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Medizin studieren

Das vergessene Fach

Wenn man sich das gesamte Semester über von Anatomie-Testat zu Anatomie-Testat hangelt, stundenlang an seiner Körperspende im Präpariersaal arbeitet und sich jeden Tag Seminare und Referate über die verschiedensten Themen, kann es vorkommen, dass man ein weiteres Fach im zweiten Semester vergisst: Biochemie. Ich zumindest habe das Fach in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt.
Es gab zwar alle zwei Wochen Praktika und Seminare für Biochemie – jedoch waren diese nicht besonders spannend. So fühlte ich mich in den Seminaren oft, als säße ich in einer Altgriechisch-Vorlesung. Das führte dazu, dass ich mich mehr mit meinem Tablet oder Handy beschäftigte als mit dem Stoff. Auf die Praktika musste man sich zwar vorbereiten, aber das Auswendiglernen von ein paar Floskeln hat gereicht, um durch das mündliche Antestat und die Abschlussbesprechung zu kommen.
Nun aber habe ich mir ein Herz gefasst und kämpfe mich durch den Abbau von Glucose, die Beta-Oxidation von Triacylglyceriden (Fette) und die Proteinbiosynthese, lerne, wie in unseren Zellen Energie gewonnen wird, was Insulin bewirkt und wie Stoffwechselprozesse gesteuert werden. Die Kenntnis darüber, wie Prozesse in unserem Körper ablaufen, ist schließlich ein absolut relevanter Bestandteil einer guten medizinischen Arbeit. Ich möchte nicht nur einfach durch diese Klausur kommen, ich will es auch wirklich verstehen, um später ein guter Arzt zu werden.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  23.08.2016

Medizin studieren

Klausur-Endspurt

Die letzten zwei Wochen vor der Klausur vergingen wie im Flug: aufstehen, lernen, Vorlesung, Sport, lernen und schlafen. Die finale Klausurenpanik packte mich dann eine Woche vor Prüfungsstart und führte dazu, dass ich mich entschloss, eine der zehn Klausuren zu schieben. Ein Neuheit für mich und auch gar nicht so einfach durchzuführen, da ein Schieben eigentlich nicht mehr möglich war. Einzige Option war also, absichtlich durchzufallen, um die Klausur dann im nächsten Semester nachzuholen. Da lege ich ja sowieso ein Freisemester ein, um für meine Doktorarbeit im Labor zu arbeiten. Die Arbeit dort werde ich Mitte August antreten und ich bin schon enorm gespannt. Ein geregelter Alltag für die nächsten neun Monate – irgendwie reizt mich das gerade ziemlich, denn es ist doch mal was ganz anderes als das eher unregelmäßige Studentenleben. Wirklich regelmäßig ist da nämlich immer nur die Klausurenphase, in der der Alltag hauptsächlich aus Lernen besteht.
Naja, aber am Ende klappt es dann doch immer ganz gut! So auch dieses Mal: Alle Klausuren liefen besser als erwartet und man wundert sich kurz über den Stress, den man sich vorher gemacht hat.
Jetzt heißt es erstmal, den spontan beschlossenen Urlaub in fünf Tagen auch tatsächlich zu planen. Wir gehen zu zweit in den Süden Schwedens, um für eine Woche eine Kanutour zu machen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  18.08.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
18.08.2016

Medizin studieren

Magen und Herz: die Anatomie des Menschen

In den vergangenen Wochen habe ich an den Muskeln einer Körperspende gearbeitet. Als nächstes soll das Innere des Bauches näher untersucht werden.
Ich habe also den Bauch und den Brustkorb geöffnet, sodass oben die Lungen und unter der Dünndarm freilagen. Die beiden Lungenflügel nahm ich heraus, um an das darunter liegende Herz zu gelangen. Die Lungen werden so bearbeitet, dass alle Bronchien, Arterien und Venen gut auszumachen sind, ohne dabei die Lappen der Lunge allzu sehr zu beschädigen. Auch beim Darm lege ich die versorgenden Gefäße frei.
Ich schaute mir die anderen Körperspenden an und entdeckte Herzschrittmacher, künstliche Darmausgänge und sogar transplantierte Nieren. Es ist faszinierend, dass alle Menschen den gleichen anatomischen Aufbau besitzen, aber sich die Organe derart in Größe und Form unterscheiden. Man kann an ihnen ablesen, wie ein Mensch gelebt hat: Ich habe verhärtete Arterien ertastet, in denen sich Kalk gesammelt hatte, verdunkelte Lungen von Rauchern und feinstaubbelasteten Arbeitern gesehen, ebenso aber auch komplett gesunde Organe begutachtet.
Es ist für uns Medizinstudierende sehr hilfreich, auf diese Art und Weise lernen zu können. Ohne die Körperspenden wäre es nur halb so anschaulich, die Anatomie des Menschen zu begreifen, um dieses Wissen später dafür nutzen zu können, kranke Menschen gesund zu machen. Danke an alle, die sich zur Körperspende bereiterklärt haben!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  12.08.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
12.08.2016