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Medizin studieren

Vom göttlichen George Clooney

Welcher Muskel wird hier mit dem schwarzen Pfeil markiert? Gezeigt ist ein Bild des menschlichen Schädels von hinten und unten. Die Muskelansätze sind alle angeschnitten, teilweise sind auch Arterien und Nerven abgebildet. Ich zähle mehr als 40 weitere feine Pfeile, die auf Strukturen zeigen, die gerade nicht gesucht werden, aber auf dem Original der Abbildung benannt sind. Dies soll das Ausmaß an Fragen demonstrieren, die die 50 Aufgaben der Klausur der makroskopischen Anatomie beinhaltete.

Die Vorbereitung in den vergangenen 20 Tagen hatte sich definitiv ausgezahlt, war aber auch wirklich nötig, um diesen Test meistern zu können. Teilweise gingen die Fragen sehr ins Detail, manchmal streiften sie nur die Oberfläche und waren leicht zu beantworten. Von manchen Strukturen, nach denen gefragt wurde, hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Aber beim Raten darf man auch mal Glück haben: zwei Mal lag ich richtig.

Beim Lernen für Anatomie kommt es leider viel darauf an, diszipliniert auswendig zu lernen und sich Abgänge von Arterien, Verläufe von Nerven oder Funktionen von Muskeln sehr oft vorzusagen, bis man nachts aufwacht, weil man sich im Traum dabei erwischt, weitergelernt zu haben. Ich habe zunächst versucht, mir vieles von diesem Auswendiglernen zu ersparen, indem ich einfach viel lese und dadurch alle Informationen aufnehme. Leider sind Texte in Lehrbüchern für Anatomie aber nicht so spannend wie Stephen-King-Romane, weshalb ich doch auf das klassische Lernen zurückgreifen musste.

Dabei helfen aber Merksprüche einwandfrei: „Göttlicher George Clooney intubiert (täglich feminine) Patientinnen.“ Ein Merkspruch, der einem die Anfangsbuchstaben aller Nerven des Plexus sacralis bereithält, einem Nervengeflecht aus der unteren Wirbelsäule, dem Steißbein. Oder: „Ilse saß glutglühend oben, um sich Blase, Uterus und Rectum zu pudern.“ Herrlich! Schon hat man alle Abgänge der Arteria iliaca interna beisammen, die in unserem Becken verläuft und eine Arterie aus dem Ende der Bauchaorta bezeichnet.

Am Ende haben meine Anstrengungen für 36 von 50 Punkten gereicht, sodass ich mit ein wenig Puffer, aber ohne Ruhm bestanden habe – so kann das dritte Semester weitergehen!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  02.12.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
02.12.2016

Medizin studieren

Einfacher Semesterstart?

Die Testate in Anatomie während des Präparationskurses dienten der Vorbereitung auf das, was mir nun bevorsteht: Eine Klausur über die komplette makroskopische Anatomie. Wäre mir das bloß früher bewusst gewesen! Ich hätte dann sicherlich ganz anders gelernt und mich nicht nur darauf beschränkt, dass ich gut durchkomme, aber am Ende wenig davon im Kopf behalte.

Makroskopische Anatomie – was ist das? Es handelt sich dabei um alle Strukturen des Körpers, die man sieht und anfassen kann. Dem gegenüber steht die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, bei der man mit einem Mikroskop arbeiten muss, um etwas zu erkennen. Histologie wird Bestandteil des dritten Semesters sein. Dann lernen ich, wie Zellen unterschiedlicher Körperregionen aussehen, also zum Beispiel, was eine Herzmuskelzelle von einem Skelettmuskel unterscheidet. Aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr.

Die Themen meiner bisher abgelegten Testate – Passiv, Aktiv, Situs und Kopf/Hals – werden nun alle zusammengefasst und in einer Klausur abgefragt. Eigentlich sieht es ganz einfach aus: Ich muss schlicht wieder alle Themen von Anfang bis Ende bearbeiten. Als Hilfestellung erhalte ich einen Lernplan, der genau vorgibt, wann was zu lernen ist, wie viel Zeit ich investieren soll und der mir das Gefühl gibt, dass ich die Klausur schon bestehen werde. Doof nur, dass ich immer hinter meinem Lernplan hinterherhänge, was mir ein sehr schlechtes Gewissen bereitet. Besonders schwer tue ich mich auch deshalb, weil ich zwei Monate lang kein Lehrbuch in der Hand hatte. Wie beim Sport, so mangelt es bei zu wenig Übung auch beim Lernen an Kondition.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  25.11.2016

Medizin studieren

Laboralltag

Irgendwie hatte ich mich ja darauf gefreut, dem normalen Studium den Rücken zu kehren und ins Labor zu wechseln. Ein geregelter Tagesablauf ohne freie Zeiteinteilung, dafür freie Wochenenden und keine Lernphase – soweit meine naive Erwartung.
Tatsächlich deckt sich vieles davon mit der Realität: Jeden Tag um 8 Uhr stehe ich im Labor, weiß grob, was zu tun ist, und habe mittlerweile eine Routine entwickelt: beschriften, pipettieren, warten, beschriften, pipettieren, warten; zwischendurch mal zentrifugieren oder so lange warten, dass es sich lohnt, das eine oder andere Paper zu lesen. Das, soviel ist schon mal positiv zu vermerken, geht tatsächlich immer schneller. Während ich mich anfangs noch mühsam von Satz zu Satz hangelte, meine ich zunehmend zu wissen, was für mich relevant ist. Die Wochenenden hatte ich bislang weitgehend frei – wobei das nichts heißen muss, das kann sich noch ändern.
Schön und gut, aber wo ist der Haken? Die Erfolgsquote beispielsweise könnte etwas höher sein. Wenn Experimente, die bereits klappten, auf einmal nicht mehr so wollen, wie man sich das vorgestellt hat, ohne dass man am Vorgehen etwas geändert hat, dann ist das ziemlich frustrierend. Genauso, wenn man zwei Wochen tagein tagaus das Gleiche macht. Einzig die Mengen der verwendeten „Zutaten“ für die Reaktionen ändern sich und das Errechnen wird komplizierter.
Der Tag an sich kann also schon etwas öde werden. Alles in allem macht mir die ganze Sache jedoch immer noch Spaß. Das letzte Erfolgserlebnis ist zwar schon etwas her, aber ich bin mir sicher: Es wird auch wieder besser werden!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  23.11.2016