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Medizin studieren

Blick in den Kopf des Menschen

Dies soll keine Horrorgeschichte sein und auch niemanden anwidern, sondern schlicht eine ehrliche Schilderung dessen werden, was ich mache, wenn ich präpariere. Ich finde, das sollte man wissen, wenn man vorhat, Medizin zu studieren.
Das erste Mal, seit ich an meiner Körperspende arbeite, wurde mir etwas schwindelig. Ich habe bereits das Herz in meinen Händen gehalten, den Darm ausgewaschen, jeden Muskel am Oberschenkel freigelegt, Fett entfernt, Nerven gesucht sowie Leber, Magen und Milz aus dem Körper entnommen und das hat mir alles nichts ausgemacht. Was sollte also noch kommen, das mich schockt? Es war der Moment, als ich den halben Kopf in die Hand nahm.
Er wurde mittig durchgeschnitten, sodass die linke und rechte Gesichtshälfte voneinander getrennt sind und alle im Kopf mittig gelegenen Strukturen zu sehen sind. Ich sah die Hälfte der Zähne, die halbe Zunge, die rechte Augenhöhle, ein Nasenloch, den halben Rachen, den halben Kehlkopf und den halben Schädel, in dem das Gehirn liegen würde, wäre es nicht schon zuvor entfernt worden. Es war eine wirklich tolle Möglichkeit, Anatomie noch einmal richtig zu begreifen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  01.09.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
01.09.2016

Medizin studieren

Freizeitstress

Nach den Klausuren ist es bei mir eigentlich selten so, dass ich schlagartig nichts zu tun habe und absolut tiefenentspannt bin. Genauso war es auch dieses Mal wieder, denn mit Ende der Klausurenphase hieß es für mich, den Spontanurlaub nach Schweden vorzubereiten. Es geht mit meinem Bus zunächst nach Travemünde, um von dort per Fähre nach Trelleborg zu fahren. Ab da sind es dann nur noch ein paar Kilometer zu einem Kanucenter, von wo aus ich mit einem Kumpel zu einer einwöchigen Kanutour aufbrechen werde.
Da unsere Kanu-Erfahrungen nicht allzu groß sind, muss jetzt erst mal ein Grundstock an Hintergrundwissen her, damit wir Pack- und Einkaufslisten schreiben können. Dazu kommen dann Vorbereitungen für das Blockpraktikum, welches mich direkt im Anschluss an den Urlaub in die Herz-Thorax-Chirurgie bringen wird. Auch darauf bin ich schon ziemlich gespannt, allerdings lassen sich die Verantwortlichen dort recht viel Zeit, mich mit Infos zu füttern, sodass ich befürchte, am Sonntag aus dem Urlaub zurückzukehren, um am Montag dann komplett ratlos vor der Eingangstür zu stehen. Aber normalerweise erweisen sich solche Sorgen ja dann doch immer als unbegründet. Egal, jetzt heißt die nächste Station erst mal Schweden. In vier Tagen geht es los!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  29.08.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
29.08.2016

Medizin studieren

Das vergessene Fach

Wenn man sich das gesamte Semester über von Anatomie-Testat zu Anatomie-Testat hangelt, stundenlang an seiner Körperspende im Präpariersaal arbeitet und sich jeden Tag Seminare und Referate über die verschiedensten Themen, kann es vorkommen, dass man ein weiteres Fach im zweiten Semester vergisst: Biochemie. Ich zumindest habe das Fach in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt.
Es gab zwar alle zwei Wochen Praktika und Seminare für Biochemie – jedoch waren diese nicht besonders spannend. So fühlte ich mich in den Seminaren oft, als säße ich in einer Altgriechisch-Vorlesung. Das führte dazu, dass ich mich mehr mit meinem Tablet oder Handy beschäftigte als mit dem Stoff. Auf die Praktika musste man sich zwar vorbereiten, aber das Auswendiglernen von ein paar Floskeln hat gereicht, um durch das mündliche Antestat und die Abschlussbesprechung zu kommen.
Nun aber habe ich mir ein Herz gefasst und kämpfe mich durch den Abbau von Glucose, die Beta-Oxidation von Triacylglyceriden (Fette) und die Proteinbiosynthese, lerne, wie in unseren Zellen Energie gewonnen wird, was Insulin bewirkt und wie Stoffwechselprozesse gesteuert werden. Die Kenntnis darüber, wie Prozesse in unserem Körper ablaufen, ist schließlich ein absolut relevanter Bestandteil einer guten medizinischen Arbeit. Ich möchte nicht nur einfach durch diese Klausur kommen, ich will es auch wirklich verstehen, um später ein guter Arzt zu werden.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  23.08.2016