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Medizin studieren

Keine Angst vorm Medizinstudium

Mein Eindruck nach einem Semester Medizinstudium: Es ist kein Hexenwerk. Bisher ist alles, was ich leisten musste, die Reproduktion von Informationen. Wer das Abitur geschafft hat, wird damit vermutlich gut fertig. Auch Leute, die nicht so gut in Chemie, Biologie und Physik sind, werden merken, dass es dennoch möglich ist, diese Klausuren zu bestehen.

Was man jedoch unbedingt benötigt, ist Fleiß. Um etliche Vorlesungsfolien zusammenzufassen und zu pauken, ist ein gutes Maß an Disziplin erforderlich. Wer es schafft, die Vorlesungen noch am selben Tag zusammenzufassen und sich auf die Praktika vorzubereiten – also bereit ist, nach der Uni noch zwei Stunden zu investieren – der kommt meines Erachtens gut durch das Semester.

Was ich außerdem noch wichtig finde, ist, dass man seine Scheu vor Kontakt mit Menschen ablegt. Deshalb kann ich jedem nur ans Herz legen, das Pflegepraktikum komplett oder zumindest in Teilen schon vor dem Studium zu absolvieren oder ein freiwilliges Jahr in einem Krankenhaus zu machen. Die Einführung in die klinische Medizin und die Berufsfelderkundung erfordern nämlich je nach Fach auch, dass man Hospitationen absolviert, mindestens aber das Blutabnehmen lernt.

Für das Medizinstudium braucht man Zeit, für jedes andere Studium aber auch. Es bestimmt nicht das gesamte Leben, wie oft der Eindruck vermittelt wird. Mir bleibt schon auch Zeit für andere Aktivitäten. Solltest du also überlegen, Medizin zu studieren, brauchst du zumindest vor dem ersten Semester keine Angst zu haben. Ich vermute, das Schwerste wird später die Arbeit selbst sein, auf die man nach dem Studium aber mit Sicherheit gut vorbereitet ist.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  26.04.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
26.04.2016

Medizin studieren

Und was kommt als nächstes durch die Tür?

Was ich nach kurzer Zeit in der Anästhesie, Kardiologie und Neurologie merkte, war: Eigentlich hat man immer vorab schon eine Ahnung, was einen erwartet.

Beispielsweise in der Anästhesie: Man kommt in den Vorraum des Operationssaals, wo ein Patient liegt. Dieser wird identifiziert und letzten Endes zum Einschlafen gebracht. Keine große Überraschung eigentlich. Oder in der Neurologie: Da ist mittwochs Gedächtnissprechstunde und man weiß schon vorher, dass der Tag von Alzheimer und sonstigen Gedächtnisstörungen geprägt sein wird.

Bei meiner aktuellen Famulatur ist das anders. Die verbringe ich bei einem Hausarzt in der Heimat. Hier gibt es relativ wenig für mich zu tun. Blutentnahmen oder das Legen von Zugängen sind selten, da dies von den Sprechstundenhilfen erledigt wird, bevor die Ärzte morgens kommen.

Letzten Endes beschränkt sich mein Tätigkeitsspektrum auf dabei sitzen, zuhören und abhören der Lunge von Patienten. Der Jahreszeit geschuldet ist es wohl, dass etwa 70 Prozent der Patienten wegen einer Erkältung in die Praxis kommen.

Aber dann gibt es eben noch die anderen 30 Prozent. Somit ist knapp jeder dritte Patient sozusagen ein Überraschungsei. Man weiß vorher absolut nicht, mit welchem Problem der nächste Patient durch die Tür marschiert. Geht es einfach nur um eine Impfung? Oder hat er doch Kniebeschwerden oder vielleicht sogar Atemnot? Ich glaube, das ist richtig gut, um dem gefürchteten Scheuklappen-Blick zu entkommen. Man muss einfach immer wachsam bleiben und alle Differentialdiagnosen im Hinterkopf haben. Zwar sollte man das grundsätzlich immer, aber nirgendwo so dringend wie in der Praxis eines Allgemeinarztes! Deswegen nehme ich aus diesem Monat auch sehr viel mit, und das nicht nur aus rein medizinischer Sicht. Auch das Zwischenmenschliche, Fürsorgliche und Ganzheitliche, was nirgends so viel Platz einnimmt wie in einer Allgemeinarztpraxis, wird mir hier Tag für Tag nähergebracht!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  14.04.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
14.04.2016

Medizin studieren

Semesterferien

Keine Termine mehr, keine Klausuren und auch keine Praktika: Ja, ich habe Semesterferien. Nun muss ich mich jedoch fragen, was ich mit so viel freier Zeit überhaupt anfange.

Denn leider geht mit freier Zeit nicht gleichzeitig ein großes Vermögen einher, sodass ich mir eine Urlaubsreise nicht leisten kann. Ich könnte mir einen Nebenjob suchen, um das zu ändern. Aber ich habe ja schon einen und aufgrund der Nachtbereitschaft in der Wohngemeinschaft für Demenzkranke, die ich während des Semesters häufig übernehme, bin ich nicht besonders motiviert, auch meine Semesterferien mit Arbeiten zu verbringen. Stattdessen habe ich mir vorgenommen, mal wieder die Sachen anzugehen, die während des ersten Semesters zu kurz kamen: Musik hören, Sport treiben, aber auch Lesen, Schreiben und endlich mal wieder ausschlafen. Trotzdem ertappe ich mich ständig bei dem Gedanken, dass ich unproduktiv bin und andere gerade viel tüchtiger sind. Dabei kann ich mich doch wirklich glücklich schätzen, im Gegensatz zu manchen Kommilitonen kein Pflegepraktikum leisten zu müssen, da ich dies durch meinen Freiwilligendienst abgearbeitet habe.

Nun habe ich die ersten freien Tage damit verbracht, alte Freunde zu treffen. Sie studieren Sonderpädagogik, Jura oder Elektrotechnik, haben ihr Studium gegen eine Ausbildung getauscht oder sind ins Ausland gegangen. Ich bin schon sehr gespannt auf ihre Geschichten!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  12.04.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
12.04.2016