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Medizin studieren

Kurztrip nach Prag

Meine Schwester und ich hatten meiner Mutter und meinem Stiefvater zum jeweils 50. Geburtstag einen Wochenendtrip nach Prag geschenkt, den wir nun einlösen wollten.
Doch zunächst musste ich aus Münster überhaupt nach Prag kommen, das ja nicht gerade um die Ecke liegt. Die Bahn wollte mich über Nürnberg dahin lotsen, auch wenn ein Blick auf die Karte ergibt, dass der Weg über Dresden deutlich kürzer ist. Gut, aber von Nürnberg aus habe ich immerhin die Option, mit der Familie gemeinsam nach Prag zu fahren. Donnerstagabends ging es also erst nach Nürnberg und Freitagfrüh mit dem Auto in die tschechische Hauptstadt.
Nachdem wir mittags angekommen und die schöne Ferienwohnung bezogen hatten, machten wir uns zu Fuß direkt in die rund vier Kilometer entfernte Innenstadt auf. Abgesehen von gemeingefährlichem Verkehr war das auch eine sehr nette Angelegenheit, ist Prag doch auch abseits der Touristenzentren eine echt schöne – wenn auch nicht super saubere – Stadt! Bis meine Schwester abends aus Berlin mit dem Bus ankam, hatten wir uns schon einige Viertel erlaufen. Jeder Meter zu Fuß bringt einem meines Erachtens mehr, um eine Stadt kennenzulernen, als einer dieser Touristenbusse.
Für Samstag hatten wir geplant, ins jüdische Viertel zu gehen. Kleiner Denkfehler, wie wir dann schnell feststellen mussten! Denn am Sabbat ist da recht wenig los. Alle Museen sind geschlossen und so mussten wir diesen Plan spontan auf die letzten drei Stunden verschieben, die wir Sonntag vor der Abreise hatten. Da sahen wir uns den jüdischen Friedhof sowie das Gemeindehaus an, was sehr eindrucksvoll war.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  06.12.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
06.12.2016

Medizin studieren

Vom göttlichen George Clooney

Welcher Muskel wird hier mit dem schwarzen Pfeil markiert? Gezeigt ist ein Bild des menschlichen Schädels von hinten und unten. Die Muskelansätze sind alle angeschnitten, teilweise sind auch Arterien und Nerven abgebildet. Ich zähle mehr als 40 weitere feine Pfeile, die auf Strukturen zeigen, die gerade nicht gesucht werden, aber auf dem Original der Abbildung benannt sind. Dies soll das Ausmaß an Fragen demonstrieren, die die 50 Aufgaben der Klausur der makroskopischen Anatomie beinhaltete.

Die Vorbereitung in den vergangenen 20 Tagen hatte sich definitiv ausgezahlt, war aber auch wirklich nötig, um diesen Test meistern zu können. Teilweise gingen die Fragen sehr ins Detail, manchmal streiften sie nur die Oberfläche und waren leicht zu beantworten. Von manchen Strukturen, nach denen gefragt wurde, hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Aber beim Raten darf man auch mal Glück haben: zwei Mal lag ich richtig.

Beim Lernen für Anatomie kommt es leider viel darauf an, diszipliniert auswendig zu lernen und sich Abgänge von Arterien, Verläufe von Nerven oder Funktionen von Muskeln sehr oft vorzusagen, bis man nachts aufwacht, weil man sich im Traum dabei erwischt, weitergelernt zu haben. Ich habe zunächst versucht, mir vieles von diesem Auswendiglernen zu ersparen, indem ich einfach viel lese und dadurch alle Informationen aufnehme. Leider sind Texte in Lehrbüchern für Anatomie aber nicht so spannend wie Stephen-King-Romane, weshalb ich doch auf das klassische Lernen zurückgreifen musste.

Dabei helfen aber Merksprüche einwandfrei: „Göttlicher George Clooney intubiert (täglich feminine) Patientinnen.“ Ein Merkspruch, der einem die Anfangsbuchstaben aller Nerven des Plexus sacralis bereithält, einem Nervengeflecht aus der unteren Wirbelsäule, dem Steißbein. Oder: „Ilse saß glutglühend oben, um sich Blase, Uterus und Rectum zu pudern.“ Herrlich! Schon hat man alle Abgänge der Arteria iliaca interna beisammen, die in unserem Becken verläuft und eine Arterie aus dem Ende der Bauchaorta bezeichnet.

Am Ende haben meine Anstrengungen für 36 von 50 Punkten gereicht, sodass ich mit ein wenig Puffer, aber ohne Ruhm bestanden habe – so kann das dritte Semester weitergehen!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  02.12.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
02.12.2016

Medizin studieren

Einfacher Semesterstart?

Die Testate in Anatomie während des Präparationskurses dienten der Vorbereitung auf das, was mir nun bevorsteht: Eine Klausur über die komplette makroskopische Anatomie. Wäre mir das bloß früher bewusst gewesen! Ich hätte dann sicherlich ganz anders gelernt und mich nicht nur darauf beschränkt, dass ich gut durchkomme, aber am Ende wenig davon im Kopf behalte.

Makroskopische Anatomie – was ist das? Es handelt sich dabei um alle Strukturen des Körpers, die man sieht und anfassen kann. Dem gegenüber steht die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, bei der man mit einem Mikroskop arbeiten muss, um etwas zu erkennen. Histologie wird Bestandteil des dritten Semesters sein. Dann lernen ich, wie Zellen unterschiedlicher Körperregionen aussehen, also zum Beispiel, was eine Herzmuskelzelle von einem Skelettmuskel unterscheidet. Aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr.

Die Themen meiner bisher abgelegten Testate – Passiv, Aktiv, Situs und Kopf/Hals – werden nun alle zusammengefasst und in einer Klausur abgefragt. Eigentlich sieht es ganz einfach aus: Ich muss schlicht wieder alle Themen von Anfang bis Ende bearbeiten. Als Hilfestellung erhalte ich einen Lernplan, der genau vorgibt, wann was zu lernen ist, wie viel Zeit ich investieren soll und der mir das Gefühl gibt, dass ich die Klausur schon bestehen werde. Doof nur, dass ich immer hinter meinem Lernplan hinterherhänge, was mir ein sehr schlechtes Gewissen bereitet. Besonders schwer tue ich mich auch deshalb, weil ich zwei Monate lang kein Lehrbuch in der Hand hatte. Wie beim Sport, so mangelt es bei zu wenig Übung auch beim Lernen an Kondition.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  25.11.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
25.11.2016