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Medizin studieren

Einfacher Semesterstart?

Die Testate in Anatomie während des Präparationskurses dienten der Vorbereitung auf das, was mir nun bevorsteht: Eine Klausur über die komplette makroskopische Anatomie. Wäre mir das bloß früher bewusst gewesen! Ich hätte dann sicherlich ganz anders gelernt und mich nicht nur darauf beschränkt, dass ich gut durchkomme, aber am Ende wenig davon im Kopf behalte.

Makroskopische Anatomie – was ist das? Es handelt sich dabei um alle Strukturen des Körpers, die man sieht und anfassen kann. Dem gegenüber steht die mikroskopische Anatomie, auch Histologie genannt, bei der man mit einem Mikroskop arbeiten muss, um etwas zu erkennen. Histologie wird Bestandteil des dritten Semesters sein. Dann lernen ich, wie Zellen unterschiedlicher Körperregionen aussehen, also zum Beispiel, was eine Herzmuskelzelle von einem Skelettmuskel unterscheidet. Aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr.

Die Themen meiner bisher abgelegten Testate – Passiv, Aktiv, Situs und Kopf/Hals – werden nun alle zusammengefasst und in einer Klausur abgefragt. Eigentlich sieht es ganz einfach aus: Ich muss schlicht wieder alle Themen von Anfang bis Ende bearbeiten. Als Hilfestellung erhalte ich einen Lernplan, der genau vorgibt, wann was zu lernen ist, wie viel Zeit ich investieren soll und der mir das Gefühl gibt, dass ich die Klausur schon bestehen werde. Doof nur, dass ich immer hinter meinem Lernplan hinterherhänge, was mir ein sehr schlechtes Gewissen bereitet. Besonders schwer tue ich mich auch deshalb, weil ich zwei Monate lang kein Lehrbuch in der Hand hatte. Wie beim Sport, so mangelt es bei zu wenig Übung auch beim Lernen an Kondition.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  25.11.2016

Medizin studieren

Laboralltag

Irgendwie hatte ich mich ja darauf gefreut, dem normalen Studium den Rücken zu kehren und ins Labor zu wechseln. Ein geregelter Tagesablauf ohne freie Zeiteinteilung, dafür freie Wochenenden und keine Lernphase – soweit meine naive Erwartung.
Tatsächlich deckt sich vieles davon mit der Realität: Jeden Tag um 8 Uhr stehe ich im Labor, weiß grob, was zu tun ist, und habe mittlerweile eine Routine entwickelt: beschriften, pipettieren, warten, beschriften, pipettieren, warten; zwischendurch mal zentrifugieren oder so lange warten, dass es sich lohnt, das eine oder andere Paper zu lesen. Das, soviel ist schon mal positiv zu vermerken, geht tatsächlich immer schneller. Während ich mich anfangs noch mühsam von Satz zu Satz hangelte, meine ich zunehmend zu wissen, was für mich relevant ist. Die Wochenenden hatte ich bislang weitgehend frei – wobei das nichts heißen muss, das kann sich noch ändern.
Schön und gut, aber wo ist der Haken? Die Erfolgsquote beispielsweise könnte etwas höher sein. Wenn Experimente, die bereits klappten, auf einmal nicht mehr so wollen, wie man sich das vorgestellt hat, ohne dass man am Vorgehen etwas geändert hat, dann ist das ziemlich frustrierend. Genauso, wenn man zwei Wochen tagein tagaus das Gleiche macht. Einzig die Mengen der verwendeten „Zutaten“ für die Reaktionen ändern sich und das Errechnen wird komplizierter.
Der Tag an sich kann also schon etwas öde werden. Alles in allem macht mir die ganze Sache jedoch immer noch Spaß. Das letzte Erfolgserlebnis ist zwar schon etwas her, aber ich bin mir sicher: Es wird auch wieder besser werden!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  23.11.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
23.11.2016

Medizin studieren

Perspektivwechsel

Während der Operation an meinem gebrochenen Bein war ich wach, bekam zusätzlich zur Betäubung meiner unteren Körperhälfte aber ein leichtes Beruhigungsmittel, weil ich ein wenig nervös war. Ein Freund aus dem sechsten Semester machte gerade eine Famulatur (viermonatiges Praktikum) in der Anästhesie und war die ganze OP über bei mir. Er hielt mich auf dem Laufenden, wie weit die Chirurgen nun waren, wann sie die Platte einsetzten und wie viele Schrauben benötigt wurden.
Nach der Operation schob man mich zunächst in den Aufwachraum. Mir ging es gut, ich hatte keinerlei Schmerzen, konnte meine Beine aber noch nicht bewegen. Nach einiger Zeit konnte ich meinen Oberschenkel ein wenig anspannen, das Bein aufstellen, aber noch nicht den Fuß bewegen; auch Berührungen spürte ich noch nicht. Zwei Nächte verbrachte ich im Krankenhaus.
Wenn irgendetwas sich verstärkt hat, dann mein Verständnis dafür, dass Patient zu sein wirklich langweilig ist. Das ist mir während meines Bundesfreiwilligendienst nicht aufgefallen, da ich selbst ständig etwas zu tun hatte. Auch kann ich nun nachempfinden, wie man sich während der Visite fühlt und worauf es für die erkrankte Person wirklich ankommt. Visite hieß in diesem Krankenhaus, dass morgens um kurz nach 7 Uhr der Chefarzt mit etwa zehn weiteren Ärzten hereinkam. Für die Ärzte mag so eine Visite bereichernd sein, doch ist es wirklich sehr befremdlich, so früh einen solchen Tumult vorzufinden. Alle schauen einem auf das Bein, ziehen nebenbei mal eben die Drainage aus der Wunde, die über Nacht den Blutabfluss steuerte, und stellen einem belanglose Fragen zum Befinden, sodass man die eigenen Fragen schnell vergisst. Manche Fragen zu meinen Aussichten auf Rollstuhl, Therapie und Co. wurden beantwortet, andere nicht. Der Perspektivwechsel war für mich persönlich wichtig, um zu begreifen, worauf es für den Erkrankten ankommt. Was bringt mir dieser Bruch also für meine eigene Arbeit? Hilfe anzunehmen ist nicht leicht, man muss Geduld mitbringen, wenn man jemandem helfen will, und versuchen, seine Situation zu verstehen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  18.11.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
18.11.2016