arm an Lebenserfahrung. Dazu wüsste ich nicht, wie ich genug Zeit aufbringen könnte, ein Kind zu erziehen, gleichzeitig zu studieren und nebenher zu arbeiten, weil ein Kind nun mal viel Geld kostet. Auch bestimmt der Nachwuchs die nächsten Lebensjahrzehnte enorm, nichts wird jemals wieder so sein, wie es jetzt ist. Würde ich das schaukeln können, wenn meine Freundin plötzlich sagen würde, sie sei schwanger? Wie würden die nächsten Jahre aussehen? Man wird glücklicherweise nicht alleine gelassen. Weder von seiner Familie noch vom Staat. Es gibt das Eltern-Bafög und auch die Möglichkeit, sein Studium für mindestens ein Semester auszusetzen, um das neue Leben zu betreuen. Die Herausforderung wäre dennoch immens. Und ich habe Respekt vor allen, die ein Kind während des Studiums großziehen oder großgezogen haben. Chapeau!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  30.12.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
30.12.2016

Medizin studieren

Weihnachtsstress? Fehlanzeige!

Leute, die meinen Blog seit den ersten Tagen lesen, wissen ja bereits, dass ich mit Weihnachten wenig bis gar nichts anfangen kann. Im Oktober Weihnachtsmänner kaufen zu können, bereits im November mit „Jingle Bells“ beschallt zu werden und dann aber doch erst in den letzten Tagen vor Weihnachten, während des Massenansturms auf die Geschäfte, panisch letzte Geschenke zu besorgen, ist mir ein Graus. Also dachte ich mir dieses Jahr, dass ich den Weihnachtsrummel geschickt umgehe – das Theater tue ich mir dieses Jahr nicht an! Gesagt, getan: Im August hatte ich schon eine Liste mit Geschenkideen, im September das erste Geschenk und jetzt im Advent fehlen nur noch zwei, drei Dinge und ich kann mich zurücklehnen! Schwierig war es dennoch, denn, wenn die Ideen knapp sind und man fragen muss, was sich die betreffende Person zu Weihnachten wünscht, wird man im Oktober doch noch recht verständnislos angeguckt.
Wenn ich mich in nächster Zeit mit Freunden und Bekannten auf Weihnachtsmärkten treffen muss, wird zumindest nicht dieses beklemmende Gefühl aufkommen, irgendwas essenziell Wichtiges noch nicht erledigt zu haben. Da bleibt mir alle Zeit der Welt, mich über als Weihnachtsmann verkleidete Leute, diese lächerlichen blinkenden Mützen oder schlicht geschmacklose Musik lustig zu machen. Weihnachten kann also kommen, denn ich bin gewappnet – materiell wie psychisch!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  22.12.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
22.12.2016