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Medizin studieren

Alltägliche Wehwehchen

In den vier Wochen, in denen ich in einer Allgmeinarztpraxis hospitiert habe, konnte ich wirklich viel lernen und habe von traurigen über lustige Geschichten jede Menge mitbekommen. Am meisten profitiert habe ich von der allseits bekannten Schweigepflicht, auf die jeder Patient vertrauen können muss und definitiv auch darf. Dadurch, dass ich das Praktikum in meiner Heimatstadt absolviert habe, sind doch immer wieder Bekannte in die Praxis gekommen. War es anfangs noch schwer, der Familie abends nicht zu erzählen, wieso XY zum Arzt musste, schaffte ich es zunehmend, meine Arbeit und Privates zu trennen. Klar spricht man über Patientenleiden – alles in sich hineinzufressen ist ja auch ein Ding der Unmöglichkeit. Wichtig ist allerdings, dass man darauf achtet, die Anonymität zu wahren und keine Details preiszugeben.

Es kamen beispielsweise Patienten, die einfach mal wieder mit dem Arzt quatschen wollten, einer, der sich über übelriechenden Stuhlgang beschwerte, und solche, die mit Listen vergleichbar einer Einkaufsliste anmarschiert kamen und ein großes Blutbild oder andere Untersuchungen forderten.

Aber es gab auch nicht so schöne Erlebnisse. Was ich zum Beispiel nicht so toll fand, war oftmals die Selbstverständlichkeit, mit der Krankschreibungen eingefordert wurden. Mir ist bewusst, dass jeder Mensch einmal krank ist und nicht zur Arbeit kann. Aber bei dem einen oder anderen könnte man schon fast ein System dahinter vermuten. Aber zum Glück sind das nur Einzelfälle.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  13.05.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
13.05.2016

Medizin studieren

Der Wahnsinn geht weiter

Semesterstart. Das stellt man sich eigentlich ziemlich entspannt vor. Man hat die ersten Vorlesungen, lernt die neuen Dozenten kennen, bekommt erzählt, trifft seine Kommilitonen wieder und genießt noch ein wenig Freizeit, bevor der Stress wieder losgeht. Doch von wegen Entspannung! Es geht direkt los!

Im Präparierkurs muss ich zum Beispiel direkt jede Struktur des menschlichen Körpers lernen, um für das Testat vorbereitet zu sein, eine mündliche Prüfung, die es wirklich in sich hat. Es geht dabei um den passiven Bewegungsapparat, was alle Knochen, Bänder und Gelenke einschließt – und das ist ganz schön viel Stoff. In den Ferien habe ich mich vor allem entspannt, jetzt denke ich mir, ich hätte wirklich früher anfangen müssen, das alles zu lernen.

Was wirklich hilft ist, dass unsere Fakultät eine Reihe von Veranstaltungen organisiert hat, in der Studierende der höheren Semester versuchen, meinen Kommilitonen und mir die wichtigsten Dinge beizubringen, indem sie beispielsweise Knochen, Gelenkflächen und Bänder des Fußes auf verständliche Weise in 30 Minuten zusammenfassen. Außerdem werden uns jeden Tag Feuchtpräparate demonstriert, die von echten menschlichen Körpern stammen, zum Beispiel eine komplette Wirbelsäule, ein vollständiges Bein oder ein ganzer Arm. Dadurch bekommen wir einen Eindruck davon, wie alles, was wir in der Theorie lernen, in echt aussieht.

Die Vorstellung, ab nächster Woche selbst in dieser Form am menschlichen Körper arbeiten zu dürfen, ist für mich die größte Motivation, dem immensen Lernstoff zu pauken. So schlimm ist es deshalb eigentlich gar nicht.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  12.05.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
12.05.2016

Medizin studieren

Testate

Im zweiten Semester müssen wir fünf Testate ablegen müssen, jeweils in einem Abstand von vier Wochen. Das bedeutet, dass wir während des Semesters viel lernen müssen. Dafür schreiben wir am Ende des Semesters aber nur eine Prüfung in Biochemie.

Das Thema des ersten Testats ist der passive Bewegungsapparat – also alles, was bewegt wird, sich aber nicht aktiv bewegt: zum Beispiel Knochen, Bänder, Gelenke und Sehnen. Ich habe einen zweiseitigen Gegenstandskatalog bekommen, in dem aufgelistet ist, was ich für das erste Testat lernen muss. Es geht in erster Linie um alle Knochen des menschlichen Körpers, also die Wirbel unserer Wirbelsäule, den Brustkorb, den Schultergürtel, das Becken, den Kopf mit all seinen Knochen und so weiter.

All diese Knochen sind ja wiederrum miteinander verbunden, ansonsten wären wir zu keiner Bewegung fähig. Deshalb muss ich auch jegliche Art der Verbindung zwischen den Knochen lernen. Dazu gehören zum Beispiel die Kopfgelenke, die Bandscheiben, die Rippenbrustbeinverbindungen, die Schambeinfuge und die Bänder des Beckens. Zu allen Gelenken gehören dann wiederrum jegliche Bänder und Sehnen, die Funktionen, die ebenso im Testat abgefragt werden. Ihr seht, ich werde schon ganz schön viel lernen müssen, damit ich dann bei meiner mündlichen Präsentation nicht alles durcheinanderbringe.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  03.05.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
03.05.2016