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Medizin studieren

Ungleiche Prüfungen

Nachdem ich den Präparationssaal betreten hatte, begrüßte mich der Prüfer freundlich. Er wies auf die linke Seite des Halses unserer Körperspende und fragte mich nach dem Erb-Punkt, der auch „punctum nervosum“ genannt wird. Ich erklärte ihm, dass es sich dabei um die Austrittsstelle vierer Nerven handelt, die direkt hinter einem Muskel liegt. Zufrieden wandte er sich dem Schädelmodell zu, an dem ich ihm den „nervus facialis“ beschreiben musste, der die mimische Muskulatur unseres Gesichts versorgt. Zuerst stammelte ich ein bisschen, fing mich aber rasch und erläuterte die einzelnen Äste des Nervs, mit allen Abschnitten des Schädels, die sie durchziehen. Zuletzt wollte er die Tränendrüsen gezeigt bekommen, woraufhin ich ihn verdutzt ansah, auf das Auge deutete und zufrieden meinen Schein entgegennahm. Super, ich habe bestanden.
Zugegeben: Das letzte Testat war ein Spaziergang. Das davor bereits auch schon. Auch im zweiten hatte ich es nicht sonderlich schwer, weil ich von meiner Tischdozentin geprüft wurde und beim ersten stand ich wohl noch unter Welpenschutz. Man könnte sagen, dass ich mit ein bisschen Glück ziemlich gut durch dieses Semester gekommen bin. Für die Vorbereitung auf die Testate habe ich, so mein Eindruck, weitaus weniger Zeit aufgebracht als meine Kommilitonen. Und sie hatten wahrscheinlich auch weitaus weniger Glück mit ihren Prüfern, als ich es gehabt habe. Manche Prüfer sind wirklich sehr streng, manchmal sogar ein wenig unfair. Das Bestehen oder Nichtbestehen eines Testats bescheinigt also nur teilweise, ob man wirklich gelernt hat und die Anatomie beherrscht. Vieles hängt von der Person ab, von der man geprüft wird, ab. Das ist schade, denn es sollte doch so sein, dass alle mit demselben Maßstab gemessen werden.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  23.09.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
23.09.2016

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Mit dem Kanu unterwegs

Ich war in einem Teil Westschwedens unterwegs, der eher durch Seen als durch Flüsse geprägt ist. Daher galt es recht häufig, das Kanu von einem zum nächsten See zu tragen, um der geplanten Route folgen zu können. Zwar wusste ich vorher, dass auf der ausgesuchten Strecke elf sogenannte Portagen auf mich warten würden. Der Konsequenzen war ich mir dennoch nicht bewusst. Wir waren zwar mit einem klapprigen Kanuwagen ausgestattet, mussten das Kanu aber zunächst aus dem Wasser ziehen, um es auf den Wagen packen zu können. Da dieser eher nicht geländegängig war, musste das 40 Kilo schwere Kanu auch das eine oder andere Mal ein paar Meter weiter getragen werden. Außerdem stellte ich fest, dass die wasserdichten Tonnen zwar ganz praktisch, in Bezug auf ihren Tragekomfort hingegen eher nicht so toll sind.
Man sieht, eigentlich war ich vor der Schweden-Kanu-Tour absoluter Anfänger. Mit zunehmender Anzahl bewältigter Portagen jedoch wurde die Routine immer größer, sodass es am Ende nicht mehr ganz so katastrophal aussah. Belohnt wurden die ganzen Mühen im Übrigen durch traumhafte Bedingungen auf spiegelglattem Wasser, perfektes Wetter und relative Einsamkeit. Relativ bewohnt im Vergleich zur menschenleeren Norwegen-Tour, relativ leer bezogen auf Münsters Innenstadt.
Des Weiteren wurde das Essen immer durch himmlische Blaubeeren und Himbeeren bereichert. Preiselbeeren waren leider noch nicht reif, aber so ein Milchreis mit selbstgepflückten Blaubeeren entlohnt extrem. Oder auch Pfannkuchen mit Himbeeren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  20.09.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
20.09.2016

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Auf nach Schweden

Die letzten Tage vor meiner geplanten Schwedenreise vergingen rasant – der eine oder andere Ausrüstungsgegenstand musste noch besorgt und Verpflegung für zwölf Tage beschafft werden.
Anders als für die Kanutour in Norwegen im vergangenen Jahr hatte ich fest vor, mir diesmal mehr Luxus zu gönnen. Soll heißen: Mehr Schokolade, Chips und statt Milchpulver H-Milch. Dinge, die, so banal das auch erscheinen mag, einen enormen Zugewinn an Komfort bedeuten. Dieser Komfort ist vor allem dadurch möglich, dass wir mit dem Bus anreisen, sämtliche Lebensmittel direkt ins Kanu packen können und so kaum etwas tragen müssen. Dann ging es los. Von Trelleborg aus fuhren wir gute 500 Kilometer in den Norden nach Westschweden. Dort angekommen packten wir alle Vorräte in die vom Veranstalter bereitgestellten Tonnen und setzten uns mit der Tour auseinander.
Das ganze würde so ablaufen, dass alle, die die gleiche Tour gebucht hatten, mit einem Bus, zum Ausgangspunkt gebracht werden und von dort aus sieben Tage Zeit haben, um die beschriebene Route zurück zum Kanucenter zu bewältigen.
Entsprechend hatten wir nur am ersten Tag mit den anderen Kanufahrern zu tun, da Startpunkt und -zeit logischerweise identisch waren. Doch schon ab Tag zwei befanden wir uns in totaler Einsamkeit.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  08.09.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
08.09.2016