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Medizin studieren

Eine Reise in den Körper des Menschen

Akribisch achte ich darauf, die Lederhaut vom Fett zu trennen, nach und nach arbeite ich mich mithilfe von Skalpell und Pinzette durch das Gewebe und versuche dabei, möglichst keine Venen zu verletzen. Mein Ziel ist es, den hinteren Oberschenkel freizulegen. Richtig: Der Präparationskurs hat begonnen! Seit dem ersten Semester haben meine Kommilitonen und ich uns diese Veranstaltung herbeigesehnt, weil wir uns davon einen großen medizinischen Bezug erhoffen. Uns ist klar, dass das ein wirklich herausforderndes Semester wird, weil wir viel Stoff bewältigen müssen, aber vor allem, weil wir hier am Körper eines toten Menschen arbeiten, der sich zu Lebenszeit dazu bereit erklärt hat, seinen Körper nach dem Tod für medizinische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Es ist wirklich interessant, alles, was man bisher nur in Lehrbüchern gelesen hat, tatsächlich zu sehen. Doch es bleibt auch ein mulmiges Gefühl dabei: Manchen fällt es ganz leicht, einen toten menschlichen Körper aufzuschneiden und sich intensiv damit zu beschäftigen. Andere hingegen haben Hemmungen und machen sich Gedanken darüber, ob das, was sie da gerade machen, moralisch wirklich in Ordnung ist. Viele Fragen kursieren auch in meinem Kopf, wenn ich vor den toten Körpern stehe: Was war das für ein Mensch? Wie hat er gelebt, woran ist er gestorben, was hat ihn bewegt?

Natürlich haben wir einige Informationen erhalten, wie mit all dem umzugehen ist. Dennoch bin ich jedes Mal ziemlich angespannt und nervös.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  17.06.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
17.06.2016

Medizin studieren

Sonografie-Kurs

Schon im vergangenen Semester habe ich mich im Echo-Kurs mit dem Ultraschall des Herzens befasst. Dieses Semester steht die Allgemeine Sonografie (Ultraschall) auf dem Stundenplan. Um zu üben, geht der gesamte Kurs in eine von der Uni ausgestattete „Schauspiel-Praxis“, in der die Räume wie Untersuchungszimmer beim Facharzt eingerichtet sind. Dort nehmen wir gegenseitig voneinander Ultraschallbilder auf. Jeden Tag widmen wir uns einem speziellen Thema. Auf dem Plan stehen etwa die Leber, die Gallenblase, der Darm, die Nieren, die Milz, die Bauchspeicheldrüse und auch große Gefäße, wie die Hauptschlagader.

Besonders interessant finde ich, dass mein eigener Körper dabei sorgfältig untersucht wird. Wir sind zwar nicht erfahren genug, um alles zu entdecken, aber große Sachen würden schon auffallen, zumal das Ganze ja von höheren Semestern sowie einem Arzt begleitet wird.

Bei dem einen oder anderen wurden daher schon Gallensteine, Nierenzysten oder eine Nebenmilz entdeckt. Diese Auffälligkeiten kommen jedoch relativ häufig vor und sind erst mal nicht besonders schlimm. Bei mir wurde beispielsweise entdeckt, dass die untere Hohlvene, die normalerweise einen Durchmesser von maximal zweieinhalb Zentimeter hat, ganze dreieinhalb Zentimeter dick ist.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  10.06.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
10.06.2016

Medizin studieren

Knochen, Bänder und Sehnen

Der Prüfer deutet auf die Wirbelsäule und bittet mich, ihm die Wirbelkörper zu erklären und alles Wissen, das ich in den letzten Tagen in mich aufgenommen habe, sprudelt nur so aus mir heraus, Begriffe wie Corpus vertebrae, Arcus vertebrae mit Pediculus und Lamina fallen.

Dann wird mir das Modell eines Knies gereicht. Ich drehe es in meinen Händen und erkläre dem Prüfer die Besonderheiten der Außenbänder. Auf das Verwachsen des Innenbandes mit der Gelenkkapsel deutend erkläre ich ihm, dass der mediale Meniskus anfälliger für Verletzungen und unbeweglicher sei, als es der äußere Meniskus ist. Er nickt zustimmend, doch wirklich zufrieden wirkt er nicht. Stattdessen bittet er mich bereits, ihm die Löcher der inneren Schädelgrube zu erläutern. Ich rufe mein Wissen dazu ab, dann ist es bereits vorbei. Ich sehe, wie er auf meiner Karte unterschreibt und schließe daraus, dass ich bestanden habe, ohne dass er es jedoch deutlich zur Geltung bringt. Etwas ungläubig und mehr als erleichtert stolpere ich aus dem Prüfungssaal.

Intensiv. Dieses Adjektiv beschreibt sehr gut, wie die fünf Tage vor dem ersten Testat verliefen. Drei Vorbereitungstage wurden uns gewährt, dazu musste das Wochenende genutzt werden, um den anstehenden Stoff zu bewältigen. Der Zweck war dieses wirklich kurze Testat, das vielleicht 90 Sekunden dauerte. Eigentlich ein Witz, sich so sehr anzustrengen, um dann, mit etwas Glück in der Themenauswahl, zu bestehen – denn mein gesamtes Wissen wurde in den 90 Sekunden wohl kaum beleuchtet.

Der erste wichtige Schritt des zweiten Semesters ist geschafft. Jetzt heißt es, sich auf Biochemie, den Präparier-Kurs und die medizinische Psychologie zu konzentrieren, die im Laufe der nächsten Monate Thema sein werden.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  03.06.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
03.06.2016