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Medizin studieren

Das Rad dreht sich wieder

Nach zuletzt eher entmutigenden Ergebnissen, zeichnete sich bei meiner Arbeit diese Woche eher ein Aufwärtstrend ab. Die meisten Experimente klappten, was an sich schon ein Erfolgserlebnis war. Dass dann die Ergebnisse aber, grob über den Daumen gepeilt, auch dem entsprachen, was erwartet wurde, toppte die Sache noch.
Das klingt jetzt vermutlich so, als wäre die ganze Sache eine ziemliche Mauschelei. Das ist sie aber nicht. Allein mit einem Ergebnis, das in die richtige Richtung weist, ist es ja bei Weitem noch nicht getan. Bei diesem Experiment ging es nämlich darum, „das n zu erhöhen“, also das gleiche Experiment ein paar Mal zu wiederholen, auf ähnliche Ergebnisse zu hoffen und so ein statistisch signifikantes Ergebnis zu erhalten.
Auch im Laboralltag schleicht sich jedoch schnell Routine ein, nämlich immer dann, wenn es um eben jenes „n“ geht, man also dasselbe Experiment immer wieder wiederholt.
Aber gut, ehrlich gesagt freue ich mich auch auf ein bisschen Redundanz. Das gibt mir Zeit, auch mal tiefer in der Materie zu stöbern, Paper zu lesen und das Projekt weiter zu planen. Langsam, aber sicher, habe ich nämlich nicht mehr das Gefühl, einfach nur stur das zu tun, was meine Betreuerin mir aufträgt, sondern immer mehr davon tatsächlich zu verstehen, selbst Ideen einbringen zu können und damit das Projekt zu meinem Projekt werden zu lassen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  09.11.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
09.11.2016

Medizin studieren

Der Blick über die Schulter

Mit viel Sorgfalt strich ich mit dem Pinsel über die Holzleisten, färbte sie mit braunem Lack, nachdem ich sie vorher mühsam geschliffen und von weißer Farbe befreit habe. Sie sollen zukünftig die Fußleisten bilden, die im Wohnzimmer verlegt werden. Ich half damit einem Freund aus, der mit seiner Freundin zusammenziehen wird und dafür ihre neue, gemeinsame Wohnung auf Vordermann brachte. Die kleine Wohnung in Emden hat drei Zimmer, eine Küche, einen Balkon und ein recht geräumiges Badezimmer. Die beiden zahlen nur 420 Euro warm dafür und werden schon bald einziehen. Mit ihm bin ich seit frühen Kindertagen befreundet. Leider hat der Kontakt bereits zum Ende des Abiturs abgenommen, bei wichtigen Dingen sind wir nach wie vor füreinander da. Er studiert bereits seit einem Jahr Medientechnik an der Fachhochschule in Emden, ist bisher aber mit Bahn und Auto gependelt, was täglich bis zu drei Stunden Zeit einnahm. Seine Freundin hat erst eine Ausbildung zur Arzthelferin in ihrem Heimatort, anschließend ihr Fachabitur gemacht, um somit die Möglichkeit zu haben, an einer Fachhochschule Biotechnologie zu studieren. Nun beklagt sie, dass ihr viele sagen, dass das Fach wirklich sehr schwer sei, was sie nervös macht.
Mit dem Schritt, nach der Ausbildung noch ein Studium anzufangen, steht diese Freundin von mir nicht alleine. Ein weiterer Freund hat in den vergangenen zwei Jahren seine Ausbildung zum Betonmischbauer gemacht, um nun an der Jadehochschule in Oldenburg Bauingenieurwesen zu studieren. Somit ist keiner aus meinem engeren Freundeskreis aus der Schule gewillt, nach der Ausbildung im gelernten Beruf zu bleiben, sondern sie nutzen diese als Sprungbrett ins Studium. Ich kann diese Entscheidung gut verstehen, da ich selbst unbedingt studieren wollte und eine Ausbildung nicht in Betracht gezogen hatte. Doch bestätigen sich damit auch in meinem Umkreis die Meldungen aus der Wirtschaft, dass viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben oder Fachkräfte fehlen. Das Interesse am Studium scheint höher, weil die Aussichten auf einen guten Job besser sind. Dabei haben wir in Deutschland ein Ausbildungssystem, das von aller Welt beneidet wird.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  07.11.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
07.11.2016

Medizin studieren

Noch mehr Rückschläge

Frisch zurück aus den Alpen kehrte ich höchst motiviert von meinem Kletterausflug zurück ins Labor. Ich hatte mir vorgenommen, ein Experiment nach dem anderen durchzuziehen, To-Do-Listen abzuarbeiten, ranzuklotzen. Nach drei Wochen im Labor erledige ich die meisten Arbeitsschritte mittlerweile schon alleine. Ich habe das Gefühl, einigermaßen zu wissen, was ich tue. Lediglich bei organisatorischen Dingen muss ich mir noch helfen lassen, etwa, wo das Triethanolamin steht, wo der Zweit-Antikörper ist oder wie lange ich warten muss, bis ich ein Gerät bedienen kann.
Getragen von dem Gefühl, alles nehme seinen Gang und die To-Do-Liste schrumpfe, machte es mir nichts aus, jeden Tag fast zehn Stunden im Labor zu stehen. Freudig stand ich am Ende der dritten Woche auf, um meine Ergebnisse zu überprüfen. Aber: Es gab keine. Aus einem bisher noch nicht bekannten Grund war die ganze Arbeit der Woche umsonst gewesen, die Experimente hatten nicht funktioniert.
Das war für mich ein herber Schlag ins Gesicht, hatte ich mich doch so sehr gefreut, nach einer motivierten, gefühlt produktiven Woche die Früchte der Anstrengungen zu ernten. Tja, das war wohl nichts. Ein wenig trösteten mich die Versicherungen meiner Kollegen und Betreuer, dies sei gang und gäbe im Laboralltag. Aber anders wäre mir das natürlich lieber gewesen. Also nochmal alles von vorne nächste Woche, beziehungsweise erstmal versuchen, den Fehler zu finden – wenn es denn einen gab. Das ist nämlich das Perfide: Oft gibt es keinen sichtbaren Fehler. Manchmal funktionieren Experimente, manchmal eben nicht.