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Medizin studieren

Der Wahnsinn geht weiter

Semesterstart. Das stellt man sich eigentlich ziemlich entspannt vor. Man hat die ersten Vorlesungen, lernt die neuen Dozenten kennen, bekommt erzählt, trifft seine Kommilitonen wieder und genießt noch ein wenig Freizeit, bevor der Stress wieder losgeht. Doch von wegen Entspannung! Es geht direkt los!

Im Präparierkurs muss ich zum Beispiel direkt jede Struktur des menschlichen Körpers lernen, um für das Testat vorbereitet zu sein, eine mündliche Prüfung, die es wirklich in sich hat. Es geht dabei um den passiven Bewegungsapparat, was alle Knochen, Bänder und Gelenke einschließt – und das ist ganz schön viel Stoff. In den Ferien habe ich mich vor allem entspannt, jetzt denke ich mir, ich hätte wirklich früher anfangen müssen, das alles zu lernen.

Was wirklich hilft ist, dass unsere Fakultät eine Reihe von Veranstaltungen organisiert hat, in der Studierende der höheren Semester versuchen, meinen Kommilitonen und mir die wichtigsten Dinge beizubringen, indem sie beispielsweise Knochen, Gelenkflächen und Bänder des Fußes auf verständliche Weise in 30 Minuten zusammenfassen. Außerdem werden uns jeden Tag Feuchtpräparate demonstriert, die von echten menschlichen Körpern stammen, zum Beispiel eine komplette Wirbelsäule, ein vollständiges Bein oder ein ganzer Arm. Dadurch bekommen wir einen Eindruck davon, wie alles, was wir in der Theorie lernen, in echt aussieht.

Die Vorstellung, ab nächster Woche selbst in dieser Form am menschlichen Körper arbeiten zu dürfen, ist für mich die größte Motivation, dem immensen Lernstoff zu pauken. So schlimm ist es deshalb eigentlich gar nicht.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  12.05.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
12.05.2016

Medizin studieren

Testate

Im zweiten Semester müssen wir fünf Testate ablegen müssen, jeweils in einem Abstand von vier Wochen. Das bedeutet, dass wir während des Semesters viel lernen müssen. Dafür schreiben wir am Ende des Semesters aber nur eine Prüfung in Biochemie.

Das Thema des ersten Testats ist der passive Bewegungsapparat – also alles, was bewegt wird, sich aber nicht aktiv bewegt: zum Beispiel Knochen, Bänder, Gelenke und Sehnen. Ich habe einen zweiseitigen Gegenstandskatalog bekommen, in dem aufgelistet ist, was ich für das erste Testat lernen muss. Es geht in erster Linie um alle Knochen des menschlichen Körpers, also die Wirbel unserer Wirbelsäule, den Brustkorb, den Schultergürtel, das Becken, den Kopf mit all seinen Knochen und so weiter.

All diese Knochen sind ja wiederrum miteinander verbunden, ansonsten wären wir zu keiner Bewegung fähig. Deshalb muss ich auch jegliche Art der Verbindung zwischen den Knochen lernen. Dazu gehören zum Beispiel die Kopfgelenke, die Bandscheiben, die Rippenbrustbeinverbindungen, die Schambeinfuge und die Bänder des Beckens. Zu allen Gelenken gehören dann wiederrum jegliche Bänder und Sehnen, die Funktionen, die ebenso im Testat abgefragt werden. Ihr seht, ich werde schon ganz schön viel lernen müssen, damit ich dann bei meiner mündlichen Präsentation nicht alles durcheinanderbringe.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  03.05.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
03.05.2016

Medizin studieren

Aufbruch – Umbruch

Zwischenmieten sind oft die letzte Rettung, wenn man keine Wohnung findet, in der man unbegrenzt bleiben darf. Als Zwischenmieter bewohnt man für eine begrenzte Zeit das Zimmer von jemandem, der zum Beispiel gerade ein Auslandspraktikum absolviert. Dadurch begibt man sich in eine Abhängigkeit gegenüber dem Besitzer des Zimmers und gegenüber dessen Vermieter. Ein Freund von mir muss nun kurzfristig das Zimmer räumen, das er eigentlich viel länger angemietet hat, da wieder Eigenbedarf besteht. Und das mitten in den Semesterferien. Er hat sich gerade erst vom Klausurenstress erholt, als ihn die Schrecknachricht erreichte. Drei Wochen hat er Zeit, eine neue Bleibe zu finden. Meine Mitbewohner und ich haben ihm sofort das Sofa im Gemeinschaftszimmer angeboten, aber das ist natürlich keine Langzeitlösung.

Viel besser läuft es hingegen bei einer Freundin, die sich momentan einige tausend Kilometer entfernt in Australien befindet. Dort jobbte sie in den vergangenen sechs Monaten als Au-pair bei einer australischen Familie und möchte nun zusammen mit einer Freundin aufbrechen, um drei Monate lang in einem alten Geländewagen das Land zu erkunden. Was nach viel Abenteuer und Freiheit klingt, bedeutet in Wahrheit jedoch auch viele Kompromisse und Absprachen, wenn man sich absichern möchte. Dazu gehört zum Beispiel eine gemeinsame Reisekasse und ein Vertrag, der regelt, was passiert, wenn man sich auf der Reise trennt, wenn das Auto kaputt geht oder schließlich wieder verkauft werden soll.

So unterschiedlich es bei meinen Freunden aktuell auch läuft, ich bin gespannt, was in den nächsten Wochen passiert.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  28.04.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
28.04.2016