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Medizin studieren

Und was kommt als nächstes durch die Tür?

Was ich nach kurzer Zeit in der Anästhesie, Kardiologie und Neurologie merkte, war: Eigentlich hat man immer vorab schon eine Ahnung, was einen erwartet.

Beispielsweise in der Anästhesie: Man kommt in den Vorraum des Operationssaals, wo ein Patient liegt. Dieser wird identifiziert und letzten Endes zum Einschlafen gebracht. Keine große Überraschung eigentlich. Oder in der Neurologie: Da ist mittwochs Gedächtnissprechstunde und man weiß schon vorher, dass der Tag von Alzheimer und sonstigen Gedächtnisstörungen geprägt sein wird.

Bei meiner aktuellen Famulatur ist das anders. Die verbringe ich bei einem Hausarzt in der Heimat. Hier gibt es relativ wenig für mich zu tun. Blutentnahmen oder das Legen von Zugängen sind selten, da dies von den Sprechstundenhilfen erledigt wird, bevor die Ärzte morgens kommen.

Letzten Endes beschränkt sich mein Tätigkeitsspektrum auf dabei sitzen, zuhören und abhören der Lunge von Patienten. Der Jahreszeit geschuldet ist es wohl, dass etwa 70 Prozent der Patienten wegen einer Erkältung in die Praxis kommen.

Aber dann gibt es eben noch die anderen 30 Prozent. Somit ist knapp jeder dritte Patient sozusagen ein Überraschungsei. Man weiß vorher absolut nicht, mit welchem Problem der nächste Patient durch die Tür marschiert. Geht es einfach nur um eine Impfung? Oder hat er doch Kniebeschwerden oder vielleicht sogar Atemnot? Ich glaube, das ist richtig gut, um dem gefürchteten Scheuklappen-Blick zu entkommen. Man muss einfach immer wachsam bleiben und alle Differentialdiagnosen im Hinterkopf haben. Zwar sollte man das grundsätzlich immer, aber nirgendwo so dringend wie in der Praxis eines Allgemeinarztes! Deswegen nehme ich aus diesem Monat auch sehr viel mit, und das nicht nur aus rein medizinischer Sicht. Auch das Zwischenmenschliche, Fürsorgliche und Ganzheitliche, was nirgends so viel Platz einnimmt wie in einer Allgemeinarztpraxis, wird mir hier Tag für Tag nähergebracht!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  14.04.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
14.04.2016

Medizin studieren

Semesterferien

Keine Termine mehr, keine Klausuren und auch keine Praktika: Ja, ich habe Semesterferien. Nun muss ich mich jedoch fragen, was ich mit so viel freier Zeit überhaupt anfange.

Denn leider geht mit freier Zeit nicht gleichzeitig ein großes Vermögen einher, sodass ich mir eine Urlaubsreise nicht leisten kann. Ich könnte mir einen Nebenjob suchen, um das zu ändern. Aber ich habe ja schon einen und aufgrund der Nachtbereitschaft in der Wohngemeinschaft für Demenzkranke, die ich während des Semesters häufig übernehme, bin ich nicht besonders motiviert, auch meine Semesterferien mit Arbeiten zu verbringen. Stattdessen habe ich mir vorgenommen, mal wieder die Sachen anzugehen, die während des ersten Semesters zu kurz kamen: Musik hören, Sport treiben, aber auch Lesen, Schreiben und endlich mal wieder ausschlafen. Trotzdem ertappe ich mich ständig bei dem Gedanken, dass ich unproduktiv bin und andere gerade viel tüchtiger sind. Dabei kann ich mich doch wirklich glücklich schätzen, im Gegensatz zu manchen Kommilitonen kein Pflegepraktikum leisten zu müssen, da ich dies durch meinen Freiwilligendienst abgearbeitet habe.

Nun habe ich die ersten freien Tage damit verbracht, alte Freunde zu treffen. Sie studieren Sonderpädagogik, Jura oder Elektrotechnik, haben ihr Studium gegen eine Ausbildung getauscht oder sind ins Ausland gegangen. Ich bin schon sehr gespannt auf ihre Geschichten!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  12.04.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
12.04.2016

Medizin studieren

Mäuse töten (Teil 2)

Den praktischen Teil des Tierversuchskurses hatte ich noch vor mir. Anfangs war ich skeptisch, ob ich dabei Spaß haben werde, aber das legte sich schnell. Anders als erwartet mussten wir sie zunächst nicht töten, sondern vor allem den Umgang mit Mäusen, Ratten und Kaninchen üben, also das „Aus-dem-Käfig-Nehmen“ und sicheres Greifen, sodass die Tiere nicht abhauen können. Weil Medikamente auch oft an Ratten und Mäusen erprobt werden, lange bevor auch nur ein Mensch in die Nähe des Wirkstoffs gelassen wird, reichte es jedoch nicht aus, die Tiere nur festzuhalten.

Aber wie gibt man einer Ratte ein Medikament? Man kann ihr ja schlecht eine Pille in die Pfote drücken und sagen: „Mit nem ordentlichen Schluck Wasser kriegst du die schon runter!“ Entsprechend mussten wir lernen, wie man den Tieren Medikamente direkt in den Magen verabreicht, in den Bauch injiziert oder auch ganz klassisch in die Haut oder ein Blutgefäß spritzt. Selbstverständlich finden die Tiere das nicht besonders angenehm, sodass man schon aufpassen muss, das Tier nicht aus dem Griff zu verlieren, nicht gebissen, oder – im Fall von Kaninchen – getreten zu werden.

Das Töten stand dann aber doch auf dem Plan. Jedoch musste keiner von uns Teilnehmern diesen unschönen Part aktiv übernehmen, lediglich eine Ratte wurde exemplarisch mit Kohlenstoffdioxid vergast. Laut Tierschutzverordnung müssen Labortiere ohnehin umgebracht werden und der Tod dieser Ratte hatte letztlich noch einen Sinn: Ein Tierarzt brachte uns die Anatomie von Nagern näher und ich konnte Unterschiede zu der des Menschen sehen. Aber ehrlich gesagt, so groß sind diese auf den ersten Blick gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn man bedenkt, wie grundlegend anders Mäuse oder Ratten rein äußerlich im Vergleich zu Menschen aussehen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  06.04.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
06.04.2016